Monatsarchiv für Juli 2008

 
 

100-Dollar-Laptop vor dem Aus?

Der 100-Dollar-Laptop wird zu diesem Preis frühestens in drei Jahren angeboten werden können, erwartet Gartner. Die Margen der Hersteller und der gegenwärtige Run auf deutlich teurere Netbooks wie den EeePC machen einen Preisverfall auf 100 Dollar zurzeit noch nicht möglich. Klingt ein bisschen so, als wäre das Projekt damit gescheitert. Ursprünglich ging es der Initiative One Laptop per Child (OLPC) darum, Drittwelt- und Schwellenländern eine finanzierbare Möglichkeit zu geben, um die Bildungschancen des Nachwuchses zu erhöhen. Vielleicht sogar so weit, dass Kinder aus ärmeren Ländern die digitalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts irgendwann einmal meistern können und ihre Länder gegenüber den reicheren Staaten aufholen.
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Handy-TV: Mobile 3.0 vor dem Ende?

Das Konsortium Mobile 3.0 steht nach einer Meldung der “Bild” kurz vor dem Aus. Der Partner Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) ist bereits abgesprungen. Von den übrigen Beteiligten Burda, Holtzbrinck und Naspers heißt es, es gehe nur noch darum, das Projekt ohne übermäßigen Gesichtsverlust zu beenden. Während Peter Heinlein der Technik hinterher trauert, kann Thomas Knüwer es noch immer nicht fassen, wie man überhaupt mit dem Gedanken spielen konnte, Mini-Bilder zu festen Sendezeiten mobil zu übertragen.

bild.de, blog.handelsblatt.de, magnus.de

2.0 der Woche: Verblitzt.de für versäumte U-Bahn-Flirts

„Hab dich, etwa 25, lange dunkle Haare, in der 66 Richtung Hauptbahnhof gesehen. Du hast mich angelächelt, aber ich hab mich nicht getraut dich anzusprechen und ärgere mich jetzt total.“ Warum sind die Deutschen auch bloß immer so zurückhaltend im Nahverkehr! Thomas Kombüchen und Uli Wolter wollen, dass einsame Passagiere trotzdem den Traumpartner finden und haben Verblitzt.de gestartet. Auf dem Portal kann man Suchanzeigen für Leute aufgeben, die man in Bussen oder Bahnen gesehen hat. Nette Idee, auch wenn sie voraussetzt, dass möglichst viele Leute die Seite besuchen.

verblitzt.de, deutsche-startups.de

Noch mehr Netbooks: Der Sommer wird klein

Es wird der Sommer der Kleinklapprechner (auch genannt Netbooks). Asus hat mit dem Original-EeePC mit einer Bildschirmgröße von 7 Zoll den Trend gesetzt. Inzwischen sind 8,9 bis 10 Zoll gängig. Asus selbst bringt den EeePC 900 mit 9 Zoll auf den Markt. Medion beziehungsweise MSI sind mit dem “MSI Wind” vertreten, das auch bei Aldi verkauft wurde. Seit einigen Tagen ist Acer mit dem “One” im Rennen. Andere Hersteller wie Dell und HP wollen in Kürze nachziehen.
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Cuil: Suchmaschinen-Phoenix aus der Asche

Auf einmal gibt es eine Suchmaschine mehr auf dem Markt: Cuil (sprich: cool) durchforstet erstaunlich viele Seiten, stellt die Suchergebnisse in einem Magazin-ähnlichen Fenster dar und ist auch keine Datenkrake wie der große Bruder: Die Cuil-Betreiber geben an, keine Nutzdaten und IP-Adressen zu sammeln. Finanzieren soll sich das Projekt über Anzeigen, die neben den Suchergebnissen angezeigt werden. Kann Cuil erfolgreich sein? Gut möglich, denn zahlreiche ehemalige Google-Mitarbeiter arbeiten für Cuil, und zahlreiche US-Werbeunternehmen sind finanziell am Projekt beteiligt. Na denn: Gut, dass dem Quasi-Monopolisten Google mal jemand Konkurrenz macht. Viel Glück!

cuil.com, netzeitung.de, basicthinking.de

“23 Tage”: Nutzergenerierter Kinofilm

Am Donnerstag kommt “23 Tage” in einige Kinos, ein 50-minütiger Film, der nur aus YouTube-Fanvideos der Fußball-EM besteht. Das dürfte der erste nutzergenerierte Kinofilm sein. Anders als im “Sommermärchen 2006″ von Sönke Wortmann verzichtet “23 Tage” von Filmemacher Detlev Buck ganz auf Spielszenen oder Spielerporträts – es geht nur um die Fans.

fr-online.de, 23tage.de, youtube.de/23tage

Netzüberflutung: Wer hält da mit?

In letzter Zeit häufen sich Meldungen über Reizüberflutung im Netz. Der umstrittene IT-Guru Nicholas Carr gibt dem Internet die Schuld daran, dass wir nicht mehr in der Lage seien sollen, lange Texte zu lesen. Fraglich, ob er damit recht hat. (Zumindest hier auf Freshzweinull müssen Sie zum Glück keine langen Texte lesen …) Johnny Haeusler vom Spreeblick hat dafür einen sehr lesenswerten Beitrag dazu verfasst, wie er Opfer des Internets geworden ist. Der PR-Blogger – der in diesen Tagen übrigens sein vierjähriges (Blog-)Bühnenjubiläum feiert – fragt sich, wie er mit all den Kontakten umgeht, die er auf Xing, Facebook, Friendfeed etc. hat. Was machen wir nun? Werden wir an Reizüberflutung zugrunde gehen? Werden wir irgendwann abschalten und darauf hoffen, dass die Tagesschau auch die besten Netznachrichten aufnimmt? Werden wir alle zu Journalisten und sortieren unwichtige Meldungen im Geiste aus? Wir werden sehen …

spreeblick.de, sueddeutsche.de, klauseck.typepad.com

2.0 der Woche: 12seconds.tv und Seesmic

War ja klar, dass das kommen musste: Auf dem Videodienst 12seconds.tv kann jeder in kurzen Videos erzählen, was er gerade macht. Die Videos dürfen nicht länger als 12 Sekunden sein. Der Vergleich zu Twitter, dem 140-Zeichen-Dienst, liegt nahe. Allerdings macht Matthias Zellmer zurecht auf den Unterschied aufmerksam, dass 12seconds.tv noch die Interaktivität fehlt. Dafür können Handy-Videos einfach per E-Mail eingebunden werden. Und: Die Videos lassen sich auch bei Twitter einbauen. Halten auch wir für eine nette Idee, aber der Vollständigkeit halber dürfen wir Seesmic nicht verschweigen. Ein ganz ähnlicher Dienst, aber ohne die Beschränkung auf 12 Sekunden und mit der Möglichkeit zu antworten und sogar Beiträge zu löschen. Nett!

12seconds.tv, seesmic.com, netzlogbuch.de, webzweipunktnull.de

Twitterlesung: Literatur auf 140 Zeichen

In Berlin findet am Samstag die wahrscheinlich erste Twitter-Lesung der Welt statt. Berühmte Autoren aus der Szene werden ihre Werke vorlesen. Stargast ist Tilman Rammstedt, der in diesem Jahr den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat. Namhafte Blogger wie Sascha Lobo und Johnny Haeusler werden durch die Veranstaltung führen. Ganz zwonullig wird ein Livestream der Veranstaltung über die Plattform Hobnox übertragen. Hat die Welt darauf gerade noch gewartet? Ja, finden zum Beispiel Silberkind und Konterfai. Und wir? Wir auch. Schade, dass Berlin so weit weg ist!

tagesspiegel.de, twitterlesung.de, silberkind.de, Konterfai.com

Keine iPhones lieferbar – Kunden zahlen trotzdem

Starkes Stück: iPhone-Neukunden, die noch kein Gerät erhalten haben, müssen trotzdem zahlen. T-Mobile hat aktivierte SIM-Karten verschickt, kann das Gerät aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei Apple nicht anbieten. Der Vertrag läuft aber trotzdem schon. T-Mobile reagiert nun mit einer Gutschrift für einen Monat, allerdings kann sich die Nachlieferung von iPhones noch bis Oktober hinziehen.

heise.de, handy-mc.de

E-Personalausweis: Komfort im Überwachungsstaat

Die Bundesregierung führt Ende 2010 einen neuen Personalausweis ein, der auf Wunsch einen Extra-Chip enthält. Damit können Online-Käufer und -Verkäufer ihre Identität eindeutig nachweisen und für mehr Sicherheit beim Onlinekauf sorgen. Was die Bundesregierung als Komfortgewinn anpreist, wird von Datenschützern abgelehnt: Damit könne sehr viel Schindluder getrieben werden und der Staat wisse am Ende mehr über seine Bürger als er muss, so der Vorwurf. Viele Blogger schließen sich dem Lager der Skeptiker an.

focus.de, zoomer.de, sueddeutsche.de, toonpool.com, informelles.de, einzyniker.blogspot.com

Knol: Google startet Wissensportal

Google hat das Wissensportal Knol in einer Beta-Version gestartet. Ähnlich wie Wikipedia sammelt Knol das Wissen der Massen. Bei Knol stehen aber einzelne Autoren im Vordergrund, die Google an den Werbe-Einnahmen aus ihren Beiträgen beteiligt. Andere Benutzer können die Beiträge bei Knol – anders als bei Wikipedia – nicht ändern oder ergänzen. Dafür sind mehrere konkurrierende Beiträge zum gleichen Thema möglich. Laut Google-Projektmanager Cedric Dupont soll Knol kein Wikipedia-Konkurrent werden, sondern friedlich daneben koexistieren. Dafür sind beide Angebote wohl auch zu unterschiedlich. Der Freshzweinull-Redaktion gefällt an Knol vor allem die Idee, Autoren an den Werbe-Erlösen ihrer Beiträge zu beteiligen. Ein Prinzip, das für andere Seiten Schule machen sollte, die auf Nutzer-generierte Inhalte setzen.

computerwoche.de, teltarif.de, blogpiloten.de, coldheat.de

Facebook Connect vs. OpenID: Eine Kennung für viele Websites

Facebook hat auf der eigenen Entwicklerkonferenz F8 den Service „Connect“ vorgestellt. Damit können Facebook-Nutzer mit ihrer Kennung andere Web-2.0-Portale benutzen, ohne sich jedes Mal neu anmelden zu müssen. Der Dienst wird ab Herbst zur Verfügung stehen und zunächst für 24 Partner-Websites wie Digg gelten. Facebook wird damit nicht OpenID unterstützen, wie zunächst vermutet wurde, sondern eine Art Konkurrenzdienst erschaffen. OpenID macht es ebenfalls möglich, sich mit einer einzigen Kennung auf mehreren Websites anzumelden. Jüngst hatte MySpace seine Seite für OpenID geöffnet.

pressetext.at, mashable.com, zdnet.de, blog.tobcast.de, openid.net

2.0 der Woche: Google Maps mit Routenplaner für Fußgänger

Google hat in Google Maps eine Routenplanung für Fußgänger integriert. Diese bietet nicht nur eine genaue Wegbeschreibung, sondern auch einen auf den Meter genauen Entfernungsmesser mit Zeitangabe. So kann man zum Beispiel ausrechnen, dass der Weg von unserem Redaktionsbüro bis zur Stammkneipe nur 87 Meter oder 1 Minute beträgt – verlockend wenig! Google Fußweg ist noch im Beta-Stadium. Bereits jetzt hat das Tool aber schon eine Warnung für weniger friedliche Nachbarschaften eingebaut. So steht als Warnung vor jeder Wegplanung: „Seien Sie beim Laufen in unbekannten Gebieten vorsichtig.“

googlewatchblog.de, google.com/maps, planet.vaovaoweb.de

Google will mit Gears den Browsermarkt voranbringen

Google mal wieder etwas freundlicher: Der Internetgigant mischt sich in den Browser-Markt ein, allerdings ohne selbst einen eigenen Browser zu entwickeln. Google Gears ist eine plattformübergreifende Browsererweiterung, die wesentliche Online-Anwendungen wie Google Docs offline verfügbar macht und HTML 5 vorantreibt. Gears, das in Zukunft ohne Google im Namen auskommt, soll damit nicht in Konkurrenz zu den handelsüblichen Browsern wie Firefox, Opera oder Internet Explorer treten, sondern ein Teil von ihnen werden.

googlewatchblog.de, gulli.com