Frühe Kritiken über Flickr, Google und YouTube: “Wie wollen die damit bloß Geld verdienen?”

Witzig: Royal Pingdom hat sich die Mühe gemacht, das Web nach alten Bewertungen über YouTube, Twitter, Facebook und Co. zu durchforsten, als die Dienste gerade neu auf dem Markt waren. Einige Kritiken entbehren nicht einer gewissen Komik.

Die “New York Times” schaute im September 2001 verblüfft auf eine Seite von hundert Freiwilligen, die sich anschickten, eine Online-Enzyklopädie zu erschaffen:

Wikipedia ist so eine Website, ein Ort, an dem etwa 100 Freiwillige seit Januar daran arbeiten, eine kostenlose Enzyklopädie zusammenzustellen. Indem Sie ein relativ unbekanntes und simples Softwaretool namens Wiki benutzen, sind sie an einer Art virtuellem Scheunenbau beteiligt.

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Ein paar Jahre später, im November 2006, schrieb die Washington Post über den jungen Kurznachrichtendienst Twitter:

Für das ultimative Gefühl an Solipsismus, probieren sie Twitter.com aus, eine Website, auf der Sie – einmal registriert – die Frage beantworten können, was Sie gerade tun. Am Montagmorgen um 7:47 Uhr, zum Beispiel, war Linda dabei, sich ein Glas kaltes Wasser zu holen.

Suite101 schrieb im Juli 1998 über eine neue Suchmaschine namens Google:

Abgesehen vom Namen, der nach Babygebrabbel klingt, ist Google ein normales Gewerbe. Der Name Google ist vom mathematischen Ausdruck Googol abgeleitet, was 10 hoch 100 bedeutet. Verlangt von mir bitte nicht, das zu erklären.

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Forbes freute sich im September 1999 über Googles optische Vorzüge, die im darauffolgenden Jahrzehnt zum Standard werden sollten:

Die Site, gegründet von zwei Stanford-Doktoranden, ist ein wahres Vergnügen. Keine blinkenden Anzeigen oder Werbekampagnen, einfach nur Suche.

Die meisten der von Royal Pingdom heranzitierten Beiträge sind positiv. Viele der Autoren haben sich als wahre Visionäre entpuppt. So auch im Falle einer brandneuen Videoplattform namens YouTube, über die SiliconBeat im August 2005 schrieb:

YouTube ist die neue “Folksonomy”-Website. Sie ähnelt Flickr, außer dass man auf ihr statt Fotos kurze Videos teilen und hosten kann.
[...] Wir haben also keine Ahnung, wie YouTube damit Geld verdienen will.

Weitere frühe Anekdoten, auch über Facebook, findet ihr auf Royal Pingdom. Ein großes Lob an die Autoren für diese Zusammenstellung!

2 Gedanken zu „Frühe Kritiken über Flickr, Google und YouTube: “Wie wollen die damit bloß Geld verdienen?”“

  1. Ich lach mich schlapp: “ist Google ein normales Gewerbe.” hehe, ganz normales multimillardäres Gewerbe.

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