Neue Details im Überwachungsskandal: Schule machte Tausende von Fotos ihrer Schüler per Webcam

Die meisten Leser werden sich an den Fall erinnern, der sich vor zwei Monaten in einer Schule in Pennsylvania, USA, ereignete: Sie überwachte ihre Schüler mit den in den Schul-Laptops eingebauten Webcams – und das auch zu Hause. Nach und nach tritt das ganze Ausmaß des Skandals ans Licht.

Die Vorgeschichte: Die Schüler erhalten kostenlos und leihweise Laptops, die im Eigentum der Schule verbleiben und an deren Nutzung bestimmte Verhaltensregeln gebunden sind. Als dem 15jährigen Blake Robbins Drogenmissbrauch vorgeworfen wurde – die vermeintlichen „Pillen“ waren allerdings nur Süßigkeiten – kam heraus, dass Mitarbeiter der Schule regelmäßig via Webcam beobachteten, was vor den Geräten so passierte. Sie registrierten quasi jedes Nasepopeln, egal ob sich das Gerät gerade in der Schule oder aber im Kinderzimmer des Nutzers befand.

Die Eltern klagten gegen den Eingriff in die Intimsphäre, Behörden wurden eingeschaltet, Schüler demonstrierten und klebten Mikrophone und Kameras mit Klebestreifen ab. Das Web hat einen Big-Brother-Skandal mehr, während die Behörden am Fall arbeiten und immer neue Details an die Öffentlichkeit gelangen.

Nachdem ein Gericht die Herausgabe der Daten von der Schule verlangte, entdeckte die Familie Robbins über 400 Fotos mit Blake und anderen Familienmitgliedern darauf, die im Kinderzimmer gemacht worden waren – teilweise schlafend oder kaum bekleidet. Insgesamt häuften sich in der Schule Tausende solcher Bilder aus etlichen Familien an. Die beiden überwachenden Administratoren sahen das ganze wohl als Spaß: Per E-Mail sagte einer, das ganze sei eine einzige Seifenoper und ein anderer antwortete: „I know, I love it.“

Die Schule stellte sich auf den Standpunkt, die Rechner seien schließlich Schuleigentum – die Kameras würden nur eingeschaltet, wenn die Laptops verloren gehen oder gestohlen werden. Das wurde von der Schulleitung wohl sehr weit ausgelegt: Auch Schüler wurden überwacht, deren Eltern es versäumten, die regelmäßige Gebühr von 55 $ für die Versicherung der Laptops zu zahlen. Blake Robbins wurde zwei Wochen lang überwacht, bis es zur Abmahnung kam.

[via arstechnica.com]

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