Liebe Verantwortlichen bei Hewlett-Packard: Rettet webOS – gebt es als Open Source frei!

Das Smartphone-Betriebssystem webOS muss man kennen und benutzt haben, um zu verstehen, warum seine Fans es nach wie vor heiß und innig lieben. Was die Einfachheit in der Nutzung, Eleganz und Ergonomie betrifft, ist webOS seiner Konkurrenz (Apples iOS, Google Android usw.) auch nach Jahren noch mehrere Nasenlängen voraus.

Gerade Hacker lieben webOS sehr, weil es auf Linux basiert und unter anderem eine klassische Shell enthält, die der normale Anwender allerdings selten zu Gesicht bekommt, und man auf webOS-Geräten eigene Apps installieren kann, ohne sie erstjailbreaken oder sonstwie hacken zu müssen.

Leider konnte sich webOS nie richtig durchsetzen, was wohl unter anderem an der minderwertigen Qualität der Hardware lag. Der Hersteller Palm, der vielen noch für seine PDAs in guter Erinnerung ist, geriet ins Straucheln und wurde von Hewlett-Packard aufgekauft. Die wiederum kündigten vor einem Jahr einen Reigen neuer webOS-Geräte an, zogen aber kürzlich die Handbremse: Wenige Wochen nach dem Marktstart des HP TouchPad und des Smartphones Pre 3 verkündete HP, die Entwicklung von Geräten mit webOS gänzlich einzustellen und verjubelte seine Restposten an Smartphones und Tablet zu Schleuderpreisen. Nur noch die Software wolle man weiterentwickeln.

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Das bedeutet, dass sie webOS verkaufen oder lizensieren müssen. Damit webOS eine Zukunft hat, müsste wenigstens ein größerer Hersteller Geräte mit webOS anbieten. Der ist aber nicht in Sicht. Motorola gehört neuerdings zu Google, RIM hat sein eigenes System, Apple natürlich iOS, Samsung hat dementiert und Nokia einen Deal mit Microsoft. Außer HTC bleiben nur Hersteller wie Sony Ericsson oder Acer, die auf dem Smartphone-Markt nur untergeordnete Bedeutung haben.

Ich fürchte, Hewlett Packard hat vergeigt und werden die Milliarden Dollar, die sie für Palm ausgegeben haben, niemals mit dem System wieder reinholen, während die Weiterentwicklung der Software auch in Zukunft noch Kosten verursachen wird . Kaufmännisch gesehen ist webOS abzuschreiben. Und was tut man mit abgeschriebenen Objekten? Richtig, mit einem Euro symbolischen Wert in der Bilanz mitschleifen.

Deshalb: Liebe Verantwortlichen bei Hewlett Packard, gebt der lebenden Leiche in eurer Bilanz eine Chance. Gebt webOS, das ja auf Linux basiert, der Community zurück und macht es vollständig zu Open Source. Die noch zuckende Entwickler-Gemeinde dürfte sich mit Begeisterung darauf stürzen und es auf dem iPhone 4, dem iPad, dem Samsung Galaxy S, dem Motorola Xoom, dem Lenovo Ideapad oder dem Nokia N8 zum laufen zu kriegen. Auf unseren Desktop-Rechner hatten wir schon immer die Wahl, welches OS wir installieren möchten. Hewlett Packard könnte die Firma sein, die das auch bei Smartphones wieder möglich macht.

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