Hackerangriff auf Twitter, Facebook und LiveJournal: Der Tag, an dem Social Media baden ging

Twitter wurde gestern Opfer eines Hacker-Angriffs. Mit einer DDoS-Attacke legten die Angreifer den Zwitscherdienst für mehrere Stunden lahm. Besonders gemein dabei: Für Twitter-Nutzer gab es keine Chance, sich bei Facebook darüber zu beschweren, weil das Freundenetz zur gleichen Zeit betroffen war.

Bei Twitter war man dem Angriff anfangs offenbar regelrecht hilflos ausgeliefert. Es war nicht die übliche Server-Überlastung, die zum Ausfall führte, sondern ein gezielter Dynamic Denial of Service (DDoS) Angriff. Die Twitter-Technik konnte die Ursache einige Zeit lang nicht feststellen. Erst mehr als zwei Stunden später war der Server für einige Nutzer wieder erreichbar, obwohl der Angriff offenbar noch andauerte. Noch am Abend teilte Twitter im eigenen Status-Blog mit, dass die Technik nicht wieder mit voller Leistung laufe. Ladezeiten seien länger als normal, externe Twitter-Clients langsam oder nur teilweise erreichbar.

Wichtige Teile des täglichen Lebens lahm gelegt

Etwa zur gleichen Zeit wie Twitter waren auch Facebook und das US-Blognetzwerk LiveJournal nicht erreichbar. Facebook und LiveJournal erklärten ebenfalls, dass ein DDos-Angriff die Ursache ihres Ausfalls war.

Laut ReadWriteWeb war zumindest die Twitter-Suche nicht betroffen, so dass sogar noch einige einschlägige Beschwerde-Tweets eingingen. LiveJournal war demnach als erster der drei Dienste wieder online. Thomas Cloer von Computerwoche nahm es mit Humor: Er begann seinen Beitrag zum Thema mit:

“Dies ist ein Tweet-Ersatz: DoS-Angriff legt Twitter lahm – Aber das können wir leider gerade nicht twittern – contradictio in eo ipso… #twitterfail.”

Von wem die Angriffe ausgingen, ist noch unklar. Update: Offenbar gingen die Angriffe von der Region Abchasien aus, der Grenzregion zwischen Russland und Georgien. YouTube sei ebenfalls von den Angriffen betroffen gewesen, meldet die “New York Times”.

Twitter, Facebook und auch Google arbeiten aber zusammen, um die Missetäter ausfindig zu machen. Die Vorfälle haben auf jeden Fall gezeigt, wie sehr die Internet-Welt inzwischen von ihren beliebtesten Social-Media-Websites abhängt. Und wenn diese gleichzeitig ausfallen, sind wichtige Teile des täglichen Lebens komplett lahm gelegt.

8 Gedanken zu „Hackerangriff auf Twitter, Facebook und LiveJournal: Der Tag, an dem Social Media baden ging“

  1. Die Aussage, dass wichtige Teile des Lebens lahm gelegt gewesen sind, erachte ich als ziemlich bedenklich. Das Leben findet außerhalb des Web 2.0 statt! Noch immer! Twitter und Facebook ergänzen höchstens Teile des Lebens. Sie, sozusagen, als Lebensnotwendig einzustufen, finde ich fern jeder gesunden Realität. Ich selbst nutze beide Services. Aber bei einem Ausfall geht, zumindest bei mir, die Welt nicht unter! ;-)

  2. gut das es von all denen auch noch genug alternativen gibt.
    zudem sollte twitter/twittertechnik unbedingt in einer art dezentralisiert werden. womit sowas umgangen werden könnte, genauso unmöglich wäre zensur solcher dienste oder filterzwänge gegen den provider.

  3. Auch bei mir lief alles wie gewohnt weiter. Twitter ist letzten Endes auch “nur” ein weiteres Kommunikationsmedium. Ein Ausfall ist lästig, ohne Frage aber keinesfalls ein Grund alles fallen zu lassen um im dunklen Kämmerlein zu weinen ;-)

    Wie sagt man so schön: “Lebbe geht waida!”

  4. Netter Artikel, dennoch vielleicht etwas übertrieben.
    Wie mein Vorredner schon sagt, “wichtige Teile des Lebens komplett lahmgelegt”, das trifft es nicht ganz, zumindest in meinen Augen.

    Desweiteren, Facebook war nicht down, Facebook war beständig erreichbar,
    funktionierte nur nicht richtig. Zuerst wurde vermutet dies sei durch
    den großen Traffic derer zustande gekommen die sich nun von Twitter zu
    Facebook bewegen.

    mfg

    Florian Hoppe

  5. Soweit ich weiß, heißt es nicht “Dynamic Denial of Service”, sondern Distributed Denial of Service.

    Wüsste zumindest nicht, was dynamic in Verbindung mit DoS bedeuten sollte ;>

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