Von wegen Suche: Womit Google wirklich Geld verdient
18. Juli 2009 - Jürgen Vielmeier
Google hat die eigenen Finanzergebnisse für das zweite Geschäftsquartal 2009 veröffentlicht. Nur dank starker Einsparungen hat der Internetkonzern der Krise getrotz und Umsatz und Gewinn gesteigert. Das Finanzergebnis schlüsselt auch auf, womit Google Geld verdient. Die Einnahmen aus dem Geschäft mit Lizenzen für Suchalgorithmen sind verschwindend gering.
Nur etwas mehr als 3 Prozent nämlich: 187 Millionen der 5,52 Milliarden Dollar Umsatz macht Google demnach mit Lizenzierungen und sonstigen Geschäften. Den Löwenanteil von 5,34 Milliarden Dollar nimmt Google aus dem Geschäft mit Online-Werbung ein. Interessant dabei: Nachdem Google die Werbetreibenden von Adsense und Adwords ausbezahlt hat, bleiben dem Konzern immer noch stattliche 4,07 Milliarden Dollar Umsatz.
Die 5,52 Milliarden Dollar Gesamtumsatz sind ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und in etwa gleichviel wie im ersten Quartal 2009. Google hat damit die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen; die Anleger reagierten trotzdem unzufrieden und bescherten der Aktie einen Kursverlust von 15 Punkten auf 428 Dollar am Freitag. Der operative Gewinn beträgt stattliche 1,9 Milliarden Dollar.
Jordan Golson vom Branchenblog GigaOM bringt es auf den Punkt: “Klar, Google hat Android, Chrome OS und viele weitere schöne Programme, aber damit verdient das Unternehmen kein Geld. Die Software gibt es nur, damit die Leute mehr Werbung sehen.” Das kann man wohl nur schwer bestreiten. Amen.




Aber das war doch schon lange klar, dass Googles Geschäftsmodell auf Werbung beruht
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Meiner Meinung nach Entwickelt Google die Software, erstens nicht aus Nächstenliebe und zweitens nicht um damit primär Geld zu verdienen. Eins ist doch ganz klar, die Suchalgorythmen haben sich die letzten Jahre grundlegend geändert. Ein Algorythmus der nur noch auf die beste verwertung von gelisteten Ergebnissen basiert, stellt heute niemanden mehr zufrieden.
User Expirience ist das Schlüsselwort.
Je mehr ich heute über die Gewohnheiten von Benutzern weiss, desto besser kann ich meine Suchergebnisse darauf abstimmen. In der Zukunft vielleicht nicht nur global sondern ohne das das jemand mitbekommt, maßgeschneidert auf die Person, welche sucht.
Ich denke das Google bewusst ist, das Google nicht “unantastbar” ist. Bing ist ebenfalls eine sehr innovative und gut funktionierende Suchmaschine. Sollte diese also einen Mehrwert bieten, werden Benutzer abwandern, auch wenn hier noch einiges zu leisten ist, denn “googlen” bekommt man nicht einfach so aus dem Kopf der Menschen. Möglich ist dies aber.
Knackpunkt Technik
Ein Abrutschen von der Monopolplatzierung ist also nur möglich, wenn es als Nachteil gilt mit Google zu suchen, weil die Technik bei einer anderen Suchmaschine fortgeschrittener ist.
Bing als Vergleich
Bing hat sehr gut vorgelegt oder nachgelegt, je nach Betrachtungswinkel. Die Videosuche ist spitze, auch die direkte Vorschau der Videos. Die Bildersuche ist ebenfalls sehr gut gelungen und auch die Websuche liefert gute Ergebnisse. Gewürzt mit Ajax hat die Suchmaschine schon jetzt ein paar Punkte mehr, was die Bedienbarkeit angeht, eingeheimst.
Allerdings liegt der Knackpunkt halt nicht in Ajax, Vorschaufunktionen oder ähnlichem, denn auch das lässt sich bei Google nachrüsten.
Nutzergewohnheiten und Daten, das wird gesammelt, das ist die Macht im Sektor Suchmaschinen und Suchmaschinenmarketing. Microsoft hat hier sehr viele Daten zur Verfügung, Google legt mit OS Programmen nach um ebenfalls an diese Gewohnheitsdaten zu kommen.
Die Macht des Monopols hat folglich der, welcher über die meisten Gewohnheitsdaten der Benutzer verfügt.
Google hat einen weiteren Nachteil, den es auszumerzen gilt: Addwords-Blindheit. Gerade versierte und junge Nutzer haben schon eine art Blindheit gegenüber der Adds entwickelt, also muss hier andere Wege gegangen werden und diese kann man nur beschreiten, wenn man über die schon zig mal erwähnten Nutzerdaten verfügt.
Das ist ein bisschen so, als entwickelt man für einen Kunden eine Nutzerführung auf der Website. Je mehr Daten von Heatmaps, Ausstiegsseiten und dem Verlauf von aufgerufen Seiten man hat, desto leichter fällt einem das ganze. Ohne diese Daten wäre das nicht machbar. Man übertrage diese Dimensionen auf Google und dann weiß man genau, was mit den vielen kleinen Geschenken erreicht werden will.
Ein wesentlicher Teil, das ist meine Meinung, der open Source Geschenke, besteht auch in der Akzeptanz. Google hatte um 2005 doch einen massiven Gegenwind aus der Blogger und Nachrichtenszene, wo alle Welt geschrien hat: “Vorsicht Google macht euch zum gläsernen Surfer”. Was also machen, natürlich PR, wie das auch alle anderen Unternehmen machen würden. Wenn ich jemandem Funktion biete und das zum Nulltarif, dann wird er wohl weniger solchen Meldungen folgen.
Es wäre allerdings fair, wenn Google oder die Webmaster also die Nutzniesser der Einnahmen, hier für Ausgleich sorgen würde: Google bannt Anzeigenkunden tausende Geschädigte der Abmahnindustrie würden sich freuen!