Bark.ly will Twitter ans Leder – mit 500 Zeichen (Update)

Update, 2.4.: Ihr habt’s natürlich gemerkt: Die Geschichte ist ein Aprilscherz. Trotzdem: Der eine oder andere kann so einem Dienst vielleicht etwas abgewinnen. Mag jemand Bark.ly ins Leben rufen? :)

Genug gezwitschert, jetzt wird gebellt: In den USA startete heute der Twitter-Kontrahent Bark.ly, der Twitters 140-Zeichen-Wahn sprengen will: Auf Bark.ly können sich die Nutzer mit Meldungen an die Community frei austoben: Ein Bark muss mindestens 500 Zeichen lang sein. Gründer Joshua Meyers sieht seinen Dienst bereits als Nachfolger von Weblogs – mit dem Komfort von Twitter.

Auf den ersten Blick wirkt Bark.ly nicht viel anders als Twitter. Per Mausklick auf einen “Stalk”-Button kann man interessanten Barkern folgen, beziehungsweise sie, wie es bei Bark.ly heißt, stalken. Ein mehrzeiliges Formularfeld unter dem Slogan “Don’t be modest!” (“Sei nicht bescheiden”) lädt zum “Barken” ein, dem Verfassen der Status-Meldungen, die nicht kürzer als 500 Zeichen sein dürfen, meldet das US-Branchenblog Techcrunch.

Bark.ly

“Die Menschen von den Grunzlauten befreien”

Die Seite befindet sich noch in der Private-Beta-Phase und soll laut Meyers am 1. Juli des Jahres für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Einige hundert Beta-Tester sind allerdings schon jetzt auf der Makroblog-Plattform unterwegs und posaunen kräftig drauflos. Spitzenreiter der integrierten Bark.ly-Charts ist derzeit ein gewisser Charles.Bark.ly.75, der 526 Leute stalkt und selbst 328 Stalker hat. Erst auf den zweiten Blick entpuppt sich Charles als offizieller Corporate-Bark von Gründer Joshua Meyers, in dem er seine Beta-Tester bei Laune hält:

“It is a great day today, is it not? –> You may have noticed my non-usage of abbreviations such as “it’s”. One of Bark.ly’s attempts is to end the fast and incoherent way people nowadays speak. No more acronyms as well: Bark.ly aims to stop people from grunting and to give them back their natural ability to speak. There are no limits: You can write as much as you like within a single Bark as long as it is not less than 500 characters. Make good use of it. Let’s enjoy the power of sophisticated language together!”

500 oder 500.000 Zeichen – alles ist erlaubt

Die Reaktion der Bark.ly-Tester auf die Plattform ist überwiegend positiv. In den Barks auf dem Public Dashboard finden sich neben gewöhnlichen Status-Meldungen auch einige Kurzgeschichten, Gedichte und philosophische Interpretationen der neoliberalistischen Vier-Klassen-Gesellschaft. Barker Android65 hat sogar einen ganzen Roman dort veröffentlicht. Die Länge der Barks variiert stark. Man muss ein bisschen scrollen, um ans Ende der ersten zehn Barks zu kommen. Es gibt aber auch kritische Stimmen, wie die von Nutzer __CarlLeidoscope__:

“What the Fuck!!! I have to write so much, I can’t even use acronyms like WTF anymore. Now what am I supposed to fill the remaining 300 characters with? With what I’m doing right now? You don’t even wanna know! It’s writing, got it?! People who read this must be the greatest losers in the entire universe. Go back to Twitter or finally get a life! Just don’t waste your time using another useless service like Bark.ly. Hell! I still got 100 more characters to fill before I can even send this shit out. Okay, then let me repeat again: You all suck, each and every mutherlastf*ing one of you!”

“Das Beste aus Blogs und Twitter kombiniert”

Meyers will mit dem Dienst nichts weniger als Blogs und Twitter revolutionieren und Nutzer aus beiden Lagern auf Bark.ly locken: “Blogs bieten allen Raum für Nutzer, sich auszutoben, aber sie sind zu schlecht vernetzt. Twitter bietet die beste Vernetzung, aber die Nutzer sind auf 140 lausige Zeichen eingeengt. Bark.ly kombiniert die Vorteile aus beidem.”

Ob und wann eine deutsche Version folgen soll, ist noch ungewiss. Bark.ly soll nach erfolgreicher Testphase der Weltöffentlichkeit zunächst auf Englisch vorgestellt werden. Später sollen Lokalisierungen auf Französisch, Altgriechisch und Urdu folgen. Die Seite macht bei unserem einen freundlichen und sauber programmierten Eindruck. Twitter, zieh dich warm an!

10 Gedanken zu „Bark.ly will Twitter ans Leder – mit 500 Zeichen (Update)“

  1. Also ich sehe den Sinn von barkly nicht:

    Für lange Beiträge habe ich meinen Blog. Hier kann ich so lang und so kurz schreiben wie ich will. identi.ca ist mein Microblog – gerade für die kurzen schnellen Beiträge, die meistens in meinem richtigen Blog nicht zur Sprache kommen. In meinem richtigen Blog werden die letzten fünf identicans per rss Feed als Express-Artikel eingebunden.

    Schreibe ich einen langen Beitrag in meinem richtigen Blog, so wird es auch für eine Schlagzeile bei identi.ca reichen. Durch das Posten bei identi.ca lesen die Nachricht auch meine twitter Leser. Die jenigen, denen die Schlagzeile interessiert, werden meinen Beitrag auch in meinem richtigen Blog lesen und ggf. kommentieren.

    Durch deinen identican [1] bin ich auch auf deinen neuen Beitrag aufmerksam geworden und habe auch deinen richtigen Blog Beitrag gelesen. Weshalb würdest du also bark.ly benutzen?

    Für mich ist sowohl twitter als auch identi.ca ein persönlicher Newsticker. Möchte mir der Autor weitere Informationen mitteilen, so findet man meistens auch einen Link.

    Weshalb sollte man also einen Beitrag von mindestens 500 Zeichen schreiben? Dadurch wird die ticker Funktion meiner Meinung nach nur unbrauchbar, da die Beiträge hierfür zu lang sind.

    Aus diesem Grund sehe ich den folgenden Satz anders:

    “Blogs bieten allen Raum für Nutzer, sich auszutoben, aber sie sind zu schlecht vernetzt. Twitter bietet die beste Vernetzung, aber die Nutzer sind auf 140 lausige Zeichen eingeengt. Bark.ly kombiniert die Vorteile aus beidem.”

    Sowohl identi.ca als auch twitter vernetzen die Blogs mit einander.

    [1]: http://identi.ca/notice/3142699

  2. Das wäre allerdings auch eine Möglichkeit. Das ist ja auch nur ein Aprilscherz. Die URL geht nämlich nicht.

    Macht keinen Spaß heute den identicans zu folgen. Der erste April ist blöd.

  3. Ich finde den Dienst schon ausgesprochen sinnvoll. Ein Blog lohnt sich nur wenn man auch häufiger mal was schreibt. Aber das hier kann man auch als Gelegenheits-Schreiber machen

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