Pennergame soll den Weltmarkt erobern – warum nur?

Manchmal muss man sich fragen, mit welch durchlöcherten Gießkannen Investoren eigentlich ihr Geld ausschütten. Ohne es darauf anzulegen, ist unser Spiele-Tester Rob Bubble meistens von Online-Games angetan, die wenig Tamtam um die eigene Sache machen. Aber ausgerechnet die Spiele, die Werbung im Fernsehen schalten oder wegen ihres Marketing-Geschicks für Furore sorgen, gehören regelmäßig zu den schlechtesten, die Rob testen muss. Das gilt auch für das vermeintlich sozialkritische Pennergame, das jetzt auch eingeenglischt wurde und damit den Weltmarkt erobern soll.

DossergameDas “Dossergame” soll die Welt erobern

Kein Sound, kaum Grafik und leider auch wenig Spielspaß – Ende Januar erhielt das hauptsächlich textbasierte Pennergame in unserem Spieletest mit Wohlwollen noch 2 von 5 Punkten. Dennoch erfährt das Spiel einen Riesenhype, ist laut comScore die drittschnell wachsende Website Deutschlands, gleich hinter Facebook, und schafft 1,5 Milliarden Seitenaufrufe im Monat.

Jetzt wird aus dem Pennergame das Dossergame: Die beiden Entwickler Marius Follert und Niels Wildung haben eine englische Version gestartet und wollen ihr Spiel damit auf dem Weltmarkt bekannt machen.

Der Erfolg liegt ganz sicher nicht am Spielspaß

Techcrunch-Autor Jason Kincaid kann den Hype um das Spiel aber ebenso wenig nachvollziehen wie Rob. Er sieht darin eine mehr oder weniger originelle Kopie von Mob Wars und iMob und vermutet den Erfolg eher in seiner sozialen Komponente als im Spielspaß.

Aufgabe beim Pennergame ist es, aus einem Bettler einen Millionär zu machen. Dazu startet man mit kleinen Jobs wie Pfandflaschen sammeln, muss sein Revier verteidigen und gerät in Gangfights mit anderen Spielern. Klingt gut, der Spielspaß ist aber schnell aufgebraucht, findet Rob Bubble.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Wir gönnen (fast) jedem Start-up seinen Erfolg und freuen uns ganz besonders, wenn ein deutsches Projekt einmal den umgekehrten Weg über den Großen Teich schafft. Nur warum kann das nicht auch mal Start-ups mit wirklich originellen Ideen gelingen, oder den wirklich guten Games? Schade, dass zu viele Investoren offenbar immer noch auf Hypes hereinfallen und nur den kurzfristigen Erfolg wollen.

10 Gedanken zu „Pennergame soll den Weltmarkt erobern – warum nur?“

  1. In Anbetracht, dass man das Wort “geschmacklos” mittlerweile in jedem medialen Sinne fast inflationär benutzt, gehe ich dieses Mal auch soweit, dieses Game als solches zu bezeichnen. Und selbst wenn sich das folgende seltsam anhört: ich sehe da noch mehr moralische Stolpersteine als bei der gesamten GTA-Reihe.

    Ich bin gespannt, wann das erste offensichtlich rassistische Spiel auf den Markt kommt, dessen Existenz man mit Spielspaß begründen möchte. Und ich bin außerdem gespannt, wieviele Blogger auf dieses Spiel nicht reagieren werden, während sie auf markaberen werbekampagnen rumhacken.

    danke für deinen guten beitrag und den anstoß.

  2. Hab das auch mal ne Zeitlang gespielt. Ein paar Minuten bis Stunden macht das Spaß- und dann? Dann ist nichts mehr. Für eine Freizeit-Spielerei von ein paar Nerd sicher ne nette Idee, aber es hat einfach zu wenig Konzept um wirklich als Spiel ernstgenommen zu werden.

  3. Wenn man das Spiel nicht über mehrere Wochen ausgiebig getestet hat, soll man mal schön die Klappe halten. Wenn das 1,5 Millionen spielen, sind das sicher nicht alles irgendwelche Nerds/PC-Freaks…Ok, es gibt keine besonders tollen Funktionen in dem Spiel, aber die Beschreibungen und Objekte, Haustiere etc. sund witig gemacht und m.E. nicht diskriminierend oder ähnliches. Die meisten Spieler, die ich kenne, können sich jetzt besser in die Penner hineinversetzen als zuvor und haben Mitleid mit ihnen. So kommt es auch, dass viele eine Ehrenmitgliedschaft erwerben und das dafür bezahlte Geld an Hamburger Organisationen, die Obdachlosen helfen, geht.
    Also: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!

  4. Ich hab es viele Wochen ausgiebig gespielt. Und ja, natürlich hat es seine gut gemachten Seiten.

    Was ich damit sagen wollte war doch nur, dass es für ein Hobbyprojekt von ein paar Nerds (die es programmiert haben, nicht die es spielen) sicher eine nette Sache ist, es meiner Meinung nach aber für ein echtes Start-Up nicht taugt weil es dafür zu wenig Konzept hat.

    Und: Wer nicht freundlich sein kann, einfach mal die Fresse halten!

  5. Nur weil es ihr 3 min gespielt habt und euch es nicht gefällt sagt ihr es ist blöd
    Ich stimme AdalbertBast (Freddy) zu.

  6. So, wie AdalbertBast (Freddy) seine Äußerung formuliert hat, kann man ihm gar nicht zustimmen.
    Er sollte bitte erst einmal überlegen, wie man sich vernünftig artikuliert, bevor er hier überhaupt den Mund aufmacht.
    Und das mit der Spendensache an diese Hilfsorganisation halte ich auch nur für ein Mittel zum Zweck, um den Kritikern wenigstens ein Argument zur Rechtfertigung des Spiels vorlegen zu können (im menschenrechtlichen Sinne, da es ja aus dieser Richtung Kritik gab).
    Was aber in meinen Augen überhaupt nicht notwendig ist.
    Das Spiel ist menschenrechtlich vertretbar, da gibt es meiner Meinung nach gar nichts dran zu rütteln.
    Das nur dazu.
    Nun zum Eigentlichen.
    Pennergame ist in der Tat nicht sehr aufwändig gestaltet und der Inhalt sicherlich ausbaufähig, aber das macht das Spiel nicht schlecht.
    Für ein Aufbauspiel dieser Art ist eine gute Grafik gar nicht vonnöten, wie zb bei Managerspielen auch (Augenkrebs sollte man beim Spielen nicht kriegen, das ist klar, aber eine Grafik wie die des Pennergames ist völlig ok).
    Und ich kann ehrlich nicht sagen, wieso, aber das Spiel fesselt ungemein.
    Einmal angefangen, will man nicht mehr aufhören.
    Warum das so ist und wo genau der Spaß beim Spiel liegt, kann ich nicht benennen.
    Aber das mit dem Spielspaß ist ja sowieso so eine Sache.
    Oder kann mir mal einer sagen, was genau an einem Shooter Spaß macht?
    Gegner töten?
    Sollte dem so sein, täten die Politiker gar nicht so verkehrt daran, sie tatsächlich endgültig zu verbieten, denn Menschen töten ist definitiv nicht witzig.
    Genausowenig wie das Leben auf der Straße.
    Das nur noch mal zu der Sache mit dem Spielspaß, bei dessen genauer Formulierung man ja immer relativ zurückhaltend argumentiert…

  7. ich spiele jetzt seid einigen Monaten pennergame und ich kann nur sagen das es das schlechteste spiel ist was ich je gepielt habe
    die entwickler kümmern sich mehr um das marketing als um das spiel
    viele änderungen werden versprochen und es passiert nix
    man hat kaum ne chance nach oben im highscore zu kommen
    es treten mehr fehler auf als bei anderen browsergames
    die meisen spieler haben 2-10 profile also kann keiner behaupten das 1,5 mio menschen das spiel spielen
    aber trotzdem spiele ich täglich^^
    das liegt mehr daran das ich ein paar rl freunde hab die mitspielen

    pennergame ist so einfach und unkomplex das jeder sich da schnell reinfuchsen kann
    bei den meisen browsergames verliert man schnell den überblick aber bei pennergame nicht darum zocken es sogar leute die sonst keine browsergames zocken

  8. Hallo Leute,

    also ich muss AdalbertBast zustimmen, vielleicht nicht unbedingt salonfähig formuliert aber trifft den Kern. Es werden Obdachlose unterstützt und die Problematik gelangt mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Ist ja nun nicht gerade ein “in”-Thema. Und so ganz am Rande, ich bin in einem Obdachlosenprojekt tätig, glaubt es oder nicht und kenne das Spiel von dort. Da spielen es nämlich auch einige. (wir haben dort internetfähige Rechner)

    Und politisch korrekt nervt, einfach mal entspannen und nicht immer gleich auf alles raufhauen!

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