Gtn Mrgn! Schn Sie hr z bgrßn! Wr nt vl ls gstrn Ncht, dswgn mssn wr fr nsre Gtn-Mrgn-Mldng üb s’n Tma schrbn – – rdzrt uf wng ls140 Zchn! *

Manchmal fragt man sich doch, warum um alles in der Welt die Twitter-Erfinder die Länge einer Meldung auf 140 Zeichen begrenzt haben. Nicht, dass das sonderlich viel weniger wären als die 160 Zeichen einer SMS. Ich mag aber trotzdem nicht so recht glauben, dass beides ein weniger durchschlagender Erfolg geworden wäre, wenn man 300 oder 350 Zeichen zur Verfügung hätte. Technisch lösbar dürfte das auch schon zu Zeiten der Erfindung beider Dienste gewesen sein. Wer also die Zurückentwicklung der Sprache hin zu den Grunzlauten beklagt, der sollte nicht vergessen, dass man uns dazu gezwungen hat!

Warum es hier aber eigentlich geht: Es gibt einen neuen Dienst namens 140it.com, der kurze Meldungen noch weiter verkürzt, so dass 140 Zeichen daraus werden, die man bequem twittern kann. Das funktioniert leider nur auf Englisch. Aber es funktioniert. 140it macht aus einem von mir ausgedachten (und, ja, langweiligen und von Anglisten hinsichtlich Grammatik und Stil vermutlich beanstandeten) Kurztext mit 162 Zeichen…

Yesterday when I walked along my street, I saw an old man feeding pigeons with breadcrumbs and – you know what! – pieces of tuna fish pizza. Can you believe that?

… folgende Abkürzung (exakt 140 Zeichen):

Yesterday whn I wlkd lng my st, I saw an old man fdng pgns with breadcrumbs & – u kno what! – pieces of tuna fish pizza. Can u believe that?

Im Härtetest versagt das Tool leider auch. Voilà: Der gleiche Text noch erheblich verlängert (305 Zeichen):

Yesterday when I walked along my street, I saw an old man feeding pigeons with breadcrumbs and – you know what! – pieces of tuna fish pizza. I went straight to him and told him to stop it. Told him he cannot waste my favourite kind of pizza to some stupid birds and that he should rather share it with me.

140it kürzt das immerhin auf 231 Zeichen, aber das passt dann leider auch nicht mehr in eine Twitter-Meldung:

Ystrdy whn I wlkd lng my st, I saw an old man fdng pgns wth brdcrmbs & – u kno wht! – pcs of tn fsh pzz. I wnt str8 2 him & tld him 2 stp it. Told him he can’t wst my fvrt knd of pzz 2 sm stpd brds & tht he shld rthr shr it wth me.

Der Mensch schlägt also mal wieder die Technik. Der Satz zu Beginn dieser Meldung lautet übrigens in der Langversion – aber ich wette, das haben Sie problemlos selbst erkannt:

* Guten Morgen! Schön Sie hier zü begrüßen! War nicht viel los gestern Nacht, deswegen müssen wir für unsere Guten-Morgen-Meldung über so’n Thema schreiben – reduziert auf weniger als 140 Zeichen!

Und die Moral von der Geschicht? Höchste Zeit, dass das Tool auch einer auf Deutsch erfindet …


 
 
 

2 Kommentare zu “2.0: 140it – Sätze auf 140 Zeichen schrumpfen lassen”

  1. 140it: Texte auf Tweet-Länge stutzen | TechBanger.de - 28. Januar 2009 um 05:21

    [...] und gut, das war es auch schon, mehr bietet das Tool nicht. Nicht so spannend? Das könnte man über Twitter selbst ebenfalls [...]

  2. Andreas Beer - 6. Februar 2009 um 14:14

    “Technisch lösbar dürfte das auch schon zu Zeiten der Erfindung beider Dienste gewesen sein.”

    Hmm, da scheint jemand die Entstehungsgeschichte der SMS nicht zu kennen.

    Wie man bei Wikipedia nachlesen kann, waren hier in einem Telefonverbindungsprotokoll noch Freiräume übrig, in die man mit entsprechender Kodierung 160 Zeichen unterbringen konnte. Und bevor man die Milliardenfach verschwendet indem man sie leerlässt wenn gerade nix an Verbindungsdaten anfällt, hat man sich halt gedacht, man könnte den Raum nutzen. Das war nie als eigenständiger Dienst geplant, ansonsten gäbe es technisch natürlich keinerlei Beschränkung in der Länge, aber man müßte halt ein getrenntes Protokoll entwickelt haben.

    Erfolg vorrauszusagen ist immer extrem schwierig, da es von zu vielen Faktoren abhängt. Wer hätte gedacht, dass 64 Zeichen von StudiVZ-Gruppennamen eine solche Eigendynamik entwickeln würden? Wahrscheinlich genausoviele, wie den Erfolg der SMS vorhersehen konnte: Niemand. Dass Twitter die daraus entstandenen Gewohnheiten nutzt, ist nicht dumm, allerdings sollten sie URLs und direkte anreden wie “@freshzweinull” von der Zeichen-Zählung ausnehmen, dann wären viele glücklicher :)

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