SPIEGEL auf dem iPhone teurer als auf Papier

Wer den SPIEGEL auf dem iPhone lesen möchte, sollte sich das nochmal überlegen. Während das Heft am Kiosk für 3,80 Euro zu haben ist, kostet der Download für’s iPhone 3,99 Euro. Der Spiegel-Verlag begründet das mit den gestaffelten Preisen im App Store.

Wenn man überlegt, dass Papierproduktion, Druck und Auslieferung wegfallen, ist das Angebot geradezu unverschämt. Da hilft auch die Tatsache nicht mehr, das “Heft” schon am Sonntag lesen zu können. Außerdem kann man darin keinen Fisch mehr einwickeln. Wenn das die Bezahlmodelle sind, die den Journalismus in die Zukunft retten sollen, dann gute Nacht.

[via iFUN]

10 Gedanken zu „SPIEGEL auf dem iPhone teurer als auf Papier“

  1. Im Prinzip gebe ich Dir recht, aber bitte denke nicht nur in schwarz/weiss. Die Kosten der Papierversion werden durch einen sicherlich nicht unerheblichen Teil auch über die im Heft vorhandene Werbung finanziert – und diese wird durch Mehrfachleser multipliziert. Das fällt bei der “E-Version” weg.

  2. Wieso “gute Nacht”? Wenn sich das wirklich als Bezahlmodell durchsetzt (und die Leute es fressen), dann wird’s dem Journalismus in Zukunft wohl besser als zuvor gehen!

  3. @jolly
    Nicht dem Journalismus, sondern Apple. Der Appstore dürfte wohl das Profitabelste für Apple sein. Es kommt Software fürs iPhone rein, ohne dass Apple Entwicklerkosten bezahlen müsste, Apple kann mit den Massen an Software Werbung machen und selbst an Gratissoftware verdienen sie noch über das Developer Programm. Es ist alles andere als klug von den redaktionen, den Appstore als lang ersehnten Jetpack gegen die angeblich einbetonierten Füße zu sehen.
    Der Spiegel hat sicher nicht Unrecht, wenn sie von gestaffelten Preisen reden. Aber wer soll das schon bezahlen wollen? Fürs iPad gerne, aber das iPhone ist dann doch nicht das Gerät, auf dem man gerne stundenlang lesen möchte. Auch wenn ich es für alle anderen Sachen einfach abgöttisch liebe, fürs lesen ist es mir dann doch zu klein. Jedenfalls fürs lesen von Büchern und Zeitschriften, da kommt dann doch bei physischen Medien ein anderes Gefühl auf, Websiten lassen sich ja sehr gut lesen mit dem iPhone.

  4. Womöglich ein Preismodell nach dem Motto “Vielleicht zahlt’s ja jemand”.

    Der bringt mich gerade wirklich ins Grübeln: Was spricht eigentlich dagegen, die Preise für iPad-Version/E-Paper teurer zu machen als die Print-Version? Die Verlage scheinen ja tatsächlich zu hoffen, dass das iPad sie retten wird. Das täte das iPad nicht, wenn man die elektronischen Zeitschriften dort zum halben Preis verramscht. Wenn die Kunden den Komfort bekommen, den aktuellen Spiegel auf ihrem Lieblingsspielzeug zu lesen statt durch Wind und Wetter zum Bahnhofskiosk zu hechten, und wenn die Masse von denen wirklich bereit ist, das zu zahlen, dann: Warum nicht?! :)

  5. Naja, also den Papierspiegel gibt’s auch schon am Sonntag, zumindest in meinem Bahnhofsbuchhandel.
    Und der Preis ist natürlich nicht gerechtfertigt, selbst wenn die Werbung fehlt (was ja nicht mal so bleiben muss). Es verdient ja auch kein Einzelhändler mit (und auch Apple nicht, soweit es innerhalb der Applikation passiert). Warum also sollten da mehr Kosten entstehen? Und immerhin begründen alle Presseerzeugnisse ihre Preisteigerungen der letzten Monate mit Kosten, die digital so gar nicht entstehen. Sollte man da nicht die Ersparnis an die Kunden weitergeben?

  6. Den SPIEGEL auf dem iPhone gibt es bereits Samstag um 22 Uhr. Der Preis von 3,99 Euro gilt nur für den Einzelkauf – für mich als Studi-Abonnenten ist es deutlich günstiger. Der iPhone-SPIEGEL enthält keine Werbung. Ich kann den digitalen SPIEGEL super übersichtlich auf dem Handy (1 SPIEGEL ca. 5 MB) archivieren.

    Fazit: Sobald ich mein iPad in Händen halte, werde ich den Print-SPIEGEL abbestellen und komplett auf digital umstellen.

  7. Überlege die ganze Zeit, ob ich diesem Post ein Update verpassen sollte, aber ich glaube, Kommentar reicht. Ob der Spiegel auf dem iPhone mehr oder weniger wert ist als auf Papier, ist ganz bestimmt Ansichtssache. Viele werden ihn auf dem iPhone als höherwertig empfinden, weil sie ihn samstags lesen können und mit ihrem Handy automatisch dabei haben. Sollte mich mal dringend ein Spiegel-Artikel interessieren, könnte ich ihn mir auf diese Weise tatsächlich äußerst einfach beschaffen, egal wo ich gerade bin. Hinzu kommt die Werbefreiheit (aber wie lange noch?). Die Minuspunkte: Ich kann das Heft nicht ohne Gerät lesen lesen. Nicht in der Badewanne, nicht im Flugzeug, nicht wenn mein Akku leer ist. Ich kann es nicht verleihen, ohne mein Handy aus der Hand zu geben. Und wenn ich den Spiegel *wirklich* lesen will, so von vorne bis hinten, behaupte ich mal, dass er sich auf Papier weiterhin ansprechender und bequemer lesen lässt als auf einen iPad (iPhone schonmal sowieso).

    Die Frage ist also, was wir als höherwertiger empfinden. Wer (wie ich) den Papierspiegel vorziehen würde, fände es seltsam, dass das Heft per App teurer sein soll.

  8. @Brunnenkind, ein Student der sich ein Ipad leisten kann, sollte sich, wie du schon selber deutest, nicht über 10 Cent aufregen :)

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