Piratenpartei protestiert sich in Wahlzentrale: Interesse an Xing neuerdings erstaunlich groß

Xing hat gestern eine Plattform zur Bundestagswahl vorgestellt, auf der sich die Parteien zur Wahl in eigenen Gruppen vorstellen können. Weil die neu gegründete Piratenpartei nicht dabei sein sollte, protestierten ihre Anhänger, bis Xing am Abend einlenkte.

Piraten dürfen rein

Der Widerstand der Piraten formte sich schnell, und er formte sich massiv. Der Blogbeitrag, mit dem Xings Team Leader Community, Silke Schippmann, die Plattform ankündigte, wurde mit Kommentaren der Piraten regelrecht bombadiert.

Am Abend kündigte Schippmann dann in einem Update an: eine Ausnahme für die Piratenpartei sei sinnnvoll. Man wolle ihnen das gleiche Angebot unterbreiten wie den anderen Parteien und ihnen Platz im Xing-Wahlcenter einräumen. Noch ist die Piratenpartei dort nicht vertreten; das wird sich aber vermutlich im Laufe des Tages ändern:

Xing Wahl

Seit wann ist Xing wieder gefragt?

Dass Xing eingelenkt hat, halte ich auch in ihrem eigenen Interesse für sehr sinnvoll. Alles andere hätte dem Business-Netzwerk nur negative Schlagzeilen beschert. Was mich an der Geschichte aber tatsächlich ein wenig überrascht, ist, wie stark das Interesse an Xing und einer Wahlzentrale des Netzwerks ist. Seit wann interessiert sich jemand dafür, was auf Xing los ist? Angesichts inzwischen 8 Millionen Mitgliedern und immer neuer Features offenbar immer mehr Menschen. Lange schien Xing im Dornröschenschlaf zu liegen, aber nun ist das Netzwerk ganz augenscheinlich wieder hip – zumindest in Deutschland.

In den einzelnen Gruppen der Wahlzentrale kann man sich über die Parteien informieren und diskutieren, und das scheint vielen Menschen sehr wichtig zu sein. Der Online-Wahlkampf ist also mittlerweile auch hier angekommen, wenn auch in weit abgeschwächter Form als in den USA.