Apple warnt Verlage vor App Store

Apple warnt Verlage vor App Store – anders kann man das nicht mehr nennen. Was ist passiert? Steve Jobs hatte angekündigt, Apps von einzelnen Radio-Sendern aus dem Store zu werfen. Sie seien “überflüssig wie ein Furz”. Tatsächlich mag es sein, dass eine solche Radio-App eher ein Marketing-Gag ist, der nur wenige Anwender interessiert, weil man die Radio-Streams über allerlei andere Wege empfangen kann. Trotzdem zeigt das nochmal deutlich, worauf sich Publisher einlassen, wenn sie auf den App Store setzen.

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Natürlich werden die Radio-Apps nicht nur gekickt, weil sich His Stevesness an ihrer Flatulenzmäßigkeit stört, sondern weil sie Konkurrenz zu iTunes machen, wo man all die Musik für Dollar das Stück runterladen kann, die in den Radios umsonst gespielt werden. Radio hat sich mit dem Internet grundlegend geändert. Dem deutschen Dudelfunk stehen zahllose internationale Webradios gegenüber, die oft nur eine handvoll Hörer haben. Wer kein ständiges Programm sendet, schaltet noch einen Gang runter und podcastet – und Schnipselbeiträge lassen sich prima via Blog und iTunes verbreiten.

Noch funktioniert der Zeitungsmarkt trotz der Blogosphäre völlig anders. Noch versuchen die Verlage, mit ihrem Content via App Store Geld zu verdienen, wobei Steve Jobs mitkassiert. Aber auch hier ist das freie, unregulierte Internet nur einen Klick (oder Tap) entfernt. Was passiert eigentlich, wenn iBook reüssiert? Was passiert, wenn Steve Jobs es Amazon nachmacht und iBooks für kleine Beiträge öffnet, die von ihrer Länge her mit dem Medium Buch nichts mehr zu tun haben? Was wenn in ein paar Jahren auf dem Markt für “Texte” eine Publikation von Spiegel Online bis Elbe-Jeetzel-Zeitung nichts anderes mehr sind als heute schon eine Radio-App?

4 Gedanken zu „Apple warnt Verlage vor App Store“

  1. Ja, so kann man das sehen! Es wäre alles halb so schlimm, würde Apple nicht den AppStore als einzige Möglichkeit zum Download von Software durchboxen. Wäre der offizielle AppStore von Apple nur die größte und wichtigste Quelle für Apps und nicht die einzig erlaubte, dann wäre das nicht so gefährlich. Ich hätte in gewissem Umfang Verständnis, denn was im eigenen Shop angeboten wird, soll (grundsätzlich jedenfalls) jedes Unternehmen selbst entscheiden.

    Da weiß ich doch, warum ich mich zuletzt wieder für ein Nokia Smartphone entschieden habe.

  2. Ein paar Korrekturen sind schon angebracht:

    Dieser Bann betrifft nur Radio-Apps, die nur eine Station zum Empfangen zu lassen. Radio-Apps, die eine Vielzahl von Radio-Stationen zu lassen sind eben nicht betroffen.

    Für regelmäßige Publikationen führt Apple den Gerüchten zufolge demnächst ein Abomodell ein.

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