Frankreich führt Google-Steuer ein
23. November 2010 - Enno Park

In Frankreich werde ab 2011 immerhin 1% Steuern fällig, wenn Werbung im Netz geschaltet wird. Salopp wird die neue Sonderabgabe “Google”-Steuer genannt und Gerechtigkeit auf dem Werbemarkt herstellen. Der französische Fiskus rechnet mit 10 bis 20 Millionen Euro zusätzlichen Einnahmen. Bezahlen muss, wer Werbung schaltet, nicht wer die Einnahmen erhält.
Da Steuern nicht von ausländischen Unternehmen ohne Sitz im Inland eingetrieben werden können, griff man zum Kniff der Sonderabgabe: Derjenige, der die Werbung schaltet, muss bezahlen. Auf diese Weise können französische Finanzämter auch gleich Steuersünder ausfindig machen: Wann immer eine Online-Anzeige darauf hinweist, dass sie von einem französischen Unternehmen geschaltet wurde, solltest dieses besser auch gezahlt haben oder belegen können, dass sie nicht von ihnen stammt. Wer also seiner Konkurrenz in Frankreich den Steuerprüfer ins Haus schicken möchte, könnte auch auf die Idee kommen, dort viele Adsense-Anzeigen zu schalten. ;)
Die Rechtfertigung für die Sonderabgabe ist, dass in Frankreich zum Beispiel auf Fernsehwerbung Steuern zu zahlen sind, auf Online-Werbung bisher aber nicht. Sarkozy gab aber offen zu, dass er sich ärgert, dass so viel Geld in die USA zu Google abfließt . Im Online-Werbemarkt ist Google Quasi-Monopolist. Das Gesetz muss noch durch den Vermittlungsausschuss der beiden französischen Parlamentskammern, was aber keine besondere Hürde mehr darstellt.
[via Futurezone]