05. November 2009 - Jürgen Vielmeier

Bloggen von unterwegs ist mit einem geeigneten Smartphone eigentlich kein Problem mehr – aber macht es auch Spaß? Das versuchen wir mit geeigneten Smartphones in einer losen Serie herauszufinden. Schon bei Teil 1 – Mobile Web im Zug – zeigt sich: Lang werden die Texte dieser Serie wohl nicht.
Teil 1 dieses Tests mit einem iPhone 3GS in der Bahn von Köln nach Bonn. Schon zu Beginn des Textes stellt sich heraus, dass man sich hier jedes Wort sorgsamer wählt als auf dem Laptop. Das Schreiben mit einer Hand auf der eingeblendeten Tastatur dauert etwa fünfmal so lange wie am Rechner. Um mich herum kreischen Jugendliche in ihr Handy, gucken Geschäftsleute starr vor sich hin. Während dessen versuche ich mit dem iPhone meine neuesten Tweets und Mails abzurufen, was mir mangels flächendeckender Verbindung nur an den Haltestellen gelingt.
Erst als mir einfällt, dass ich gleichzeitig Musik hören kann, werde ich melancholisch: Woran die Menschen wohl denken, die neben, vor oder hinter mir sitzen. Der etwa gleichaltrige Typ neben mir, studiert die buchdicke Gebrauchsanweisung eines Yamaha-CD-Players. Wäre wohl zu indiskret ihn zu fragen, was er damit vorhat. Dann wüsste er ja, dass ich die ganze Zeit zu ihm rüber starre.
Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten, viel mehr Text schaffe ich in dieser Zeit nicht. Zeit all den fremden Menschen Lebewohl zu sagen, mit denen ich wohl nie reden werde. Das iPhone zumindest besteht den Mobile-Web-Test – für Notfälle eignet es sich in der Tat. Für mehr aber auch nicht. Verfasst eure Romane lieber am Laptop oder Desktop!
Ich blogge hier und da unterwegs mit dem iphone, aber glücklicherweise allenfalls Zweizeiler mit Foto, was Dank einer App ja auch prima und praktisch ist. Für längere Beiträge könnte ich mir Audioblogging vorstellen, aber ich glaube, das ist bei Zugfahrten auch nur subotimal…obwohl, wenn man die Bilder der blödglotzenden Abteilgenossen mitbloggt…