Schade, zumindest im Falle von Microsoft hätte ich gerne geschrieben: “Wir lassen’s gleich ganz bleiben”. Das war die Hoffnung, die die Überschrift “Microsoft will Internet Explorer aufgeben” auf Winfuture.de bei mir geweckt hat. Aber leider denkt Microsoft gar nicht daran, das Browser-Business aufzugeben, sondern bastelt einem Bericht zufolge lediglich an einem verbesserten Nachfolger. eBay hingegen will beim Verkauf von Neuware tatsächlich die Waffen strecken.

Version 8, die in diesem Jahr erscheint, soll die letzte Version des Webbrowsers “Internet Explorer” werden. Microsofts verbesserter Nachfolger wird voraussichtlich “Gazelle” heißen und soll Plugins in einem Sandkasten-System laufen lassen, was die Ausbreitung möglicher Viren und Schädlinge verhindern und den Browser damit sicherer machen soll. Dass Microsoft die Gazelle im Innenleben mit einer neuen Webengine ausstattet, vielleicht sogar mit “Webkit”, das in Apple Safari und Google Chrome zum Einsatz kommt, bestätigte der Bericht aber nicht. So oder so eine traumhafte Meldung für alle Webdesigner: Endlich Schluss mit Workarounds für diesen hässlichen und stümperhaft programmierten Browser. Nie wieder Internet Explorer!

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eBay-Startseite: Was erinnert hier noch an Web-Auktion, 3-2-1-meins oder einen Marktplatz für Gebrauchtware?

eBay will sich auf die alten Werte besinnen – keine schlechte Idee

Und was ist bloß aus eBay geworden? Als ich vor etwa vier Jahren einen Bericht für eine Bonner Tageszeitung darüber schrieb, war eBay der Star der Weblandschaft, sehr stark in Deutschland und galt dank dem Handelsplatz für Neuware sogar als Jobmotor und Wegbereiter des E-Commerce. Und genau diesen Handelsplatz für Neuware will eBay jetzt aufgeben, wie Konzernchef John Donahoe am Mittwoch bei einem Analystentreffen bekannt gab. eBay sei kein Retailer, andere seien dort stärker, und eBay selbst werde sich wieder auf den Milliardenmarkt der Gebrauchtware fokussieren.

Was hat eBay bloß falsch gemacht? War es die unverhältnismäßige Stärkung der Käufer, die seit einem Jahr keine negativen Bewertungen mehr erhalten dürfen? Der Wegfall des Standard-Käuferschutzes zugunsten des eigenen Zahlungsdienstes PayPal? Oder tatsächlich die nun kritisierte Entwicklung weg von der Auktionsplattform hin zu einem trendigen Marktplatz für Neuware?

So wie bisher konnte eBay jedenfalls nicht weitermachen. Von daher scheint die Besinnung auf die alten Werte genau der richtige Schritt. Denn für eine Handelsplattform von Gebrauchtware, mit der eBay einst groß geworden ist, hat sich noch keine Alternative etabliert. eBay hat nun die Chance, diesen brach liegenden Markt, den John Donahoe auf stolze 500 Milliarden US-Dollar im Jahr taxiert, wieder aufzunehmen. Und sehr viele wären nicht unglücklich darüber.


 
 
 

3 Kommentare zu “Microsoft und eBay: Wir machen’s dann mal anders”

  1. Alex Schestag - 13. März 2009 um 15:47

    Ihr schreibt:

    “So oder so eine traumhafte Meldung für alle Webdesigner: Endlich Schluss mit Workarounds für diesen hässlichen und stümperhaft programmierten Browser. Nie wieder Internet Explorer!”

    Wer’s glaubt, wird selig. Wenn es Microsoft nicht gelingt, mit dem neuen Windows an den Erfolg von Windows 2000 im Business-Bereich anzuknüpfen, wird uns der Internet Explorer noch sehr lange erhalten bleiben, weil viele Firmen noch Windows 2000 einsetzen und darauf kein IE6-Nachfolger läuft. Ich wäre ja dafür, daß diese Firmen alle auf Linux umsteigen, aber es steht zu befürchten, daß das nicht passiert. ;-)

  2. Carsten - 13. März 2009 um 16:52

    Wenn dem so wäre, warum schreiben wir dann heute immer noch Fixes für den IE6 obwohl der IE7 schon so lange auf dem Markt ist?

    Als ich hörte dass sich der IE8 an W3C-Standards halten will bin ich vor Freude erstmal durhc dem Raum getitscht. Aber was solls?!?

    Wir werden noch soviele Jahre Workarounds für die schreiben müssen, die mit alten IEs unterwegs sind, dass die Zeit für Freudensprünge noch lange nicht gekommen ist.

  3. » 5 Fragen an Jürgen Vielmeier (freshzweinull) [UPLOAD Blog] - 16. April 2009 um 20:02

    [...] Microsoft und Ebay: Wir machen’s dann mal anders Wir scannen täglich News und fassen manchmal zwei zusammen, die einfach zueinander passen. Dann berichten wir nur nicht darüber, sondern geben auch unsere Meinung dazu ab und erzählen, was wir davon halten. Damit wollen wir erreichen, dass der Leser die News nicht nur aufnimmt, sondern auch darüber nachdenkt, im besten Fall sogar mit uns darüber diskutiert, weil er genau der gleichen oder einer ganz anderen Meinung ist. [...]

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