15. Januar 2009 - Jürgen Vielmeier
Wer meint, wasimmer Google anpackt, werde zu Gold oder sei zumindest durchdacht und funktional, der sollte jetzt aufmerksam weiterlesen. Just heute hat der Internetriese nämlich gleich sechs Projekte eingestampft, von denen zumindest einige einmal vielversprechend klangen. Prominentestes Opfer dürfte Jaiku sein, eine Art Mischung aus einem Mikroblog-Dienst wie Twitter und einem Freunde-Filter wie FriendFeed. Google hat den Dienst den Erfindern im Oktober 2007 abgekauft, zur geschlossenen Beta erklärt – und dann lauwarm auf der Heizung liegen lassen.
Jaiku-ähnliche Dienste sind heute bereits zahlreich auf dem Markt. Google hat die Entwicklung von Jaiku aber trotz guter Marktchancen nicht vorangetrieben und deswegen jetzt nach langer Zeit den Jaiku-Programmcode zu Open Source erklärt. Programmierer weltweit können den veralteten Blödsinn damit weiter entwickeln. Fraglich, ob das jetzt noch zeitgemäß ist; Google selbst zieht sich von der Verantwortung zurück.
Ebenfalls vorbei ist es mit der Möglichkeit, Videos in die Plattform Google Video hochzuladen – dafür hat man ja YouTube. Weiterhin verschwinden die Notizblockfunktion Google Notebook und die immerhin seit 2001 verfügbare Google Katalogsuche, die wahrscheinlich kaum ein Mensch jemals benutzt hat (Sie etwa?). Und zu guter Letzt trifft es auch die laut Venturebeat etwas hölzerne mobile US-Suchcommunity Dodgeball und den Mashup Editor, die Planung eines Gegenspielers zur den doch recht erfolgreichen Yahoo Pipes.
Ergo: Auch Google ist nicht unfehlbar und produziert manchmal Mist. Dafür gibt uns der Informationsriese einen ebenso einfachen wie philosophischen Neujahrsvorsatz mit auf den Weg: Wenn’s keinen Sinn mehr hat, einfach bleiben lassen!






Klar kann nicht alles was Google anfässt Gold werden. Dennoch finde ich toll, dass die wirklich in alle Richtungen forschen und es einfach mal versuchen :-)