Wer seinen Lehrer benoten will, der geht zu Spickmich. Wer wissen will, wie es anderen Urlauber in dem Hotel gefallen hat, das er zu buchen beabsichtigt, geht zu Opodo. Und für den ganzen anderen Kram unserer schönen, bunten Shoppingwelt gibt es Ciao. Zählt man auch die zahllosen Hot-or-Not-Seiten (inklusive diesem zweifelhaften Angebot) dazu, auf denen …; na Ihr wisst schon, gibt es nichts mehr, dass der internetkundige Verbraucher noch nicht mit seiner schonungslosen Kritik bedacht hätte. Oder etwa doch?

Wahrscheinlich schon. Unsereins kommt mal wieder bloß nicht darauf. Aber aufgeweckt wie der Schwarm nun einmal ist, gibt es immer einen Gründer unter uns, der die weißen Flecken unserer Bewertungslandschaft erkennt und besiedelt. Jüngstes Angebot ist Evaluba, wobei die ersten drei Silben des Namens wohl eine Kurzform von „evaluieren“ darstellen sollen und ein “A” für „Arbeitgeber“ steht.

Hier können also Arbeitgeber für gut oder weniger gut befunden werden. Ob die Seite funktioniert oder nicht? Das hängt im ersten Schritt wie immer an Quanti- und Qualität der Mitglieder – und kann, da Beta, im Moment noch nicht, excuse the pun, beurteilt werden.

Im zweiten Schritt mögen dann, siehe Spickmich, die Gerichte entscheiden.


 
 
 
 

Ein Kommentar zu “2.0: Evaluba – Sternchen verteilen und Arbeitgeber beurteilen”

  1. Björn Schwenzer - 4. Dezember 2008 um 10:38

    Das sind die Momente, die bei einem jungen Start-Up richtig Spaß machen und das Team motivieren: so einen schönen Artikel morgens im Internet zu lesen (inklusive der gelungenen Interpretation des Firmennamens :). Gleichzeitig sind solche Berichte aber auch Ansporn, zu zeigen, dass man wirklich einiges anders machen möchte — und den Worten auch Taten folgen lässt.

    Wir hoffen natürlich nicht, dass die Gerichte sich mit uns beschäftigen müssen. Im Gegensatz zu Spickmich & Co. haben wir uns bewusst dagegen entschieden, in unserem Fall Vorgesetzte namentlich zu bewerten. Generell stehen Qualität und Seriosität bei uns an erster Stelle – deshalb prüfen wir zum Beispiel alle Kommentare manuell, bevor sie online gehen. Enthält ein Kommentar unangemessene Aussagen (und einige Nutzer sind in ihrem Sprachgebrauch da ausgesprochen kreativ ;), bitten wir den Verfasser um Nachbesserung, da wir die Bewertung sonst nicht freigeben. In der Regel sehen die Nutzer das auch ein, denn eine “Wutbewertung” fühlt sich zwar gut an, bringt aber weder dem Mitarbeiter, noch dem Chef, noch EVALUBA etwas.

    Unser Ziel ist es schließlich nicht nur, eine verläßliche Informationsbasis für Arbeitnehmer aufzubauen, sondern auch von den Arbeitgebern positive Resonanz zu erhalten. Wir werden den einen oder anderen Chef nur dann dazu bringen können, über mögliche Defizite im eigenen Unternehmen oder Führungsstil nachzudenken, wenn sie das entsprechende Feedback akzeptieren — und das klappt nur, wenn die Qualität stimmt.

    Klingt nach Drahtseilakt? Ist es auch. :) Aber einer, der Spaß macht und von dem wir glauben, dass er allen Seiten etwas bringt. Wir haben unser Ziel erreicht, wenn Jobsuchende mit unserer Hilfe den Arbeitgeber finden, der wirklich zu ihnen passt. Das erreichen wir dadurch, dass die gut geführten Unternehmen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen, unabhängig von der Größe — und sich die großen Unternehmen nicht länger einfach auf ihrem bekannten Namen ausruhen können, sondern sich für ihre Mitarbeiter und den guten Ruf richtig ins Zeug legen müssen.

    Ab sofort bestimmt eben nicht mehr das Unternehmen allein, wie es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, sondern die Menschen, die wirklich wissen, wovon sie sprechen: nämlich die Mitarbeiter. :)