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E-Sport-Turnier in Stuttgart verboten, Sündenbock gefunden

Wenn die Emotionen überkochen – und das ist in diesem Fall verständlich – werden manchmal Entscheidungen getroffen, die nicht ganz verständlich sind. So hat die Stadt Stuttgart ein für Freitag angesetztes Turnier der Electronic Sports League (ESL) mit dem Hinweis auf das Massaker von Winnenden und Wendlingen abgesagt. Der Veranstalter Turtle Entertainment wollte dort ein Turnier der Liga ausrichten, die eine Art Europaliga für Videospiele ist. Zu den Disziplinen gehören die Spiele Warcraft und Counterstrike, die – je nach Ansicht – zu den Strategiespielen oder den Killerspielen gehören. Ein Verbot wird das Problem aber nicht lösen, und schon gar keine Amokläufe verhindern. Weiterlesen

Online-Foren: Über gefälschte Abschiedsbriefe und die Klowände des Internet

Der Urheber ist gerade sicher mächtig stolz auf sich: Die Ankündigung des Amoklaufs von Winnenden, die der Täter Tim K. am Abend vor der Tat in einem Internetforum veröffentlicht haben soll, ist nicht echt. Irgendein ganz Witziger hat sich eine Ankündigung ausgedacht, ein bisschen mit einem Webtool und einem Bildbearbeitungsprogramm herumgespielt und der Welt eine gefälschte Abschiedsnachricht hinterlassen. Darauf reingefallen ist unter anderem Baden-Württenbergs Innenminister Heribert Rech, der das falsche Bekennerschreiben gestern Mittag auf einer Pressekonferenz vorlas. Weiterlesen

Amoklauf in Winnenden: Ein Hoch auf Twitter und die deutschen Online-Medien?

Wenigstens ein Mediendienst scheint gestern besonnen reagiert zu haben: SchuelerVZ hat das Profil von Tim K., dem Amokschützen von Winnenden und Wendlingen, offenbar umgehend nach Bekanntwerden der Tat gelöscht. Bild.de findet das sichtlich schade. Mediendienste bezeichnen das Hörensagen Drittinformierter nicht ohne Stolz als “Deutschlands ersten Twitterfall”. Bei Twitter selbst brodeln Gerüchte und Falschinformationen, viele Online-Medien aus aller Welt sehen genau darin die Chance, an Exklusivmeldungen aus erster Hand zu kommen. Andere Online-Dienste schicken Sonderkorrespondenten, die im Stau stecken bleiben, und selbsterklärte Pietätsapostel kritisieren das postwendend.

Klickt auf die Links und lest euch das alles durch, wenn ihr mögt. Ich weigere mich, das zu kommentieren. Das ganze ist auch so schon traurig genug.