Schlagwort-Archiv: Online-Medien

Wochenendgezwitscher: Wo bleibt der Aufschrei?

Das Web spricht wieder einmal mit einer Stimme, die Bloggerszene ist sich einig: Netzsperren dürfen nicht sein, auch nicht unter dem Vorwand, Kinderpornografie einzudämmen. Aber was bringt das, wenn in den Parteien davon nichts ankommt? Wenn selbst reichweitenstarke Blogs wie Netzpolitik, Turi2 und Basic Thinking nicht gehört, selbst die Online-Ableger großer Verlage, wie Heise.de und Zeit.de nicht wahrgenommen werden. Es ist, als schreie eine kleine Subkultur hinter einem Lärmschutzwall in einem abgelegenen Kellerloch. Der Online-Journalismus ist trotz allem nach wie vor ein Nischenmedium. Aber wo bleibt der Aufschrei in den Massenmedien?
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Medien erklären quicklebendigen Patrick Swayze für tot

Tag der überbewerteten Gegenrecherche: Gestern Nachmittag las ich auf Twitter zum ersten Mal davon: “Patrick Swayze ist gestorben” meldete ein Twitterer, dem ich folge. Quellenangabe: Fehlanzeige. Ich sah sofort auf verschiedenen deutsch- und englischsprachigen Meta-Newssites nach, fand nichts und schrieb deswegen auch erst einmal nichts darüber. Während einige Medien wie n-tv und Bild.de gleichklingenden Meldungen aufsaßen, stellte sich die Nachricht ziemlich schnell als Ente heraus. Der Schauspieler laboriert zwar nach wie vor an einem schweren Bauchspeicheldrüsenkrebs und hat in Interviews angekündigt, sich mit dem Gedanken an den Tod abgefunden zu haben, ist aber ansonsten quicklebendig.
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Krisenthemen: Wie Online-Journalisten Panik verbreiten

Panikmache: Selbst etablierte Medien neigen dazu, Krisen schlimmer zu reden als sie tatsächlich sind. Das sagte der Krisenforscher Hans Mathias Kepplinger in einem interessanten Interview auf Spiegel Online. Demnach verschlimmern Online-Journalisten den Trend, und manche Institutionen beschwören die Panikmache aus Eigeninteresse sogar noch hinauf. Deutsche bleiben in Sachen Schweinegrippe und Wirtschaftskrise bislang cool – noch.
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Amoklauf in Winnenden: Ein Hoch auf Twitter und die deutschen Online-Medien?

Wenigstens ein Mediendienst scheint gestern besonnen reagiert zu haben: SchuelerVZ hat das Profil von Tim K., dem Amokschützen von Winnenden und Wendlingen, offenbar umgehend nach Bekanntwerden der Tat gelöscht. Bild.de findet das sichtlich schade. Mediendienste bezeichnen das Hörensagen Drittinformierter nicht ohne Stolz als “Deutschlands ersten Twitterfall”. Bei Twitter selbst brodeln Gerüchte und Falschinformationen, viele Online-Medien aus aller Welt sehen genau darin die Chance, an Exklusivmeldungen aus erster Hand zu kommen. Andere Online-Dienste schicken Sonderkorrespondenten, die im Stau stecken bleiben, und selbsterklärte Pietätsapostel kritisieren das postwendend.

Klickt auf die Links und lest euch das alles durch, wenn ihr mögt. Ich weigere mich, das zu kommentieren. Das ganze ist auch so schon traurig genug.