Schlagwort-Archiv: Cyberstalker

Überschätzte Web-2.0-Entwicklungen – eine Winterpolemik

Vor kurzem haben wir Ihnen zwölf Erfindungen vorgestellt, die das Web und die Menschheit entscheidend voran gebracht haben – zumindest unserer bescheidenen Meinung nach. Die gerade aufbrandende Wirtschaftskrise lässt natürlich auch das Web 2.0 nicht unbeschadet und wird so manches Startup in den Abgrund reißen. Wenn es dazu kommt, gehen diese neun Entwicklungen hoffentlich auch den Bach herunter. Geschrieben an einem sehr tristen Tag. Weiterlesen

Südkorea: Internetpolizei soll Cybermobbing stoppen

Au weia, wenn das Schule macht! Internetnation Südkorea hat ein neues Gesetz erlassen, das Cybermobbing verbietet. Wer in Blogs, Foren, Homepages oder ähnlichen Webangeboten etwas kommentiert, darf künftig keine Pseudonyme mehr benutzen, sondern nur noch seinen Realnamen. Das Gesetz trägt den Namen der Schauspielerin und zweifachen Mutter Choi Jin Sil, die sich Anfang Oktober, wahrscheinlich nach einer üblen Hass-Kampgne im Web gegen sie, das Leben nahm. Verständlich, dass die Regierung daraufhin etwas unternehmen wollte.

Zu weit geht nach Meinung der Opposition jedoch die geplante Maßnahme, eine Internetpolizei einzusetzen. Diese soll überprüfen, ob die Nutzer das Gesetz einhalten. Die Regierung hätte damit die Möglichkeit, auf allen Webseiten der Menschen Einträge verbieten zu lassen – und bei der Gelegenheit die viel geäußerte Regierungskritik gleich mit zu trimmen. China lässt grüßen. Auch wenn eine Maßnahme gegen Cybermobbing sinnvoll ist, finden wir, dass hier mit Kanonenbooten auf Wellensittiche geschossen wird. Man könnte bei Verstößen gegen das Gesetz die Justiz einschalten und sollte die Meinungsfreiheit nicht an eine fragwürdige Polizei verkaufen.

zdnet.de, pressetext.at

Wie zeig ich’s meinem verwahrlosten Nachbarn?

Im finsteren Mittelalter war die Welt noch in Ordnung. Wenn man da einen verlausten Nachbarn hatte, schwärzte man ihn einfach mit dem Stigma “vom Teufel besessen” bei der Dorfgemeinschaft an und das Problem war wenig später gelöst. In der nicht minder verlausten freien Gesellschaft konnte man sich bisher allenfalls mit bösen Gerüchten weiterhelfen, was aber schnell vor Gericht mit einer Klage hinsichtlich “übler Nachrede” endete. Gut, dass es heute das Web 2.0 gibt und seit einiger Zeit eine nützliche Seite namens RottenNeighbor.com. Dort kann man seine verwahrlosten Nachbarn an den Pranger stellen – ohne dafür belangt zu werden. Es weiß nämlich keiner, wer’s geschrieben hat. Weiterlesen