Schlagwort-Archiv: China

Rückzug aus China? Googles Mut – und die langfristige Strategie dahinter

Selten reagierte die Technikpresse so positiv wie auf die Meldung, dass Google die Zensur in China nicht länger hinnehmen will. Sollte es notwendig sein, wolle man sich gar aus China zurückziehen, schreibt der Konzern. Hinter dieser Meldung, die vielerorts bereits als Kampf für die Menschenrechte gefeiert wird, steckt natürlich auch wirtschaftliches Kalkül.
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Jahrestag des “Himmlischen Friedens”: China sperrt beliebte Web-2.0-Angebote

Am 3. und 4. Juni 1989 war der “Platz des Himmlischen Friedens” in Peking auch Tag des himmlischen Friedens: Es gab keine Studentenproteste, die Gewalt des Militärs eskalierte nicht und keine 2.600 Menschen starben in Straßenkämpfen in und um den Tiananmen-Platz. Der Chinese, der etwas Anderes glaubt, kann sich täglich selbst im Netz davon überzeugen, dass alles friedlich war. Einige Websites wie Twitter, Flickr und Bing zeigen in diesen Tagen keine westlichen Propaganda-Meldungen über angebliche Massaker vor 20 Jahren an.
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YouTube-Held: Einmal zu Fuß durch China in vier Minuten

Webhelden, das sind eigentlich eine traurige Spezies. Sie legen sich oft monatelang für etwas ins Zeug, und alles, was sie maximal dafür bekommen, sind ein paar Minuten Aufmerksamkeit. Trotzdem: Was der deutsche Sinologie- und Filmstudent Christoph Rehage seiner Nachwelt hinterlassen hat, ist schon ein Kurzfilm mit Gänsehautfeeling. Rehage wollte ursprünglich zu Fuß von Peking zurück in seine niedersächsische Heimatstadt Bad Nenndorf gehen. Am Ende ist es “nur” eine Wanderung quer durch China geworden: 4.646 Kilometer von Peking ins westchinesische Ürümqi.
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Mit Serversperren schließt man nur die Augen vor Kriminalität

Es ist, als würde man einfach die Tür zuschlagen wenn das Wohnzimmer in Flammen steht, anstatt den Brand zu löschen. Trotzdem haben das Bundeskriminalamt und die Internet-Provider Deutsche Telekom, Kabel Deutschland, Alice, O2 und Arcor heute einen Sperrlistenvertrag für kinderpornographische Inhalte unterzeichnet. Es ist ein weiterer Schritt hin zur Chinesierung des Internets. Warum hört eigentlich niemand auf die Kritiker? Weil die Betroffenen offenbar keine Lust haben, von der Moralkeule getroffen zu werden.
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Die besten Aprilscherze von gestern + China und Bark.ly

Klar, die meisten von Euch haben nicht lange gebraucht, um unsere beiden Aprilscherze gestern zu enttarnen. Aber der eine oder andere mag vielleicht doch eine Weile daran geglaubt haben, klang ja auch beides nicht unecht. Deswegen hier die Auflösung und eine Sammlung der besten Scherze, die sich die Kollegen gestern ausgedacht haben. Viel Spaß dabei!
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Deutschland kooperiert mit China bei Internetüberwachung (Update)

Update, 2.4.: Ihr habt’s natürlich gemerkt: Die Geschichte ist ein Aprilscherz. So weit von der Realität entfernt, ist sie aber nicht. Wenn die Bundesregierung Provider dazu verpflichtet, Websites zu sperren, sind chinesische Verhältnisse auch in Deutschland nicht mehr fern.

Nach einer offiziellen Mitteilung haben Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Chinas Staatspräsident Hu Jintao heute im Rahmen eines deutsch-chinesischen Symposiums ein umfassende Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Kriminalität im Internet vereinbart. Deutschland möchte dabei vor allem von der umfangreichen Erfahrung Chinas bei der Inhaltskontrolle profitieren. Im Gegenzug soll deutsches Know-how beim Kampf gegen chinesische Spam-Server zum Einsatz kommen. Weiterlesen

GhostNet: Chinesisches Spionagenetzwerk breitet sich aus

Forscher des kanadischen Munk Center for International Studies wollen ein weltweites Spionagenetzwerk entdeckt haben. Nach einem Bericht des in Toronto ansässigen Instituts seien mindestens 1.295 Rechner in 103 Staaten infiltriert worden, und jede Woche kämen rund ein Dutzend dazu. Das als “GhostNet” bezeichnete Netzwerk würde von fast ausschließlich in China stationierten Rechnern kontrolliert und ginge gezielt gegen Rechner von Botschaften und Regierungen in Asien vor.
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Kinderpornos als Vorwand: Bundesregierung will Internetzensur

Man kann es eigentlich überall lesen: Wer immer derzeit ausgewogen über den geplanten Gesetzesentwurf zur Sperrung von Kinderporno-Seiten im Web berichtet, listet eine lange Schlange von Kritikern der Sperrung auf. Mit einer Sperre wird allenfalls denjenigen der Zugang ein wenig erschwert, die sich illegal Websites mit kinderpornografischem Inhalt anschauen. Die Produzenten dieser Websites oder gar die Kinderpornografie an sich, bekämpft man damit kein Stück. So ehrenwert der Versuch auch klingen mag, etwas gegen Kinderpornografie zu unternehmen: Wir kaufen der Bundesregierung nicht ab, dass es ihr in erster Linie darum geht. Sie will ganz offensichtlich eine Internetzensur nach chinesischem Vorbild. Weiterlesen

1 Mrd Internetnutzer weltweit, Deutschland überholt UK

Ein paar gute Nachrichten zum Wochenende: Weltweit haben inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen (älter als 14 Jahre) Zugang zum Internet, meldet ComScore. Das Internet wächst damit schneller als die Weltbevölkerung, die Anfang des Jahres bei 6,75 Milliarden angelangt war. China ist mit fast 180 Millionen Menschen im Netz wenig überraschend der Spitzenreiter, die USA liegen mit 163 Millionen aber nicht weit dahinter. Deutschland belegt in der Statistik hinter Japan einen stolzen vierten Platz mit 37 Millionen Internetnutzern und befindet sich damit endlich einmal vor Großbritannien und Nordirland (UK) mit 36,7 Millionen. Ebenfalls wenig verwunderlich: Websites aus Googles Angebot sind mit 776 Millionen Besuchern die meist besuchten der Welt. Es folgen Microsoft, Yahoo und in etwa gleichauf AOL und der erste Nicht-Konzern in der Rangliste: Wikipedia-Betreiber Wikimedia. Comscore rechnet übrigens damit, dass die zweite Milliarde der Internetnutzer weit schneller erreicht sein wird als die erste, und die dritte dann nur noch ein Klacks wird. Irgendwie so war das mit der Weltbevölkerung ja auch …