Neue Domain-Endungen: Nur eine kleine Revolution

Die Internetverwaltung ICANN hat neue, frei wählbare Domain-Endungen genehmigt. Erlaubt sind neben Endungen wie .de, .com oder .net damit künftig auch Endungen wie .spielkasino, .hamburg oder .autowerkstatt. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass jeder seine eigene Adresse frei wählen kann: Allein die Anmeldung für eine neue Endung wird voraussichtlich um die 50.000 US-Dollar kosten. FTD-Autor Matthias Oden erwartet deswegen, dass die Revolution weit kleiner ausfallen wird als die Medien glauben machen. Sean Michael Kerner siedelt die Idee irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn an.

FTD.de, Blog.Internetnews.com

Nokia rüstet sich gegen die Konkurrenz von Google und Apple

Der Handy-Hersteller Nokia will vom Mobile-Web-Boom weiter profitieren und rüstet sich gegen die Konkurrenz. Zum einen übernehmen die Finnen den deutsch-schweizerischen Lokalisationsdienst Plazes. Zum anderen kauft Nokia für 264 Millionen Euro die restlichen 52 Prozent der Anteile an Symbian, dem britischen Hersteller des gleichnamigen Handy-Betriebssystems. Gemeinsam mit mehreren Partnern will Nokia Symbian in eine Stiftung einbringen und es zu einer offenen Plattform ausbauen, ähnlich wie Googles Android. Beteiligt sind die Handyhersteller Samsung, Sony-Ericsson, Motorola und LG, die Hardwarelieferanten Texas Instruments und ST Microelectronics sowie die Telekomanbieter AT&T, NTT Docomo und Vodafone. Nokia bringt die eigene Fraktion damit in Stellung gegen Apples iPhone und Googles Android-Konsortium. Der Kampf um das das erfolgreichste Handy-Betriebssystem ist damit eröffnet. Derzeit ist Symbian mit einem Anteil von etwa 60 Prozent Marktführer.

Deutsche-Startups.de, Manager-Magazin.de, Techcrunchit.com, Plazes.com

Android kommt später

Googles Handy-Betriebssystem Android wird wohl erst Endes des Jahres erstmals auf einem Handy ausgeliefert werden. Beim Zusammenspiel zwischen Hardware und Software gibt es offenbar noch Probleme, heißt es von Google. Das Modell „Dream“ von HTC sollte ursprünglich im Spätsommer auf den Markt kommen. Die Telefonkonzerne lassen Google im Stich, titelt die Financial Times Deutschland. Apple wird zugunsten seines iPhones von Googles Verzögerung profitieren, erwartet Peter Sennhauser.
Pocketbrain.de, WSJ.com, FTD.de,
Neuerdings.com

Steinzeitfresh: 1998: ISDN wächst auf dem US-Markt

Ende 1997 gab es 1 Million ISDN-Leitungen in den USA, und bis Ende 2002 sollte sich die Zahl verdreifachen, prophezeiten die Marktforscher von IDC/Link im Juni 1998. Zum Glück für Freunde schneller Datenleitungen wurde nichts daraus. Denn das Konsortium MCNS einigte sich etwa zur gleichen Zeit auf einen gemeinsamen Standard für Kabelmodems. Anbieter wie Comcast und Verizon boten darauf basierend schon in den späten 90er Jahren Breitband über den TV-Kabelanschluss an – mit Übertragungsraten bis immerhin 2 Mbit/s. ISDN blieb in den USA ein Nischenprodukt und wird heute nur von etwa 5 Prozent der Bevölkerung genutzt. In Deutschland wird ISDN in vielen Haushalten zum Telefonieren eingesetzt, beim Internetzugang aber immer mehr vom wesentlich schnelleren DSL oder 3G-Mobilfunk in den Hintergrund gedrängt.
Channelpartner.de,
Blog.Netplanet.org

Mobiles Internet: Kosten zu hoch, aber dank Web 2.0 und 3G trotzdem vor dem Durchbruch

Nur drei Millionen Deutsche gehen mit ihrem Handy ins Internet, fand Accenture heraus. Grund: Der Spaß hält sich in Grenzen und ist ganz einfach zu teuer. Es ist die Zukunft, die die Kollegen von Juniper Research zum Optimismus bewegt: Die Zahl von derzeit 577 Millionen mobilen Webnutzern weltweit soll sich bis 2013 auf 1,7 Milliarden verdreifachen. Mobile Web-2.0-Services und die steigende Verbreitung von 3G-Netzen wie UMTS und HSDPA befördern die Entwicklung. Was noch dazu gehört, zeigt eine schöne Tagcloud von Heike Scholz.
Handelsblatt.com,
Pressetext.at, Mobile-Zeitgeist.com

Mozilla veröffentlicht Firefox 3.0

Mozilla hat die neue Browserversion Firefox 3.0 zum Download freigegeben und gleichzeitig einen Downloadrekord aufgestellt – allerdings den ersten, den es in der Form überhaupt jemals gab. Die Anwender freuen sich über eine intelligentere Adresszeile und das Plugin „Feedly“. Kritiker bemängeln erste Sicherheitslücken und Programmierfehler. Fast zeitgleich hat auch Opera die neueste Browserversion Opera 9.5 zum Download freigegeben – der bei WiWo-Autor Matthias Hohensee durchfällt: Einige Webseiten ließen sich einfach nicht darstellen. Weiterlesen

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