Alle Beiträge von Mathias Röckel

Musik-Start-ups: Verflossene Liebe vs. frische Affären

Heute geht es mal wieder um Musik. Zwei grundverschiedene Plattformen gilt es zu besuchen, die eine ist Justhearit, die andere Mufin. Die beiden Plattformen sind so unterschiedlich wie die hier und die hier: Während uns die eine in der Vergangenheit schwelgen und verflossener Liebe nachhängen lässt, blickt die andere nach vorne und verspricht frische Affären. Auf ihrem Gebiet sind beide gut – revolutionär neu ist jedoch keine der beiden Ideen. Wir setzen daher die Berichterstattung über derartige Musik-Start-ups aus und warten darauf, dass ein Anbieter Folgendes entwickelt: eine Technik, die Altes und Neues upmashed. Weiterlesen

Twisten.fm – Listen to Twitter

Ich kaufe niemals Musikmagazine. Mir braucht niemand zu erzählen, wie sein Essen schmeckt, und es interessiert mich nicht, wie es Euch im Kino gefallen hat (es sei denn, Ihr macht es so). Der Grund ist schon klar, oder?

Wenn Ihr nicht Patrick Süskind seid, werden Eure Berichte mich nicht dazu bringen, Euch und Eure Musik, Euer Essen und Eure Filme besser zu verstehen, sondern sorgen für Ratlosigkeit und Frustration. Es geht einfach nicht. Weiterlesen

NeedaProblem.com: Probleme kaufen?!

Zunächst ein paar kostenlose/geklaute Weisheiten:

„Ewig gleich schön ist nicht mehr schön. Zum Lebensgenuss brauchen wir Kontraste.“
„Nur wer gehungert hat, geniesst wieder das Essen.“
„Erst wer in den kalten Fluss gesprungen ist, liegt wieder gern in der Nachmittagshitze.“
„Erst nach richtigem Stress geniessen wir die Ruhe.“
„Todesangst verändert das Leben.“

Geklaut haben wir die Sprüche, Ihr ahnt es längst, in der Schweiz und zwar hier: Needaproblem.com. Dort soll sich der Besucher ein Problem kaufen, damit sein langweiliges Leben wieder an Unterhaltungswert gewinne. Nun ja.
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Der neue Trend: To-Do-Listen im Internet

Über To-Do-Listen kann man nicht streiten. Gut, über den Inhalt und Dringlichkeit vielleicht schon. Müll runterbringen: wichtig oder nicht? Besser heute oder doch lieber erst morgen? Darüber lässt sich sogar vorzüglich streiten.

Aber sich über die Beschaffenheit der Liste in die Haare zu kriegen, wäre dann doch etwas arg. Wer will, soll sich Zettel an den Kühlschrank kleben oder sich selbst E-Mails schicken oder eine Sekretärin beschäftigen. Jeder wie er will. Hier sind drei Anbieter, mit denen sich To-Do-Listen online erstellen und bearbeiten lassen. Weiterlesen

2.0: Moodstream – Bombenstimmung mit musikalischer Belästigung

Ende der Siebziger oder Anfang der Achtziger unterbreitete mir der Kaugummiautomat meines Vertrauens ein sagenhaftes Angebot: Einen in einen Ring eingelassenen Stein, der in der Lage sein sollte, meine Stimmung zu erkennen und diese anzuzeigen. Natürlich konnte ich das nicht ausschlagen. Die Verlockung, einen Stein mein eigen zu nennen, der seine Farbe verändern konnte, wäre schon USP genug gewesen. Dass dieses Changieren aber unmittelbar mit mir selbst zu tun haben würde? Dass meine frühreifen Launen die Macht besitzen sollten, etwas so Grundsolides wie einen Stein erröten zu lassen? Und das alles für nur zehn Pfennig? Das durfte ich mir nicht entgehen lassen.
Was das alles nun mit Moodstream zu tun haben soll? Weiterlesen

2.0: Freedom – Freiheit vom Internet

So um die Jahrtausendwende fanden es Werber schick, dass alles nur einen Mausklick entfernt war. Die nächste Urlaubsreise, die neue Freundin, das Geheimwissen der Frauen. Alles immer verfügbar. Sollte ein Versprechen sein, führt aber bekanntlich zu reichlich neurotischem Verhalten.

Dass dieses Internet Sie, lieber Leser, außerdem von der Arbeit abhält, davon brauche ich ja wohl gar nicht erst anzufangen.

Aber zumindest für Mac-User gibt es jetzt ein Stückchen Freiheit zurück. Ähnlich wie der Alki in lichten Momenten seine Schnapsvorräte vor sich selbst versteckt, können Sie jetzt prophylaktisch Ihrem Rechner verbieten, irgendwelches Internetzeugs zu machen. Einfach das hier installieren, eingeben, wie lange die Freiheit dauern soll, und Sie haben garantiert Ruhe vor E-Mails, RSS-Feeds, Skype und Facebook.

Super Idee!

2.0: Userfly – Der schnelle Weg zum Usability-Test

Ein kleines bisschen Ironie steckt schon dahinter: Da wirbt ein Anbieter damit, schnell und unkompliziert Usability-Tests zu ermöglichen – und entwickelt zu diesem Zweck eine Internetpräsenz, die es zunächst schafft, mit ihren gerade einmal sechs oder sieben Links einigermaßen Verwirrung bei der Navigation zu stiften. Und obendrein bringt der aufgeschlossene Besucher nicht einmal die einzige Funktion zum Laufen, die hier beworben wird. * Schade. Denn die Idee ist gut. Weiterlesen

2.0 der Woche: YouTube-Playlist – gelungener 2. Versuch

Im Herbst stellten wir mit Plis Tube ein Angebot vor, mit dem man seine eigene Playlist aus YouTube-Videos zusammenstellen kann. „Manchmal überzeugt die Idee mehr als die Umsetzung“, schrieben wir damals und „alles ist möglich, nur noch nicht allzu benutzerfreundlich“. Heute vermelden wir das Gegenteil: Wir haben ein Angebot gefunden, bei dem – zum Glück – nicht alles möglich ist, das dafür aber sehr benutzerfreundlich ist. Playlists von YouTube-Videos – genial einfache Idee, klasse umgesetzt von einer Gruppe von Studenten und auf den internationalen Markt ausgerichtet. Das – abgesehen von der Tatsache, dass die Seite einfach funktioniert – vielleicht Schönste, ist das Fehlen jeglichen Community-Schnickschnacks. Unbedingt ausprobieren: youtube-playlist.eu.

2.0 der Woche: Zehn.de – Mehr Listen bitte!

Listen werden immer beliebter. Musikcharts kennen wir schon seit wir Kinder waren, manch einer führte in seinem Hausaufgabenheft selber welche und schaffte so den Einstieg in die Riege der Hitlistenautoren. Kurz darauf fingen wir vielleicht an, Listen über Vertreter des anderen Geschlechts zu führen oder legten, von Nick Hornby inspiriert, Listen über scheinbar vollkommen Unbedeutendes an. So wächst die Bibliothek der Listen und Ankowitsch hat auch schon wieder neue fertig. Außerdem gibt es jetzt mit Zehn.de eine Internetseite, auf der jeder seine eigenen Listen veröffentlichen kann. Endlich. Da die Idee mit den Listen sich schon vor so langer Zeit als erfolgreich erwiesen hat, besteht kein Zweifel an den Erfolgsaussichten von Zehn – vorausgesetzt die Seite wird nicht von kommerziellen Anbietern und ihren Flachbildfernsehern vereinnahmt.

2.0 der Woche: Senghor on the Rocks

Am 16. Juni ist wieder Bloomsday. Gut, das ist jetzt noch ein Weilchen hin. Und ja, jetzt ist erst einmal Weihnachten. Aber das Entscheidende an dem Einstieg in diesen Artikel, dem Satz „Am 16. Juni ist wieder Bloomsday“, ist ja auch nicht das Datum, sondern die Tatsache, dass am Bloomsday beseelte James-Joyce-Fans durch Dublin wandern und Orte aufsuchen, an denen die Romanfiguren Leopold und Molly Bloom so banale Dinge tun wie „ein Gorgonzolabrot bei Davy Byrne verspeisen“ (Wikipedia). Und damit wäre elegant der Bogen geschlagen zum Thema des heutigen Web-2.0-Beitrags, denn ein starkes halbes Jahrhundert nach dem ersten Bloomsday begrüßen wir so etwas wie den ersten digitalen Nachahmer: den „Web-Roman mit Google Maps“ (Spiegel Online).

Worum geht’s? Weiterlesen