Verbindlicher In-App-Verkauf: Apple nimmt Verlage ran

Apple hat heute offiziell bestätigt: Wer Zeitschriften im Abo vertickt und eine entsprechende iOS-App, muss künftig auch die Möglichkeit bieten, das Abo innerhalb der App zu bestellen. Woran Apple natürlich kräftig mit verdient.

Apple für das iPad per Gebet danken (oder so ähnlich) wollte Springer-Vorstandvorsitzender Mathias Döpfner. Die ganze Branche soll das Ding samt App-Store retten: Nur weil bequeme Anwender darauf eine App für geringes Geld einer Webseite vorziehen.

Mittlerweile hat sich Ernüchterung breit gemacht. Allzu leicht wird vergessen, dass Tablets derzeit (noch) ein Nischenmarkt sind und schon sehr bald das typische Tablet eines sein könnte, auf dem Android läuft. Egal: Verlage wollen mit Apps Geld verdienen und sie wollen natürlich auch Apps benutzen, um die Leser zum Abschluss von Abos anzuregen.

[adrotate group="5"]

Abos sind etwas ausgesprochen kundenfeindliches: Gegen einen geringen Rabatt bekommt man etwas mit oft monatelanger Kündigungsfrist ins Haus geliefert, das sich auch noch automatisch verlängert, wenn man nicht aufpasst. Konditionen, Preise und Bestellmöglichkeiten sind durchaus unübersichtlich und im Gegansatz zu den meist feil gebotenen Werbegeschenken auf den Webseiten gut versteckt.

Es ist also vor durchaus im Interesse der Nutzer, wenn Apple künftig vorschreibt, dass Verlage und vergleichbare Anbieter, die ihren Content als Abo anbieten, dieses künftig auch innerhalb ihrer App tun müssen. Verleger zahlen einen Zoll von 30% und der Preis darf innerhalb der App nicht höher sein als außerhalb.

Ich frage mich gerade, wie das bei “Bild” aufgenommen wird, wo die App-Verkäufe sowieso schon längst nicht so gut sind wie erhofft und man zugleich den Lesern auf dem iPad verbeitet, die freie Version von Bild.de im Browser zu lesen. Und wie lange es wohl dauert, bis die ganzen App-Bauer anfangen, wieder auf freien Content auf Webseiten zu setzen, um selber kassieren zu dürfen.

Apple ist übrigens kein Vorwurf zu machen: Zwar sind sie Monopolist auf ihrer eigenen Plattform, mit Android und überhaupt der Möglichkeit, Inhalte auf Webseiten zu publizieren, stehen der Kundschaft aber wirklich ausreichende Alternativen zur Verfügung. Zwar habe ich mich schon an anderer Stelle beklagt, wenn Apple Apps aus dem Store wirft – allerdings hat das Verhalten von Bild.de gezeigt, wer wirklich kunden(un)freundlich agiert.

Übrigens: Murdochs Daily News kosten 99 Cent in der Woche. Springer, bitte nachmachen!