Match.com kauft Okcupid – erste Amtshandlung: Zensur

Für ungefähr 50 Millionen Dollar hat die Dating-Seite Match.com den Gratis-Konkurrenten Okcupid übernommen. Okcupid ist bekannt und beliebt dafür, anhand eines Algorithmus auszurechnen, wie gut zwei Kandidaten (vermeintlich) zueinander passen, und ist ziemlich anders aufgebaut, als die meisten anderen Dating-Seiten. Vor allem aber ist Okcupid kostenlos.

Und da liegt der Hund begraben: Dating-Seiten gehören zu den wenigen Anbietern, die es schaffen, dass ihre Kunden Abos über die Nutzung abschließen für zum Teil zweistellige Eurobeträge im Monat. Ich sehe solche Seiten schon deshalb kritisch, weil sie ein Interesse daran haben, den Nutzer möglichst lange zu binden, während die Nutzer dazu neigen, möglichst schnell jemanden zu finden und dann die Dating-Seite nicht mehr zu brauchen.

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Weitere Gründe führt Okcupid in seinem Blogpost “Warum Du niemals für Online-Dating bezahlen solltest” auf (Google Cache). Von den zig Millionen Teilnehmern auf einer großen Dating-Seite kann die ganz große Mehrheit nicht auf einen Flirt antworten, weil sie nur die kostenlose Basisfunktion benutzen, was die Flirterei für die kleine zahlende Minderheit problematisch macht. Das ganze wird im Blogpost genauer erklärt und statistisch hinterfüttert – ausgerechnet am Beispiel von Match.com.

Eine der ersten Amtshandlungen der neuen Leitung nach der Übernahme: Der Blogpost wurde entfernt. Sollte Match.com seine Neuerwerbung auf eine ähnliche Weise fortführen, könnte das den Spaß an Okcupid bald verleiden. Schon jetzt gilt nämlich auch das umgekehrte Argument: Traue keinem kostenlosen Service im Web. Er könnte daran interessiert sein, deine Daten zu verkaufen.