Kein Bit.ly-Ausfall: Lybien weiter am Netz – offenbar nur Alice-Kunden betroffen

In Lybien überschlagen sich derzeit dramatische Ereignisse – Gaddafi, der sich immerhin “Revolutionsführer” nennt, lässt das eigene Volk bombardieren. Eine Abschaltung des Internet in Lybien wie vor kurzem in Ägypten erscheint möglich. Angesichts der Eskalation fragte sich Jürgen Vielmeyer bei Basic Thinking gestern schon, was passiert, was dann aus bit.ly wird. Tatsächlich bekam ich heute einen ziemlichen Schreck, als ich den Dienst ab ca. 11.30 Uhr nicht mehr erreichen konnte.

Immerhin handelt es sich um einen der beliebtesten URL-Abkürzer überhaupt, der von vielen Twitter-Clients als Standard verwendet und auch sonst massenweise benutzt wird. Eine Umfrage auf Twitter ergab dann aber, dass sich hier nicht die Abschaltung Lybiens ankündigt, sondern Alice offenbar ein Problem hat. Auf nic.ly kann unter anderem weiterhin zugegriffen werden.

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Tatsächlich ist es so, dass die Domain über insgesamt 5 Server aufgelöst werden kann, von denen nur 2 in Lybien stehen. Sollte Gaddafi tatsächlich das Internet in Lybien kappen, würden die drei verbleibenden Server weiterhin alle ly-Domains noch für 28 Tage auflösen. Trotzdem zeigt das Beispiel, wie empfindlich die Infrastruktur des Internet manchmal sein kann und wie der Ausfall eines kleines Bausteins wie bit.ly die Kommunikation stört.

Aber im Endeffekt ist bit.ly unwichtig angesichts der Gräuel, die gerade in Tripolis und anderen Orten geschehen. Ich möchte mich dem Aufruf von Anonymous an die Vereinten Nationen anschließen: Sofortiges Flugverbot über Lybien.

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