Kein Telefon für Geschäftsleute: HTC Mozart mit Windows Phone 7 im Alltagstest (letzter Teil)

Das alte Windows Mobile haben wir gehasst, aber eines war es: Arbeitspferd für Geschäftleute. Wer Windows und Office nutzte und sein Outlook (mit oder ohne Exchange) mit dem Handy synchronisieren wollte, konnte das problemlos tun. Mit Windows Phone 7 hat Microsoft vollständig die Zielgruppe gewechselt: Multimedia statt Büro.

Das fängt mit dem Synchronisieren an: Es geht nicht. Um das Telefon zu synchronisieren, benötigt man Zune, womit dann aber nur Multimendia-Inhalte ihren Weg von und aufs Telefon finden. Das ist zwar sehr schick und funktioniert sogar übers WLAN – Kalender, Todos oder gar Notizen sind nicht vorgesehen. Die lassen sich über Umwege syncen, allen voran der Live-Account, Google oder gar Facebook. Mir ist es aber nach einer Woche Test nicht gelungen, das zu meiner Zufriedenheit zu tun, obwohl ich mir extra ein Outlook eingerichtet hatte, das ich sonst nicht nutze.

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Eigentlich beschränkt sich die Synchronisierung nämlich auf den Kalender und die Kontakte. Notizen? Todo-Listen? Fehlanzeige. In Windows Phone 7 existieren nicht einmal die entsprechenden Apps. Die müssen über den Marketplace nachinstalliert werden und arbeiten für sich selbst, haben mit den Pendants in Outlook nichts zu tun und lassen sich auch nicht synchronisieren. Vermutlich werden sich mit der Zeit Bastellösungen über Tools wie Remember the Milk o.ä. ergeben – ich verlor die Lust an der Frickelei, seit das Telefon nach ein paar Tagen nur noch die Fehlermeldung  “Windows Live-Fehler” beim Zugriff auf den Hotmail-Account ausgab.

Sich Apps für die Fehlende Funktionalität im Marketplace zu suchen, macht übrigens auch nicht gerade Freude: Ich verstehe einfach nicht, wie Microsoft auf die glorreiche Idee kommen konnte, Spiele, Anwendungen und Musik in einen einzigen Online-Laden zusammenschmeißen. Fahnde ich zum Beispiel nach “Twitter” muss ich lange suchen, um zwischen den vielen Bands, Alben und Songs, die das Wort “Twitter” enthalten, auch mal eine App auftaucht.

Mein Test ist vorbei, ich wechsele zurück zum viel belächelten Palm Pre. Der kommt mir (genau wie Android und das iPhone) plötzlich plump vor. Man merkt, dass Microsoft mit seinem neuen Handy-OS einen sehr guten Job gemacht hat. Noch sind Winphones für mich nicht alltagstauglich. Wenn Microsoft aber solche Dinge wie einen umfassenden Sync von Business-Daten mit Outlook (oder gar noch den Apple-Anwendungen) kennt, Multitasking und Copy&Paste funktionieren und das System anfängt, das Social-Media-Versprechen einzulösen, könnte das durchaus wieder etwas werden mit mir und Windows. Mal sehen, was die Jailbreaker so hinbiegen

P.S.: Vielleicht bin ich aber auch nur zu doof? Wenn ich etwas übersehen habe und jemand doch eine einfache Lösung kennt, bitte ich um Mitteilung in den Kommentaren.

6 Gedanken zu „Kein Telefon für Geschäftsleute: HTC Mozart mit Windows Phone 7 im Alltagstest (letzter Teil)“

  1. Bitte als Ergänzung verstehen, jeder hat andere Ansprüche, aber ich nutze das HTC Mozart voll geschäftlich und es ist eine reine Freude.
    Ich wüsste nicht was man an Telefon, Kontakte, Kalender und Email App noch großartig verbessern sollte und “Multimedia” hat für mich jetzt nicht so viel mit “geschäftlich” zu tun. Notizen kann man wunderbar über OneNote fest halten und Aufgaben halte ich einfach als ganztägiges Ereignis/Termin im Kalender fest. Die Synchronisation erfolgt bei mir von Outlook, über Google, auf das Handy und zurück, perfekt. Zune hat damit überhaupt nichts zu tun.
    Richtig ist aber die Anmerkung zum Marketplace. Da wäre es schöner wenn die Suchergebnisse in Kategorien unterteilt wären. GU

  2. Das Thema Outlook-Synchronisation hat mich schließlich davon abgehalten, mir ein Android-Smartphone zu kaufen.

    Eigentlich hatte ich ja das Samsung Galaxy S im Blick, aber nachdem ich es ausprobieren konnte und in meinem Umfeld mitbekam, wie umständlich und dennoch unvollständig das Synchronisieren ausfällt, hab ich dann doch wieder für Nokia entschieden.

    Mit meiner Entscheidung für das Nokia C6-00 bin ich sehr zufrieden, denn: Alles, was mir wichtig ist, funktioniert ohne Probleme. Ich bin offen für neue Erfahrungen, aber ich hab Besseres zu tun, als mich mit Problemen beim Synchronisieren zu beschäftigen. Das ist ja nicht nur nervig und kostet Zeit, man riskiert ja auch immer wieder den Verlust von Daten.

    Das “alte” Symbian auf dem Nokia C6-00 ist zwar alles andere als aufregend – meine Mitmenschen kann ich damit nicht beeindrucken. Aber es funktioniert zuverlässig. Aufgaben und Notizen werden genauso wie Termine und Kontakteinträge problemlos synchronisiert, ohne dass ich mir noch Apps suchen muss, die nur vielleicht funktionieren.

    Es mag dem Selbstverständnis von Bloggern oder Stammlesern von Tech-Blogs zuwiderlaufen, aber das Neue, Spannende ist nicht unbedingt das, womit man zufrieden ist, weil es funktioniert.

  3. Das stimmt natürlich – die Integration von OneNote ist geradezu genial. Darüber hatte ich nichts geschrieben, da ich OneNote nicht wirklich nutze. Natürlich kann man darüber Notizen und über den Kalender die Todos nachbilden, trotzdem werden sicherlich ein paar Leute enttäuscht sein, den Kram nicht nicht komplett mit Outlook verwalten zu können. Das machen wirklich verdammt viele Sohos so und sehr oft ohne Exchange. Da hätte ich als Microsoft halt sehr drauf geachtet.

    (P.S.: Ein Kalender ersetzt nie Todo-Listen: Versäume ich ein Todo, werde ich am Folgetag erinnert. Kalendereinträge hingegen verschwinden in der Vergangenheit…)

  4. Ich bin auch etwas blauäugig an das Win 7 mobile herangegangen. Win 7 und Win 7 mit Outlook syncronisieren sollte kein Problem sein – entsentzen, mein Office Rechner erkennt nicht einmal mein Win Phone, wenigstens das sollte doch heutzutage funktionieren. Wenn ich nichteinmal Win 7 mit Win 7 syncronisieren kann – was soll das dann?
    Ich werde wohl oder übel auf mein altes und nicht mehr so schickes HTC MDA mit Win 6.5 zurückgreifen müssen. einen Thermin vergessen ist fast tödlich und die Kontakte nicht mehr zu haben noch schlimmer.
    Sync über Google oder Facebook oder irgendwas anderes kommt nicht in die Tüte – kein Garantieter Datenschutz – auch wenn die das so schreiben.

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