HTC Mozart mit Windows Phone 7 im Alltagstest (Teil 1)

Endlich komme ich dazu, das HTC-Mozart mit Windows Phone 7 auszupacken, das mit der Post kam. Geschickt hat es mir T-Mobile, damit ich es ein paar Tage lang testen kann. Neulich habe ich schon eine Weile damit herumgespielt und war durchaus angetan: Design von Handy und Betriebssystem kommen sehr elegant und schlüssig daher. Trotzdem gibt es jetzt schon ein paar Knackpunkte.

Da mein Kollege Andreas drüben bei Stereopoly ebenfalls ein Testgerät bekommen und schon einen Unboxing-Artikel mit Hands-on-Fotos geschrieben hat, spare ich mir das hier. Gleich beim Auspacken möchte ich wissen, wie ich das Gerät öffne, um die SIM-Karte einzusetzen und freue mich: Es ist ungefähr das erste Handy, das ich in der Hand halte, bei dem selbiges glatt und einfach von der Hand gibt, ohne dass man herumfummeln muss, während man Angst um seine Fingernägel oder das Gehäuse des Gerätes hat.

Auspacken und erste Schritte

Niedlich am Rande: Auf dem beiliegenden “Erste Schritte”-Flyer über Windows Phone 7 von Microsoft befindet sich ein Aufkleber mit Lizenz- und Seriennummer ganz wie man sie von Windows-PCs her kennt. Hier konnten sich wohl die Bürokraten bei Microsoft einfach nicht zurückhalten. Immerhin klebt der Lizenzaufkleber im Flyer und nicht auf der Rückseite vom Handy…

Während ich noch schmunzele, die erste Überaschung: Das HTC Mozart bootet innerhalb von wenigen Sekunden, wo ich von Android, iOS und WebOS eher Minuten gewöhnt bin. Direkt nach dem Start erwartet mich ein “Erste Schritte”-Bildschirm, den ich einfach mal durcharbeite. Das Gerät reagiert flott auf Eingaben, das Screen-Design ist sehr angenehm klar und minimalistisch, die Bedienung des Touchscreens ist eine Freude.

Hohe Performance und tolles Screen-Design

Allerdings muss ich trotz eingelegter SIM-Karte als erstes einmal Datum und Uhrzeit einstellen und mich wenig später für Windows Live anmelnden. Auf der On-Screen-Tastatur tippt es sich ähnlich gut wie auf einem iPhone und erheblich weniger hakelig als auf einem Android-Gerät, aber trotzdem nicht so gut wie auf einer physischen Tastatur wie etwa beim Palm Pre. Die Löschtaste direkt neben dem “m” nervt: Sie liegt in einem Bereich, wo sich der Daumen bei einhändiger Bedienung stark krümmt und weniger Zielsicher ist und sorgt für den einen oder anderen Vertipper.

Die Anmeldung bei Microsoft schlägt dann übrigens mangels Verbindung fehl, obwohl ich unmittelbar danach problemlos eine Webseite im Browser aufrufen kann. Ich spiele noch ein wenig mit der neuen Oberfläche herum, die mit ihren Kacheln ziemlich anders aussieht, als man es gewohnt ist: Optisch wirkt Windows Phone 7 frischer und eleganter als die oben genannte Konkurrenz: nehme ich danach meinen Pre in die Hand, wirkt dessen GUI leicht angestaubt.

Design hier und da auf Effekt statt Benutzbarkeit ausgelegt

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Trotzdem erlaubt sich Microsoft einige meiner Meinung nach herbe Usability-Schnitzer, wenn zum Beispiel die Überschriften von laufenden Anwendungen einfach abgeschnitten werden, obwohl genug Platz wäre, sie mit einem kleineren Schriftgrad darzustellen – was vielleicht weniger elegant aussieht, aber den Grundsatz “Form follows Function” nicht verletzt.

Auch stört mich, dass ich nicht nur vertikal durch die Anwendungen scrollen kann, sondern auch horizontal. Das wird mir zwar durch angeschnittene daneben liegende Inhalte angezeigt, aber ich gelange nie ans Ende: Wenn ich in der letzten Spalte angekommen bin und mich ein weiteres mal nach rechts bewege, lande ich plöztlich wieder in der ersten, was ich als verwirrend empfinde.

Ob ich mich daran gewöhnen kann, wird sich zeigen, wenn das Gerät die nächsten Tage meinen Palm Pre möglichst vollständig ersetzen soll. Was ist toll gelöst und was fehlt – darüber will ich die nächsten Tage aus aus dem Alltag heraus schreiben. Immerhin kann es kein Multitasking und “Copy&Paste” soll erst irgendwann 2011 nachgereicht werden. Ob ich es trotzdem irgendwie schaffe, aus dem Browser heraus eine Webseite zu twittern? Wir werden sehen. Derzeit scheitern noch so fundamentale Dinge wie das Anfertigen von Screenshots, mit denen ich diesen Artikel gerne abrunden würde. Die Funktion gibt es anscheinend bisher nur im Emulator für Software-Entwickler.

15 Gedanken zu „HTC Mozart mit Windows Phone 7 im Alltagstest (Teil 1)“

  1. Also ich habe das HTC Mozart seit gestern und bin soweit absolut zufrieden.
    Klar, man muss sich erstmal an die Bedienung gewöhnen, hat man aber einmal den Dreh raus, stellt man fest das alles logisch und simpel aufgebaut ist. Und es flutscht wunderbar von der Hand!
    Ich würd’s wie den Umstieg vom Windows-System auf Mac vergleichen, nur diesmal halt umgekehrt.
    Für meine Wenigkeit hat das Windows Phone jetzt schon mein iPhone 3GS ersetzt.

  2. NACHTRAG: einzig nervend ist die Tatsache dass die Virbation bei den Menü-Tasten ‘zurück’ ‘windows’ und ‘suche’ nicht abstellbar ist. Nach zwei stunden tipperei schmerzt meine tipphand!

  3. @Kati Welche Dinge nach einiger Zeit wirklich nerven und welche eigentlich ganz ok sind, obwohl man sie zunächst nicht mochte, merkt man erst, wenn man ein Gerät längere Zeit benutzt.

  4. Was bei mir leider nicht läuft:
    WLAN Sync, Ausgeblendeten WLANS kann man nicht beitreten. Wenn man einen langen WLAN Key hat darf man sich nicht zuviel Zeit lassen. Geht das Handy zwischendurch in Standby weil man am Router was einschaltet und geht dann wieder ins Handy, muss man den Key von vorne eingeben…
    Das nervt. Hier fehlt Copy & Paste deutlich.

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