Wie könnte Googles “Facebook-Killer” aussehen?

Google Wave ist tot und mit Buzz sieht es auch nicht wirklich besser aus – die Nutzerzahlen sind ja nur so hoch, weil es an den Google-Mail-Account geknüpft ist. Kürzlich hat Google angekündigt, nochmal mit einem völlig neuen Ansatz starten zu wollen.  Ist etwa mit dem “Social Circle” die Keimzelle dafür aufgetaucht?

Is this new? RT @labnol: Use this link to determine your social circle according to Google http://j.mp/dwzBNlless than a minute ago via Echofon

Bei dem Link handelt es sich um www.google.com/s2/u/0/search/social#socialcircle – er zeigt die direkten sowie indirekten “Bekannten” eines Google-Nutzers auf der Basis von Google Chat und der Kontakte im Google-Account an. Im Grunde also kein großartig anderer Ansatz als Google Mail zur Gewinnung von Beziehungsbasis zu benutzen. Dass die Intensität eines Mail-Austausches oder Chats nur sehr bedingt etwas darüber aussagt, welches Gewicht die Beziehung zu einer Person hat, ist schon länger klar.

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Millionen wird scheffeln, wer ein Social Networt baut, das anhand des Social Graph entscheiden kann, ob es sich bei einer Beziehung um meinen Steuerberater oder meinen Lebenspartner handelt. Davon ist man trotz aller Tricks noch immer weit entfernt. Und der Nutzen für die Anwender? Das einzige “soziale” von Google, das die Leute wirklich zu nutzen scheinen, sind die Freigaben/Empfehlungen im Google Reader. Wäre ich Google, ich würde was in der Richtung ausbauen.

Für einen echten Facebook-Killer müssen dann noch Apps und Spiele drauf laufen und das ganze möglichst mobil. Genau das leisten Chrome und Android. Aber wer sagt eigentlich, dass es einer einheitlichen Plattform bedarf? Wir kommunizieren schließlich über unterschiedlichste Medien. Facebook, Twitter oder Google sind immer nur Ausschnitte.

Durch den geschlossenen Rahmen eines Dienstes wie Facebook entsteht auch ein Rahmen für unsere Kommunikation was Stil und Kommunikationspartner betrifft. Wer versuchen möchte, das menschliche Beziehungsgeflecht möglichst realistisch abzubilden, sollte also tunlichst auf einen solchen Rahmen verzichten und scheinbar unverzahnte Dienste zur Kommunikation und Veröffentlichung anbieten. Für Google würde es schließlich völlig reichen, wenn die Fäden irgendwo in ihren Datenbanken zusammenlaufen.

6 Gedanken zu „Wie könnte Googles “Facebook-Killer” aussehen?“

  1. Naja da müssten sie aber eine große Innovation anstellen. Oder 1000 Firmen aufkaufen. Weil an den Marktführer drankommen ist sehr schwer. Auch für Google

  2. Solange Facebook keinen gravierenden Fehler macht, wird es nicht zu übertreffen sein, auch nicht von Webgigant Google! Bei der Websuche von Google ist das auch nicht viel anders…

  3. Bin Android und googlemail-Nutzer…

    aber

    “Your social circle as determined by Google is currently a blank slate.”

  4. Der letzte Satz im Artikel ist der wichtigste. Eben weil es reicht, Daten im Hintergrund zusammenzuführen, sehe ich auch keine Notwendigkeit, warum Google überhaupt einen Facebook-Killer entwickeln muss. Es geht auch ohne.

    Die Zeit der – ich nenne es mal – aktiv genutzten Social Networks wird vorbeigehen. Die Zeit, die auf Facebook.com oder bei anderen Social Networks direkt und bewusst verbracht wird, wird meiner Überzeugung nach stark sinken in nicht ferner Zukunft.

    Auf einigen Websites sieht man unter den Fotos von Facebook-Mitgliedern in der Like Box auch die Bilder von Google Friend Connect. In gewisser Weise ist Google also schon dort, wo die Reise für Soziale Netzwerke hin geht. Dort sollte Google seine Aktivitäten verstärken.

  5. “…Die Zeit der – ich nenne es mal – aktiv genutzten Social Networks wird vorbeigehen. Die Zeit, die auf Facebook.com oder bei anderen Social Networks direkt und bewusst verbracht wird, wird meiner Überzeugung nach stark sinken in nicht ferner Zukunft…”

    Weshalb?

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