Farmville-Diebstahl

Im wilden Westen war die Lage noch klar und simpel: Pferdediebe wurden einfach am nächsten Baum aufgehängt. Pferde klaut heute eigentlich keiner mehr, dafür aber virtuelles Nutzvieh, das auf Farmvilles Bauernhöfen vor sich hin grast. Wie sieht es hier eigentlich mit solchem Diebstahl aus?

Ein Mann zeigte an, jemand habe sein Passwort benutzt und sich in seinen Farmville-Account auf Facebook gehackt und als Resulat daraus habe er ein Jahr Arbeit und all sein Getreide verloren. Ihm wurde gesagt, das sei eine zivilrechtliche und keine strafrechtliche Angelegenheit.

Nun kenne ich mich mit dem amerikanischen Recht nicht aus. Zunächst einmal mag so viel Arbeit drin stecken wie will, eine virtuelle Kuh, die keine Milch gibt, ist nichts wert. Und sie spielerisch zu Hegen ist sicher keine irgendwie zu honorierende Arbeitsleistung. Anders sieht die Lage aus, sobald es einen Markt für Gegenstände auf Farmville gibt und Leute damit handeln. Was mich aber wirklich überrascht: In diesem Fall handelt es sich um einen Hack, also Datenmanipulation und Identitätsdiebstahl. Dass das in den USA nur ein “civil matter” sein soll, kann ich kaum glauben – in Deutschland wäre jenseits eventueller aber fraglicher zivilrechtlicher Ansprüche eine Straftat, die bei der Polizei angezeigt werden kann.

[via The Daily What; Bild: Flickr / Rusty Boxcar (CC)]

4 Gedanken zu „Farmville-Diebstahl“

  1. Abgesehen davon, dass Diebstahl bei immateriellen Dingen immer das falsche Wort ist: Passt schon, weil die unbefugte Verwendung eines fremdnes Passwortes immer dazu führt, dass man sich einem Dienst gegenüber als Inhaber des Passwortes ausgibt. Passwort-Diebstahl ist eine Unterform des Identitätsdiebstahls. Wenn solche Dinge dann auf Facebook oder bei eBay passieren, ist das gerade zu der klassische Fall.

  2. Die Suggestion des Titels ist aber, dass Farmville-Güter von der Farm gestohlen wurden, was aufgrund des Spieldesigns nicht möglich ist ;)

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