Flattr – YuccaTree ist bald bezahlbar

Wieder so ein neues Social-Dingsbums und diesmal geht’s ums Geld. Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde hat den Dienst Flattr für „soziales Micropayment“ ins Leben gerufen. Darüber sollen Betreiber von Webseiten die Möglichkeit bekommen, ein wenig zusätzliches Geld einzunehmen, während Leser mit sehr kleinem Aufwand einer gelungenen Webseite ein paar Cent zukommen lassen können. Flattr funktioniert nach dem Prinzip, dass nur nehmen kann, wer auch zu geben bereit ist.

Bezahlen im Netz krankte bisher immer daran, dass es nervig zu handhaben ist und immer wieder zeitraubende Anmeldeprozeduren erfordert. Das mag OK sein, wenn man etwas in einem Online-Shop bestellen will, aber Spenden-Buttons und andere Micropayment-Systeme waren bisher einfach zu umständlich. Flattr ist der Versuch, es besser zu machen.

Zum Beispiel möchte sich der Anwender nur einmal irgendwo anmelden und sich dann um nichts mehr kümmern müssen, aber trotzdem Kostenkontrolle haben. Wer Online publiziert, meldet sich bei Flattr an und bindet einen Button in seine Webseite ein. Das ist insgesamt recht einfach gelöst. Codeschnipsel in HTML und JavaScript stehen genauso zur Verfügung wie Plugins für WordPress und andere Systeme.

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Wer über Flattr Geld verdienen möchte, muss auch selber zahlen. Kostenkontrolle ist dabei gegeben: Man legt einen monatlichen Betrag fest, den man gerne ausgeben möchte. Die Klicks auf Flattr-Buttons werden gezählt und jede gut gefundene Webseite bekommt seinen Anteil. Setze ich mir also ein Budget von 5 Euro und klicke im Laufe des Monats genau ein mal, bekommt die betreffende Webseite die ganzen 5 Euro. Klicke ich 10 Buttons auf unterschiedlichen Websites, so bekommen alle Webseiten jeweils 50 Cent.

Derzeit ist Flattr noch im geschlossenen Beta-Test und kämpft mit gelegentlichen Kinderkrankheiten, wie nicht zuverlässig funktionierenden Buttons. Wer mitmachen möchte, braucht eine Einladung. Wirklich komfortabel ist Flattr auch erst, wenn man in den Sicherheitseinstellungen des Browsers Cookies von Drittanbietern erlaubt. Anderenfalls öffnet sich flattr.com, wo man dann erst den eigentlichen Bezahlklick durchführt. Größter Kritikpunkt ist allerdings die Vermutung, dass sich fast nur Blogger bei Flattr anmelden, aber kaum Leser, so dass die Blogger sich nur untereinander Geld zuschieben.

Es gibt sicherlich viele Leser, die gerne gelegentlich Kleinbeträge für gute Inhalte spenden möchten, aber kaum von Flattr erfahren oder keine Lust und Zeit finden, sich dort anzumelden. Hier fehlt noch eine Idee, solche Leser zu motivieren, wobei ich mir sicher bin, dass die Peter Sunde und seine Kollegen dazu noch etwas aus dem Hut zaubern werden, sobald Flattr wirklich frei zugänglich wird.

Wir sehen Flattr erstmal als Experiment und freuen uns, mitmachen zu dürfen. Erste Resultate hat Felix Schwenzel, die er skeptisch beäugt. Auch gibt es bereits ein erstes Ranking. Solche „kommerziellen Webcharts“ könnten sehr spannend werden, wenn Flattr sich verbreitet.

8 Gedanken zu „Flattr – YuccaTree ist bald bezahlbar“

  1. Wer kriegt eigentlich die 5€, wenn ich in einem Monat gar keine Website anklicke, weil ich beispielsweise im Urlaub bin?
    Und was passiert, wenn ich mehr als 100*Geldbetrag Seiten anklicke, jede Seite also praktisch weniger als einen Cent bekommen würde?

  2. @detailgetreu Zumindest der erste Fall wird in der FAQ geklärt:

    »What happens if I don’t flattr anything a month?
    - Then your monthly amount is given to charity, we will not keep it.«

  3. @Enno: wie darf man denn diesen Satz hier verstehen: “Wer über Flattr Geld verdienen möchte, muss auch selber zahlen.”?

  4. @Daniel Wie es da steht: Du musst einen Mindestbetrag einzahlen und diesen an andere Blogs vergeben oder verfallen lassen. In dem Monet, wo du dein Flattr-Konto nicht nachfüllst, wird auch der Flattr-Button auf deiner Webseite deaktiviert und du hast keine Einnahmen mehr.

  5. Ich find’ flattr super! Mal so aus Interesse: Werdet ihr dann auch mal darüber berichten, wie viel die digitale Kaffeekasse so abwirft? Hab ich nämlich bei keinen Blog bisher gelesen.

    Grüße,
    Falk

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