Social Web – nicht (unbedingt) Kinderkram

Wenn man die Diskussionen im Netz so verfolgt, gewinnt man immer wieder den Eindruck, Internet-Themen und das Social Web seien “Kinderkram”, der überwiegend von Jugendlichen benutzt wird. Facebook.biz hat sich mal die Zahlen, die sich über Doublecklick gewinnen lassen, angesehen – mit interessantem Ergebnis.

Demnach gibt es tatsächlich eine “Kinderecke” im Netz und das sind KWICK, Knuddels, SchülerVZ und Schüler.cc, wo der Anteil der Minderjährigen bis zu 51 % beträgt – aber interessanterweise auch nicht übersteigt. In allen anderen sozialen Netzwerken liegt der Anteil Minderjähriger unter 20%. Die breitesten Nutzerschichten sind auf allen Netzen zwischen 24 und 54 Jahre alt – also erwachsene Menschen, die mitten in Beruf und Leben stehen.

Wenig überraschend besitzen die Business-Netze Xing und LinkedIn die ältesten” Nutzer. Interessant finde ich, dass ausgerechnet das verspielte und so oft als banal empfunde Twitter die nächst älteste Nutzerverteilung hat – was allerdings ganz meiner Erfahrung entspricht. Nur die größte Bevölkerungsgruppe  ist in sämtlichen Netzen stark unterrepräsentiert: Die Silversurfer ab 55.

[via Facebook.biz]

3 Gedanken zu „Social Web – nicht (unbedingt) Kinderkram“

  1. Das wirklich interessante an der Statistik ist die Tatsache, dass 2 % der Nutzer von SchülerVZ über 65 Jahre alt sind. Da stimmt doch was nicht…

  2. Der Rückschluss aus der statistischen Erhebung halte ich für fehlgeleitet, denn das Social Web als ganzes splittet sich in bestimmte Zielgruppen. Daher ist der Anteil der User, die die Netzwerke für ihre eigenen Ziele verfolgen betreffend dem Netzwerk keine Eureka Erkenntnis. 16 jährige haben wohl kein Interesse ein berufliches Netztwerk in Xing aufzubauen, sowenig wie Silversurfer bei Schülervz ihre Hausaufgaben im Nachrichtenkanal zu posten- die Teilergebnisse sind interessant- eine ganzheitige Konklusion bzgl. der Demographie des web 2.0 ist daher nicht zulässig- finde ich.

    Liebe Grüsse

  3. @Micha B. ich vermute ne Mischung aus Fehlern bzw. gefakten Altersangaben und dem, dass sich tatsächlich gar nicht so wenige alte Menschen bei SchuelerVZ anmelden – warum auch immer.

    @tao die Statistik wird interessant, wenn man Seiten mit speziellen Zielgruppen wie eben die VZs oder Xing weglässt. Wenn man ausschließlich Facebook, MySpace, Twitter usw. anschaut, kommt man auf höhere Alterschnitte, als man erwarten würde.

    Ich habe gerade kurzfristig keinen Link zur Hand, aber in letzter Zeit las ich darüber, dass die Senioren im Web eine immer stärkere Gruppe werden. Sie sind zwar immer noch weit unterdurchschnittlich im Web vertreten, holen aber schnell auf und ihr Anteil an den sozialen Netzwerken könnte potenziell viel höher sein.

    Schließlich müsste man das ganze noch auf die Miegliederzahlen der einzelnen Dienste runterbrechen. Und die sagen auch wieder nicht wirklich was aus, da man zusätzlich den Anteil der Karteileichen bräuchte, und zwar auch wieder nach Alter aufgeschlüsselt. Wie viele zeigen “Mutti” am neu eingerichteten Laptop “das Internet” und richten ihr ein Facebook-Profil ein, dass dann nie wieder genutzt wird?

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