HTC steigt aus dem Rennen um Palm aus – will Palm allein überleben?

Palm hat sich aufgrund seiner finsteren wirtschaftlichen Lage selbst zum Verkauf angeboten. Lenovo und HTC hatten rasch ihr Interesse an dem angeschlagenen Konzern bekundet. Eine Woche später steigt HTC aus dem Rennen aus, nachdem sich der taiwanische Konzern Palms Zahlen genauer angesehen hat.

Wie Reuters berichtet, seien die miesen Börsenkurse und verheerende finanzielle Situation abschreckend – Palm habe aber auch ein ähnliches Profil. Damit seien die Synergieeffekte, die HTC aus einem Kauf ziehen könnte, zu gering. Zudem verfüge HTC nicht über so hohe Ressourcen wie Lenovo, die für den Kauf Palms notwendig wären. Man rechne mit einer Kaufsumme von 1,3 Milliarden Dollar.

Lenovo hat nun gute Aussichten, sich Palm unter den Nagel zu reißen. Denn das Geld für so einen Deal wäre da und die Synergieeffekte enorm. Lenovo würde mit Palm nicht einfach nur ein Mobil-Betriebssystem kaufen, sondern auch den Fuß in die Tür zum US-amerikanischen Smartphone-Markt bekommen. Mit der Thinkpad-Reihe stellt Lenovo äußerst erfolgreiche Mobilgeräte her – die Palette wird aber bisher nur mit wenigen Netbooks nach unten abgerundet. Lenovos einziges Smartphone, das Lephone, wird im Augenblick nur auf dem chinesischen Markt angeboten. Hier besteht klar Nachholbedarf, da gerade Smartphones in naher Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden.

Trotz all dieser Spekulationen und scheinbarer Verhandlungen um das Erbe des Handheld-Pioniers besteht offenbar aus der Sicht des Palm-Chefs Jon Rubinstein immer noch Hoffnung alleine überleben zu können. Dieses äußerte er zumindest gestern in einem Interview gegenüber der Financial Times.

Irgendwie wünsche ich das Palm schon, dass sie sich aus dem Schlamassel ziehen können und es allein schaffen, auch wenn ich kürzlich auf HTC getippt hatte.  Wenn dem nicht so sein sollte – vielleicht zeigt Dell noch Interesse. Die sind vor Kurzen ja auch auf die Smartphone-Schiene aufgesprungen.


 
 
 
 

Ein Kommentar zu “HTC steigt aus dem Rennen um Palm aus – will Palm allein überleben?”

  1. Das Zittern hat ein Ende HP kauft Palm - 28. April 2010 um 22:05

    [...] Hewlett-Packard ist nun stolzer Besitzer des kalifornischen Handheld-Pioniers mitsamt seiner Entwicklungen. Damit ist das Überleben des Betriebssystems webOS gesichert. Dass HP sich zu dem Kauf entschlossen hat, kam recht überraschend. Denn vor allem war von HTC und Lenovo als Interessenten zu lesen. Doch dann kam HP aus der zweiten Reihe und hat den Deal perfekt gemacht. Zwar hiess es von Analysten, dass Palm nichts mehr Wert sei, doch das hielt nur HTC davon ab auf Palm zu bieten – sie zogen sich letzte Woche aus dem Kreis der potenziellen Käufer zurück. [...]