ZDF-Satire: Martin Sonneborn knippst Privatwohnungen für “Google Homeview”

Die ZDF Heute-Show hat den Satiriker Martin Sonneborn im Google-Outfit in deutsche Wohnhäuser geschickt, um sie für den fiktiven Dienst Google Homeview zu fotografieren. Die Idee ist nicht neu; das Interessante ist aber, wie bereitwillig die Bewohner dem selbstsicher auftretenden Sonneborn Einblicke in ihr Intimleben gewähren.

Mit dem Hinweis darauf, dass man ja alle Wohnungen in der Umgebung fotografiere, verschafft sich Sonneborn Zutritt zu den Wohnungen, fragt nach der Aufteilung der Räume und bittet die Bewohner, für ein Foto zu posieren. Die Bewohner, die in dem Video gezeigt werden, gehen bereitwillig auf die Bitten des Ex-”Titanic”-Chefredakteurs ein. Eine Frau reagiert nicht einmal pikiert, als Sonneborn sie fragt, ob sie in diesem Zimmer auch Sex habe.

Das interessante Video gibt es hier in der ZDF-Mediathek. Update: Und jetzt auch bei YouTube. Danke an mcs!

Sonneborn bleibt für mich einer der besten Satire-Guerillas Deutschlands. Durch sein seriöses, gepflegtes Auftreten könnte er genauso gut als Bankvorstand oder Politiker auftreten. Letzteres hat er für seine eigene Partei “Die Partei” auch lange selbst in die Tat umgesetzt.

3 Gedanken zu „ZDF-Satire: Martin Sonneborn knippst Privatwohnungen für “Google Homeview”“

  1. Neu ist das nicht, aber jedes Mal wieder erschreckend. Was heißt das eigentlich für unsere Demokratie?

    Man braucht doch nun wirklich kein besonderes technisches Verständnis, um zu erkennen, um entweder zu erkennen, dass das nicht ernst gemeint sein kann oder eben sich das nicht gefallen zu lassen.

    Von denjenigen, die über den TV-Beitrag lachen, stellen genug Leute selbst Bilder von ihrer Wohnung ins Internet. Ob das klug ist?

    Abgesehen davon hoffe ich, dass StreetView möglichst unzensiert bald in Deutschland starten kann.

  2. Das Interessanteste daran ist ja, dass die Leute absolut keinen Schimmer haben. Sie lassen bereitwillig Leute für einen seltsamen Dienst in die Wohnung, aber sind garantiert die ersten die sich dann über Streetview und Ähnliches beschweren.

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