INA: Die zehn sträflichst vernachlässigten Themen in den Nachrichten 2009

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) hat die Top 10 der wichtigsten Themen vorgestellt, über die im vergangenen Jahr von den Medien wenig oder gar nicht berichtet wurde. Darunter sind Beispiele für sozialen Abbau, nicht verfolgte Waffengeschäfte deutscher Firmen und Gehörlose, denen in der Schule keine Gebärdensprache beigebracht wird.

Ebenfalls erschreckend: Die Bundesregierung hat eine UN-Konvention über die Zwangseinweisung von Menschen in die Psychiatrie mit einem kleinen Zusatz ausgehebelt. Polizeigewalt in Deutschland wird aufgrund eines beruflich bedingten Schulterschlusses zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft kaum verfolgt.

INA

Dieses und weitere Themen gibt es hier in der Übersicht auf Nachrichtenaufklaerung.de.

Die Initative INA, die seit 1997 besteht, lehnt sich an das US-amerikanische Vorbild Project Censored an. Getragen wurde INA in diesem Jahr von der TU Dortmund und der Jacobs University Bremen. In der Jury sitzen zahlreiche renommierte Dozenten medienwissenschaftlicher Studiengänge und bekannte Journalisten wie Günter Wallraff. Gefunden habe ich den Beitrag im Blog von Jurymitglied Christiane Schulzki-Haddouti.

2 Gedanken zu „INA: Die zehn sträflichst vernachlässigten Themen in den Nachrichten 2009“

  1. Ich finde es zwar gut, wenn auf vernachlässigte Themen aufmerksam gemacht wird. Das viel größere Problem ist meiner Meinung nach aber, dass im Wettbewerb um große Reichweiten das Niveau bei Nachrichtenangebot und vor allem Nachrichtenkonsum gefährlich absinkt.

    Sehr schön zu beobachten ist das stets bei den Nachrichtensender N24 und n-tv. Fällt mal etwas mehr Schnee, gibt es derzeit kaum noch ein anderes Thema, dann werden die Nachrichtensender zu Wetterkanälen.

    Pressekonferenzen zu Sportarten, bei denen Millionäre auf dem Rasen mit dem Ball spielen, verdrängen selbstverständlich politische Themen. Und so weiter.

    Je besser die Messbarkeit hinsichtlich der Nachfrage nach bestimmten Themen wird, was bei Onlinemedien ja besonders gut möglich ist, desto mehr wird sich das Angebot der Nachfrage anpassen.

    Zudem individualisiert sich die Themenauswahl online sehr stark. Damit besteht die Gefahr, dass sich Menschen zu wichtigen (so nenn ich sie jetzt mal) Themen noch weniger informieren.

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