Musikalische Horizonterweiterung: Jeden Tag ein neues Album
17. Dezember 2009 - Jürgen Vielmeier
Einen guten Weg, um den eigenen Musikhorizont zu erweitern, ist, jeden Tag ein neues Album zu hören. Konsequent jeden Tag, ohne Vorturteile, ohne Bevorzugung einzelner Stücke. Das Hobby Musikrezensent macht unheimlich Spaß – aber lange hält man es nicht durch.
Neue Musik zu finden, ist eigentlich ganz einfach. Entweder man gibt bei Last.fm seinen Lieblingskünstler ein und entdeckt damit Bands, deren Alben man sich auf bevorzugtem Wege besorgen kann. Oder man fragt vertrauensvoll seine Follower auf Twitter nach deren Lieblingsmusik. Auf beiden Wegen erhielt ich jede Menge Vorschläge: Kaiser Chiefs, Duffy, Maria Mena, Mediaeval Baebes, Kings of Leon, Muse, …
Von den erwähnten Bands hörte ich ein Album einen Tag lang rauf und runter und schrieb in meinem privaten Twitter-Account eine Kurzrezension dazu mit dem Hashtag #1album1day.
Schon bald rebelliert der Körper
Kulturkritiker könnten mir jetzt Oberflächlichkeit vorwerfen. Zu Recht: Wirklich gute Musik muss der Geist erst verarbeiten. Oft gefallen einem einzelne Songs oder das Gesamtwerk erst nach Tagen oder sie werden besser, je länger man sie hört.
Jeden Tag ein neues Album zu hören, hält man aber ohnehin nicht lange durch. Nach knapp zwei Wochen hatte ich erst einmal genug gehört, mochte nichts Neues mehr sehen und wollte mich den besten Stücken widmen, die mir unterwegs über den Weg gelaufen waren. Aber so viel neue Musik wie in dieser Zeit höre ich sonst ein halbes Jahr lang nicht. Es empfiehlt sich deswegen, die Aktion #1album1day immer nur dann zu starten, wenn Zeit für einen musikalischen Tapetenwechsel ist. Heißes Material gibt es genug.
Interessante Nebennotiz: Twitter eignet sich wunderbar für kurze Album-Kritiken. Probiert es einmal aus und hört und rezensiert mit: #1album1day.






















[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Petra Berg und YuccaTree Post, Verena Mittmann erwähnt. Verena Mittmann sagte: RT @Petra_Berg: Musikalische Horizonterweiterung: Jeden Tag ein neues Album http://bit.ly/7eG85J [...]
Ich glaube, es ist nicht sinnvoll, das Anhören neuer Alben so planmäßig anzugehen. Neue Musik hört man sich doch an, wenn und weil man Lust darauf hat. Und wer keine Lust drauf hat, macht es eben nicht.
Sinnvoll ist meiner Meinung nach eine Vorauswahl: Sehr praktisch dabei ist die die Vorhörfunktion bei Amazon. Anstatt ein Album gleich ganz zu hören, nimmt man sich erst einmal nur die Zeit für die 30 Sekunden von jedem Song, die zu jedem Stück bequem hintereinander gespielt werden.
Ein vollständiges Urteil zu einem Album kann man sich dabei zwar nicht bilden, aber man weiß, ob es sich lohnt, das Album ganz anzuhören.