Die Idee für einen weniger tristen Winter: Weihnachten auf den Januar verlegen

Im Vergleich zum Dezember, der mit einer Hülle und einer Fülle von Freizeitaktivitäten und -zwängen vollgepackt ist, kommt der Januar denkbar schlecht weg. Plädoyer für die sinnvolle Nutzung eines tristen Monats: Weihnachten um einen Monat nach hinten schieben.

Es herrscht Aufbruchstimmung in Deutschland. Wir stehen kurz vor Weihnachten, dem Jahreswechsel, einen neuen Jahrzehnt, noch höheren Staatsschulden und einer noch lange nicht beendeten Wirtschaftskrise.

Noch bevor das Jahr ausklingt, hetzen wir in die Geschäfte und kaufen Geschenke, trinken Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, haben Weihnachtsfeiern in der Firma, dem Sportverein. Noch bis kurz vor Weihnachten spielt die Fußball-Bundesliga, in allen Geschäften sieht man Kerzen auf Adventskränzen brennen und hört “Stille Nacht” im Radio.

Im Januar weder Lebkuchen noch Spekulatius

Und gleich dem Weihnachtsfest ist vor der nächsten großen Sause: der Silvester-Party – falls man nicht eh zwischen zweitem Weihnachtstag und Neujahr auf die Skipiste oder für einen Weihnachtsurlaub in die Südsee ausweicht. Oft ist man wegen dieses bunten Programms ganz schön im Stress.

Im Januar ist gar nichts los. Kein Weihnachtsmarkt mehr, keine Lebkuchen, keine Adventskerzen, keine Fußballbundesliga, und obwohl es der kälteste und dunkelste Monat des Jahres ist, vielerorts nicht einmal mehr Glühwein. Adventskalender gibt es nicht. Und nach der bunten Weihnachtswelt wirkt die Zeit danach unglaublich trüb und fad. Geld hat man meist auch keins mehr: Es wurde schon im Dezember in Geschenke, Reisen oder gebrannte Mandeln gesteckt.

Was spräche dagegen?

Karneval ist auch noch nicht. Darauf muss man in der Regel bis Mitte oder Ende Februar warten. Und auch wenn die Nominierungen tatsächlich im Januar bekannt gegeben werden, ist die Oscar-Verleihung erst im März. Ich weiß, dass der Januar betriebswirtschaftlich aufgrund von Jahresabschluss und Budgetplanung sehr wichtig ist und man in ihm ohne Weihnachtsstress endlich wieder in Ruhe arbeiten kann. Aber kulturell gesehen könnte man den Januar auch komplett aussparen.

Warum das ganze nicht einfach entzerren und Weihnachten um einen Monat nach hinten legen, also auf den 24. bis 26. Januar? Nicht mit uns, wird die Kirche sagen. Christi Geburt war schon immer am 24.12. und das muss sie auch bleiben. Fakt ist aber doch, dass fast jede Kultur zumindest die Bescherung an einem anderen Tag begeht. In den Niederlanden zum Beispiel bereits am 6.12., in Russland im Januar. Und mehr als die Hälfte der Deutschen gehört inzwischen keiner Konfession mehr an, müsste sich also nicht von der Kirche vorschreiben lassen, wann man feiert.

Weniger Stress, weniger Tristesse

Fände Weihnachten erst im Januar statt, könnte man Jahresende und Weihnachten voneinander trennen und hätte gleich zweimal Grund zum Feiern: den Jahreswechsel im Dezember und die Weihnachtszeit im Januar. Weihnachtsshopping und die letzten guten Vorsätze müssten dann nicht alle im Dezember erledigt werden. Der Weihnachtsmarkt könnte dann bis zu zwei Monate dauern, sich auf Wunsch in “Wintermarkt” umbenennen und würde für die Händler ein viel stärkerer Wirtschaftsfaktor als bisher.

Ein Weihnachten im Januar würde einfach weniger Stress bedeuten, und man hätte den tristesten aller Monate sinnvoll ausgefüllt. Was meint ihr?

Disclaimer: Mit der Kirche, ihren Vertretern und Anhängern sollte man sich nicht anlegen – liegt mir auch fern, das zu tun. Deswegen, falls es zwischen den Zeilen nicht deutlich geworden ist: Dieser Text ist nicht ganz ernst gemeint.

4 Gedanken zu „Die Idee für einen weniger tristen Winter: Weihnachten auf den Januar verlegen“

  1. Die Idee mit dem Verschieben hatte ich letztens auch schon *ggg*
    Allerdings ist in den Januar rein noch besser – ich gebs zu.

    Hauptsache, nicht Jahreswechsel und Weihnachten so dicht beisammen. Grade wegen der ganzen terminlichen Versprechungen, die ja so gerne auf “ab 1.1. / ab Januar” etc. lauten…

  2. Hat was. Zumal in den letzen Jahren, zumindest hier bei mir, nichts mit weißer Weihnacht war. Im Januar ist die Chance darauf wohl etwas größer.

    Ich geh dieses Jahr (bzw. kommendes) schonmal einen kleinen Schritt in diese Richtung: Im Januar gibts ne Weihnachtsfeier :D

  3. Nun ja, wann man Weihnachten feiert, muss sich auch heute niemand von den Kirchen vorschreiben lassen. Das sind nur Angebote.

    Mit der Argumentation, es würden so viele Menschen in Deutschland konfessionslos sein, gelangt man nicht zu einer Verschiebung von Weihnachten, sondern eher zu einer generellen Abschaffung kirchlicher Feiertage in Deutschland.

    Diejenigen, die meinen, Religion sei reine Privatangelegenheit, sollten jedenfalls fragen, ob sie das wollen.

    Was den Stress angeht: Niemand muss beim Weihnachtsrummel mitmachen. Die meisten Aktivitäten haben mit Weihnachten kaum etwas zu tun. Die könnte man sich ja sparen und lieber zu den Wurzeln des Festes zurückkommen.

    Dass Silvester nur eine Woche hinter Heiligabend liegt, ist allerdings wirklich ungünstig. Damit fällt Silvester mitten in die Weihnachtszeit – die geht am 25. Dezember ja gerade erst los.

    Um mal in eine andere Richtung zu denken: Wie wäre es mit Oscar-Verleihung im Januar?

  4. Finde das eine lustige Idee. Man könnte ja Weihnachten und Silvester zusammenlegen. Wäre bestimmt eine interessante Konstelation, mit der man auch viel Geld verdienen könnte, wenn man es PR-mäßig richtig ausschlachtet :-)

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