Mal eben den Telekom-Vertrag des Nachbarn ändern

Eigentlich wollte ich hier ja mangels Talent nicht selbst schreiben. Aber was ich heute feststellen musste, kann ich der Öffentlichkeit einfach nicht vorenthalten:

Meine Schwiegereltern sind im Besitz eines uralten PCs. Pentium 2 oder so, mit Windows 95. Da haben wir ihnen vor einigen Jahren mal ein Modem angeschlossen und einen Call-by-call-Anbieter fürs Internet gesucht. Die waren damals schon sehr selten, aber damit hat es funktionert.

Jetzt wollen sie was besseres. Einen richtigen PC und schnelleres Internet. Also haben wir ihnen einen Mac-Mini bestellt (dass sie damit das Betriebssystem wechseln haben wir verschwiegen, aber die Missionarstätigkeit geht da vor) und ihnen bei der Telekom einen DSL-Anschluss bestellt.

Und jetzt komm ich auch endlich auf den Punkt: die Online-Bestellung bei der Telekom. Klar, die Telefonnummer war mir bekannt. Alles was ich noch brauchte, um mich bei t-home.de einzuloggen war ihre Kundennummer. Die steht laut T-Home und Realität auf jeder Telekom-Rechnung.

Ich logge mich also ein, werde begrüßt mit “Willkommen, Herr [Nachname]” und kann dann meine persönlichen Daten (Adresse, Geburtsdatum usw) einsehen und ändern. Naja, und meinen Vertrag natürlich. Ich stelle den ISDN-Anschluss auf einen DSL-Tarif mit zwei Flatrates um, trage den Anschluss-Termin ein  und gebe meine E-Mail-Adresse und Telefonnummer für Rückfragen an. Bezahlart muss ich nicht ändern, die steht noch auf Bankeinzug.

Also shoppe ich noch einen Router dazu und schicke alles ab. Bestellbestätigung geht an meine E-Mail-Adresse. Bei Rückfragen wendet man sich an meine Telefonnummer.

Alles erledigt. DSL und Router bezahlt. Habe alle Informationen über den Ablauf aber an mich selbst schicken lassen. Meine Schwiegereltern wissen nichts davon, dass ich das heute für sie bestellt habe. Von alleine merken würden sie das erst, wenn ihr Modem nicht mehr ins Netz gehen will oder der Postmann so ein komisches Gerät liefert, was uns als Router bekannt ist.

Und was brauchte ich für den Spaß? Einfach eine Telekom-Rechnung, denn da stehen alle Zugansdaten drauf. Wer also in des Nachbars Altpapier mal eine Telekom-Rechnung findet, kann damit ins nächste Internet-Cafe gehen, sich einloggen und sich ein bisschen austoben. Ne Movie-Flat bestellen oder so. Und um den Spaß zu vergrößern einfach mal E-Mail und Telefon umstellen, damit das arme Opfer nichts mitbekommt bevor die Widerrufsfrist um ist.

Das meinen die doch nicht ernst, oder?!? Telekom-Kunden, passt auf eure Rechungen auf!

9 Gedanken zu „Mal eben den Telekom-Vertrag des Nachbarn ändern“

  1. Weil auf der Rechnung ja auch die Bankverbindung steht, kannst Du zum Telekom Paket auch gleich noch für die die GEZ anmelden (online). Die buchen dann fortann fleissig vom Konto ab. Kündigung geht nur schriftlich. Wenn Du bei der Anmeldung einen Phantasienahmen mit dafür aber existierender Bankverbindung nimmst, kannst du die Abbuchung nicht mehr stoppen, da der “Nutzer” nicht existiert ;)

  2. Die GEZ, in Österreich GIS genannt hat einen Herrn zur Verzweiflung getrieben weil sie dessen Katze eine Extra-Rechnung geschickt haben.
    2 Jahre hat er gebraucht bis er das los war ;)

  3. Jetzt ist mein entschluss entgültig gefallen. Ich brauch nen Reißwolf. Man kann im Netzt noch so aufpassen, wenn man alles mögliche einfach so entsorgt.

  4. Nicht zu glauben, ärgere mich selbt seit mehr als einem Jahr mit diesem Verein rum, weil eine einfache Übertragung von DSL-Anschluss an die Eltern nicht geklappt hat. Dort weiss die eine Hand nicht was die andere tut. Auf den Rechnungen steht Telekom, dazu die Hotline-Nummer, tatsächlich aber muss dass über T-Online laufen und und und. Nichts als Ausreden – seit vielen Monaten – und kein Ende ist in Sicht.

  5. Nachdem ich selbst öfter Ärger mit diversen Telefongesellschaften hatte, habe ich es mir angewöhnt, die Rechnungen aufzuheben. Irgendwas muss man denen nämlich immer nachweisen.

    Ansonsten bietet die rosa Firma doch online-Rechnungen an, damit hat man überhaupt kein Papier mehr, das der Nachbar im Müll finden könnte. Wie sicher allerdings dieser Übertragungsweg ist, weiß ich nicht, ich hab bisher immer auf meinen Papierausdrucken bestanden. Die kann man nach einigen Jahren dann auch noch als Grillanzünder verwenden…

  6. Sorry, da lehnst Du dich etwas weit aus dem Fenster:
    Das Funktioniert eigentlich nur, wenn man direkt an der betreffenden Internetleitung sitzt.

    Von einer anderen Leitung oder einem DSL-Anschluss fragt er nämlich nach T-Online Nummer Kundenkennwort.

  7. Was meinst du mit “direkt an der betreffenden Internetleitung”? Die Telekom macht ja keinen IP-Check…. diesen Auftrag habe ich nicht vor Ort ausfgeführt, sondern über meine DSL-Leitung zu Hause, falls du darauf hinaus wolltest.

  8. Die Telekom hat das nun geändert, man bekommt Zugangsdaten per Snailmail zugeschickt, aber… :O)

    Die Zugangsdaten funktionieren nicht. Ein paar Tage später bekommt man dann noch einmal Post und das ist dann die “Auftragsbestätigung zu Ihrem Auftrag vom xx.xx.xxxx”. In dieser “Auftragsbestätigung” findet sich auch ein “Termin” an dem “My T-Home” aktiviert wird.

    In der “Vertraulichen Mitteilung” mit den Zugangsdaten steht kein Wort davon, dass diese Daten erst in einigen Tagen aktiviert werden. Was für Dussels… ist eben Teledumm. :O)

    Mich interessiert ja noch wie lange die das mit der Snailmail machen und ob dein Blogpost zu der Umstellung geführt hat.

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