YuccaTree auf der VZnet-Geeknight: StudiVZ umcharmt externe Entwickler

Die VZ-Netzwerke, ehemals StudiVZ, haben offenbar erkannt, dass die Zukunft in offenen Schnittstellen und externen Anwendungen liegt. Gestern luden sie dazu zu einer “Geeknight” nach Berlin ein. Unser Gastautor und Buildblogger Jakob Zogalla war vor Ort, erfuhr viel aus dem Nähkästchen – und war positiv überrascht.

Die Volksbar in Berlin – eine nette Location. Etwa 60 Leute, die im Raum umherwuseln und angeregt über alles Mögliche diskutieren. Es klingt nach Technik, was ich als Softwareentwickler natürlich zu schätzen weiß. 10 bis 15 mehr oder minder offensichtliche VZnet-Mitarbeiter unterhalten sich, beantworten Fragen und prosten den Gästen zu. Das ist also eine Geeknight? Saufen mit Studivz, das wollte ich schon immer mal tun. Fragen stellen, die von offizieller Seite nicht beantwortet werden, Hinweise und Anregungen geben und einfach mal rausfinden wie die Leute so drauf sind.

Entwickler sind gefragt

Doch es geht um mehr: Die Integration von OpenSocial, die VZnet in den kommenden Monaten interessierten Entwicklern zugänglich machen wird. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre eigene Applikationen für SchülerVZ, StudiVZ, und MeinVZ zu schreiben.

Der Inhalt ist derzeit beliebig, an den entsprechenden Policies arbeitet man gerade noch. Fest steht allerdings schon eine ganze Menge:

  • Entwickler können ihre Applikationen mit externen Ressourcen kommunizieren lassen oder sie auf ihren eigenen Servern hosten. Allerdings arbeitet VZnet auch gerade an einer Möglichkeit, die Apps direkt bei sich zu hosten, was die Datenströme an einem Ort hält und damit sinnvoller erscheint.
  • Die Gestaltung der Apps ist dem Entwickler freigestellt. Er behält seine persönliche Note bei.
  • Datenschutz. Darauf haben die VZler extrem viel Wert gelegt, und das rechne ich ihnen hoch an. Was welche Applikation tun darf und was nicht, wird man detailliert festlegen können. Das Interessanteste daran: Es gibt die Möglichkeit für jede Appikation eine virtuelle Identität anzulegen, genannt Vcard. Dadurch wird es möglich, seine wahre Identität vor den Applikationen zu verschleiern. Im Umkehrschluss kann man aber auch Vcards anlegen, die detaillierter und autentischer sind als das eigene Profil. Dies könnte bei einigen Applikationen durchaus sinnvoll sein.
  • Das von Facebook bekannte Nachrichtenspamming von Applikationen wird es bei VZnet nicht geben. Grund: Applikationen können nicht auf den vollständigen SocialGraph der Nutzer zugreifen. Eine Applikation sieht ausschließlich die Kontakte der Nutzer, die die gleiche App verwenden. Sehr angenehm!

Die Apps werden auf drei Wegen zugänglich sein:

  • Das Profil von Nutzern, die diese Applikation bereits verwenden: Jede freigegebene Applikation erzeugt automatisch eine Edelgruppe, in der die Benutzer der App automatisch gelistet werden. Von dieser Gruppe aus kann man die Applikation dann zu seinem eigenen Profil hinzufügen.
  • Eine kategorisierte Übersicht verfügbarer Applikationen
  • Einladungen von Freunden. Wenn ich eine Applikation verwende, kann ich dies auch meinem Freundeskreis vorschlagen.

Das Developer-Wiki ist bereits online.
Und was gibt es sonst noch aus dem Nähkastchen zu berichten?

Der erste Kontakt mit einem VZnet-Mitarbeiter war recht unterhaltsam. Meine erste Frage hatte nichts mit der OpenSocial-Integration zu tun, sondern mit dem Redesign der Sites: „Wo kommen diese schrecklichen Fotos auf der Startseite her?“ Jeder, den ich danach fragte, verfiel entweder in Gelächter oder lächelte nur leicht verschämt. Man diskutiere das intern, war hier die Standardantwort:

StudiVZ

Auffällig ist zudem, das viele Vorschläge die ich und andere gemacht haben wohl schon längst auf der Prioritätenliste stehen. So wird das Aufrufen externer URLs intern diskutiert. Auch die direkte Einbettung von YouTube-Videos, die häufig im Buschfunk gepostet werden, ist hier durchaus ein Thema.

Was macht die Internationalisierung? Ganz einfach: Mangels Erfolgs und Resourcen einstweilen komplett eingestellt.

Fazit
Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich diesen Artikel betiteln soll. Die ersten Gedanken waren eher reißerisch: „Sensation: StudiVZ netter als gedacht“ oder „Saufen mit StudiVZ“. Fakt ist: Die VZler haben gestern einen positiven Eindruck hinterlassen, seien es die Überlegungen zum Datenschutz, die zu erwartenden Features und auch das Team. Ich bin zufrieden und sehe die VZler auf einem guten Weg.

Jakob ZogallaDer Autor: Jakob Zogalla ist freier Softwareentwickler. Er bloggt sonst auf Buildblog.de und twittert hier.