Tausendmal sorry: Blogjournalisten.com doch nicht so schlecht, wie ich dachte

Sorry, das ganze zurück: Blogjournalisten.com ist nicht so schlecht, wie ich es gemacht habe. Ein Lehrstück darüber, wie man nachdenken sollte, bevor man etwas schreibt, und sich an seine eigenen Regeln hält.

Damit meine ich mich selbst, und nein: Niemand hat mich dazu gezwungen, meine Kritik von heute Nachmittag zu revidieren. Ich hab ganz einfach zu feste draufgehauen und Dinge falsch verstanden. Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Vor drei Tagen habe ich hier selbst in einem Beitrag fünf Wege vorgestellt, wie man vernünftig mit Kritik umgeht. Darunter war auch der Tipp, es mit Kritik ruhiger angehen zu lassen. Wer polemisiert, argumentiert oft schlecht und lässt wichtige Fakten außer Acht. Warum bloß hält man sich selbst nicht an das, was man schreibt?

Kurz: Meine Kritik an dem neuen Projekt Blogjournalisten.com war maßlos überzogen. Die Beteiligten haben sich persönlich angegriffen gefühlt, und das tut mir Leid. Ich bin zwar immer noch etwas skeptisch, ob die Seite ein Erfolg werden kann. Aber das hätte man auch sachlicher diskutieren können. Falsch war meine Ahnnahme, dass die Plattform ihre Autoren ausbeutet:

  • Die 25 besten Autoren müssen sich nicht 1 Prozent des Gewinns teilen, sondern erhalten jeweils 1 Prozent, also insgesamt 25 Prozent vom Gewinn.
  • Das Projekt scheint sich in erster Linie an Blogger und Journalisten zu richten, die ihre Texte dort zweitverwerten, nicht von den Einnahmen auf Blogjournalisten.com leben müssen, sondern es eher als Zubrot sehen.
  • Mein Hauptkritikpunkt bleibt deswegen die Auszahlung erst am Ende des Geschäftsjahres, die Beschränkung der Auszahlung auf 25 Autoren und auf 25 Prozent des Gewinns.
  • Meine übrigen Kritikpunkte sind deswegen vernachlässigbar.

Alles in allem also ist Blogjournalisten.com eine Plattform, auf der sich etablierte Schreiber vernetzen können und mit gemeinsamer Stimme sprechen. Und dem kann ich bei genauerer Betrachtung durchaus etwas Positives abgewinnen, zumal die Macher ohne Kapital an die Sache herangehen. Streiten kann man über das Webdesign und die Zahl 25. Aber gut, das Projekt ist ja noch jung. Vielleicht überdenken die Verantwortlichen ihr Konzept noch einmal.

Ich möchte mich hiermit bei den Blogjournalisten für meine überzogene Kritik entschuldigen. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg – und hoffe, dass in den Anfangstagen jede Publicity gute Publicity ist…

Und, note to self: Erst die Faktenlage genau checken, als nächstes nachdenken und dann erst draufhauen – und zwar weniger feste, vor allem dann, wenn man im Irrtum ist. Sorry!

Disclaimer: Den Originalbeitrag habe ich nicht gelöscht, weil es dort schon Kommentare gab, sondern entsprechend vermerkt stehen lassen.


 
 
 
 

5 Kommentare zu “Tausendmal sorry: Blogjournalisten.com doch nicht so schlecht, wie ich dachte”

  1. YuccaTree Post + » Fragwürdiges Projekt “Blogjournalisten”: Von der Abhängigkeit in die Ausbeutung (Update) - 25. September 2009 um 18:33

    [...] Die Gründe habe ich hier beschrieben, bei den Beteiligten habe ich mich entschuldigt.   « Wer ist der Mörder? Erstaunliches Video enttarnt, wie unaufmerksam wir sind Tausendmal sorry: Blogjournalisten.com doch nicht so schlecht, wie ich dachte »     [...]

  2. lanu's status on Friday, 25-Sep-09 16:40:56 UTC - Identi.ca - 25. September 2009 um 18:41

    [...] http://yuccatree.de/2009/09/tausendmal-sorry-blogjournalisten-com-doch-nicht-so-schlecht-wie-ich-da... a few seconds ago from web [...]

  3. Tweets die YuccaTree Post + » Tausendmal sorry: Blogjournalisten.com doch nicht so schlecht, wie ich dachte erwähnt -- Topsy.com - 26. September 2009 um 09:06

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von jonas28 und Torsten Beeck erwähnt. Torsten Beeck sagte: Ich schreib's trotzdem ins Klassenbuch: RT @lanu ein journalist, der die #blogjournalisten nicht mag, korrigiert urteil: http://ur1.ca/cdp0 [...]

  4. Von den Wahlen, Twitter und Finanzen – Die Frühstückslinks - Frühstückslinks - Alles2null - 28. September 2009 um 07:32

    [...] Tausendmal Sorry: Blogjournalisten.com doch nicht so schlecht wie ich dachte (YuccaTree Post) Eigentlich geht es darum, dass Jürgen Vielmeier sich Blogjournalisten.com angeschaut hat und nicht begeistert war und wohl in einem Blog-Artikel ordentlich seine Kritik los geworden ist. Dann aber kamen einige Kommentare, dass seine Kritik nicht berechtigt zu sein scheint, zumindest in den Augen der Kommentatoren und Blogjournalisten.com-User bzw. -Mitmacher. Das veranlasste Jürgen zu einer Löschaktion des ursprünglichen Beitrages und zur Entschuldigung mit dem neuen Beitrag. Es ist zwar blöd, wenn man mit seiner Kritik, die sich auf falsche Annahmen stützt, nicht hundertprozentig richtig liegt, aber ich sehe da keinen Grund einen Beitrag zu löschen. Ich hätte ihn korrigiert. Und bei den Beteiligten mich eben doch entschuldigt, wenn es angebracht gewesen wäre und hätte in einem neuen Beitrag die Sache richtig gestellt. Als Blogger hat man immer mit Kritik an seinem Tun oder an seiner Person zu kämpfen, da sollte man nicht so schnell aufgeben und die Beiträge löschen. Man wird es niemals allen Recht machen können. [...]

  5. id404 - 28. September 2009 um 16:12

    Ich glaube das Problem ist nicht, vor einem Beitrag nachzudenken, sondern RICHTIG nachzudenken. Ich vermute mal dass der Autor sich schon seine Gedanken dazu gemacht hat, aber erst, als er Kritik geerntet hat, hat er die Sache aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und auf einmal alles ganz anders gesehen.

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