Nach nur drei Tagen: Apple nimmt C64-App vorübergehend wieder aus dem App Store

Apple hat die Anwendung C64 vorübergehend entfernt, die erst am Samstag neu im iTunes App Store erschienen war. Apples Begründung: Die Entwickler hätten sich nicht an eine vorangegangene Absprache gehalten. Haben sie wirklich nicht, wie die C64-App-Programmierer jetzt kleinlaut zugeben.

Grund für die Löschung war offenbar, dass die C64-Anwendung entgegen der Vereinbarung mit der Programmiersprache Basic ausgeliefert worden war. Apple erlaubt keine Apps, die downloadbaren Code ausführen können, offiziell aus Sicherheits- und Stabilitätsgründen. Unter der Prämisse hatte Apple die C64-App überhaupt zugelassen: Sie sollte sich nur als Retro-Spielekonsole bedienen lassen.

Die Entwickler der C64-App bestätigen heute die vorübergehende Verbannung aus dem App Store, und dass die App tatsächlich noch Basic enthielt:

“Wir hatten mit Apple vereinbart, Basic aus dem App zu löschen. Aber weil wir glaubten, es würde möglich sein, Apple zu überzeugen, es später zuzulassen, ließen wir es drin, mit der Möglichkeit es zu aktivieren, sobald Apple sein OK gibt.”

Das Basic war also in einer gesperrten Version im App. Zehntausende luden die App in den ersten Tagen herunter, und es kam, wie es kommen musste: Einige Geeks fanden einen Weg, um die Sperre zu umgehen und Basic zu verwenden.

Apple zeigte wenig Toleranz dafür und nahm die App sofort nach Bekanntwerden der Lücke aus dem Katalog. Die Entwickler schreiben weiter, sie hätten den Fehler innerhalb von Minuten behoben. Nun müssten sie warten, bis Apple die C64-App erneut prüft und zulässt. Und das hat in der Vergangenheit auch schon einmal Wochen gedauert.

Apples Bedenken gegen Basic, eine so gut wie tote Programmiersprache, mag übertrieben sein, aber das Vorgehen ist konsequent. Einige der Kommentatoren im Blog der Entwickler reagieren mit Häme, so wie “By Your own fault”:

Wenn ihr Apple hereinlegen wolltet, dann verdient ihr, was ihr bekommen habt! Ihr sagt, es hätte euch nur ein paar Minuten gekostet, um Basic aus dem App zu löschen. Warum habt ihr es dann nicht gleich rausgenommen und Apple hereingelegt?

Die C64-App ist eine Emulation des 80er-Jahre-Kultcomputers Commodore 64. Es bietet einige Spieleklassiker in Retro-Optik und mit virtuellem Joystick und kostet im App Store – sobald wieder verfügbar – 3,99 Euro.

6 Gedanken zu „Nach nur drei Tagen: Apple nimmt C64-App vorübergehend wieder aus dem App Store“

  1. Ich frag mich, was an einem Programm das steinaltes Basic interpretiert, so schlimm sein soll…
    Aber das würde ja Apple nicht in dem Kram passen, weil sie dann nicht mehr alleinige Entscheidungshoheit darüber hätten, was in der klicki-bunti-Applewelt laufen darf und was nicht.
    Ich find es schade, dadurch verliert das iPhone viel Potential und ist gleichzeitig nur Spielplatz für irgendwelche bunten Programme und Komerzsoftware.

  2. @CptFlokati An und für sich nichts, aber da es immer wieder Freaks gibt, die diese Sperren deaktivieren, würden letzten Endes Apps im Store rumschwirren, denen man überhaupt nicht vertrauen könnte.

    Apple bietet diese Plattform an, also hat sich jeder an Apples Spielregeln zu halten, so einfach ist das. Letztlich hat das auch was mit der Sicherheit und dem Schutz der Kunden zu tun. Das Apple die Apps so genau prüft, hält den Laden sauber und den hohen Standard aufrecht.

    Wenn Du einen eigenen Shop hast, müssen sich ja auch alle nach Deinen Regeln richten. Damit macht die Diskussion darüber keinen Sinn, was Apple erlaubt und was nicht. Du kannst ja gerne solche Apps entwickeln und an Deine Freunde verteilen, steht Dir ja frei. Und mal ganz ehrlich, mit Objective C, Cocoa und Xcode sollte wohl eine Menge möglich sein, viele gut gemachte Apps beweisen es.

  3. Die Argumetation mit “sicheren Applikationen”, “die wollen nur Qualität sichern”, oder “die schützen ihre Kunden” find ich komplett retarded. Es wäre ja kein Problem wenn sie ihren Laden kontrollieren und manipulieren wie sie lsutig sind, wenn es nciht der einzige Laden wäre, den man nutzen muss, um seinen Vertrag nicht zu verletzen. Da liegt für mich das Problem.
    Man könnte natürlich sagen, “ich muss es ja nicht kaufen”, “ich kann mir ja ein anderes, vergleichbares aussuchen”, oder “ist doch schön das ich nur sichere Apps habe”.
    Was ist aber nun wenn ich es kaufen möchte, weil mir das Handling gefällt und ich mir selber aussuchen möchte, was ich auf meinem Telefon installiere? Was ist, wenn mich Safari als Browser ankotzt? Und was ist, wenn mich iTunes stört? Ich bin gezwungen sämtlichen Apple-Müll zu benutzen. Das stört mich an der ganzen Geschichte.
    Das Apple in seinem Laden den Ton angeben darf, steht ja außer Frage. Nur ich sehe nicht ein, das ich für unmündig erklärt werde, wenn ich Software für mein Telefon frei wählen möchte.

  4. @CptFlokati Das der Apple Store der einzige ist, der die Apps anbietet, kann ich nicht ändern. Sicherlich würde Konkurrenz in der Richtung nicht schaden, aber hinter dem Store steckt weit mehr, als nur eine Downloadplattform für Apps. Du bist ein mündiger Bürger und es steht Dir frei, Deinen eigenen einen App-Store aufzuziehen.

    Was mich immer wieder ankotzt ist die Tatsache, dass gute Ideen, wie bspw. der App Store oder iTunes, immer wieder schlecht geredet werden, nur weil Apple in dieser Hinsicht eine konsequente Linie fährt und ein bedeutend besseres Downloadportal anbietet (auch wenn sie quasi ein Monopol drauf haben), als es Music Load oder Amazon je bieten könnten. Aber meckern konnten die Deutschen schon immer gut.

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