Mobile Web: Wer hat die meisten Apps und wo bleibt das Palm Pre?

Der Kampf der mobilen Betriebssysteme ist in vollem Gange, und entscheiden wird ihn höchstwahrscheinlich der, der die meisten und am einfachsten zugänglichen Apps hat. Für Google Android stehen derzeit mindestens 10.000 mobile Anwendungen zur Verfügung, aber die Konkurrenz – bis auf Palm – hält mit.

Dass es für Googles mobiles Betriebssystem gut 10.000 Apps sind, fand AndroLib erst nach einer Bestandsanalyse heraus. Google selbst veröffentlicht keine Zahlen dazu. Bei Nokia waren es Ende August gut 4.500 Apps im Ovi Store. Spitzenreiter ist natürlich der Pionier Apple, nach jüngster Zählung im Juli mit mehr als 65.000 Apps für iPhone oder iPod touch im iTunes App Store. Laut Meedia sind es inzwischen bereits mehr als 70.000 Apps.

Für Microsofts offiziell noch nicht gestarteten App Store dürfte es beim Start mehrere tausend Apps geben. Genauere Zahlen gibt es noch nicht. Ein App Store für Windows Mobile vom Drittanbieter Pocket Gear hat derzeit gut 2.500 Apps.

Der Vergleich ist nicht unwichtig, auch wenn beim Rennen um das mobile Betriebssystem der Zukunft neben der Auswahl viel davon abhängen wird, wie schnell sich das Angebot durchsuchen lässt und wie leicht sich die Apps installieren lassen.

Palm liegt schon weit zurück

Palm PreUnd genau darauf scheint es inzwischen mehr anzukommen als auf eine gute Bedienbarkeit des Smartphones. Das dürfte der Grund sein, warum sich das Palm Pre – einst als Wunderhandy und erster echter iPhone-Rivale gefeiert – so schleppend verkauft. Noch immer hat Palm das eigens für das Pre entwickelte Betriebssystem webOS nicht ganz für externe Entwickler freigegeben. Mitte August erklärte Palm lediglich, Entwickler könnten Vorschläge ihrer Apps per E-Mail einreichen, die Palm dann eventuell berücksichtigen werde.

Die Zahl der Apps, die Palm für das webOS anbietet, dürfte weiterhin die 1.000 nicht übersteigen. Sprint, der Exkluvisanbieter des Pre in den USA, schickt deswegen nun mit dem Android-basierten HTC Hero einen direkten Konkurrenten ins Rennen. Es ist eine hohe Herausforderung, aber der Konkurrenzkampf ist hart. Wenn Palm es nicht bald schafft, den eigenen App-Marktplatz zu öffnen und mehrere tausend gute Apps dort zu präsentieren, dann dürfte das Rennen verloren sein. Denn macht Palm so weiter, ist die Konkurrenz bald auf und davon.

In Deutschland soll das Pre ab Oktober in den Handel kommen. Es wird exklusiv von O2 angeboten.