Hybridpost: Holtzbrinck will E-Mails per Post zustellen lassen

Manchmal fasst man sich an den Kopf und fragt sich, in welcher Welt diese Anzugträger eigentlich leben: Die Verlagsgruppe Holtzbrinck will ihre eigenen Post-Konkurrenten noch einmal in eine sinnlose Schlacht ins Rennen gegen die Deutsche Post schicken. Der Clou: Kunden können die Briefe online aufgeben. Die Dokumente werden am Zielort ausgedruckt, kuvertiert und zugestellt.

Holtzbrinck lässt seine Töchter wie Pin Mail dabei zusammen mit der niederländischen Post TNT arbeiten. Die Hybridpost richtet sich laut “Wirtschaftswoche” vor allem an kleine und mittelgroße Unternehmen, die damit Rechnungen oder Verträge an ihre Kunden schicken können. Transportkosten sollen durch die Online-Übermittlung geringer ausfallen, Briefe innerhalb 24 Stunden zugestellt werden.

Starke Konkurrenz namens “Fax”

Helft mir doch bitte mal auf die Sprünge: Wozu braucht man das? Wer Papier- und Portokosten sparen will, verschickt seine Rechnungen längst komplett online. Nur wenn es überhaupt nicht anders geht, auf einem Dokument zum Beispiel etwas von Hand eingetragen werden muss oder der Kunde es verlangt, verschickt man wichtige Sendungen noch per Post.

Aber gerade für handschriftliche Ergänzungen auf Dokumenten eignet sich die Hybridpost überhaupt nicht, weil der Absender den Brief ja digital einreichen soll und damit erst einscannen müsste. Außerdem: Gibt es nicht gerade für handschriftliche Ergänzungen auf elektronischen Dokumenten seit einigen Jahrzehnten einen revolutionären Dienst, der sich “Fax” nennt und mehr oder weniger das gleiche kann?

Haben die Holtzbrinck-Herren irgendwie nicht mitbekommen, dass es mit der De-Mail bereits eine interessante, rein elektronische Alternative gibt und auch die Deutsche Post an einem ähnlichen Dienst arbeitet? Sorry Holtzbrinck, aber ich fürchte, ein Erfolg bleibt euch mit der Hybridpost verwehrt, und wenn ihr gerne Millionen versenkt, dann: nur zu!

Gefunden auf Turi2.de.


 
 
 
 

4 Kommentare zu “Hybridpost: Holtzbrinck will E-Mails per Post zustellen lassen”

  1. Bernard - 14. September 2009 um 11:46

    Der Dienst macht doch durchaus Sinn für alle, die das Ausdrucken, Kuvertieren usw. outsourcen wollen. Gerade bei mittleren Volumina, wo sich ein eigenes Druckcenter nicht lohnt (wie z.B. bei Versicherungen) aber das Drucken eben nicht mehr schnell nebenbei geht.
    Sekretär/-in muss dann nicht mal eben dreihundert Rechnungen in ihr Fax schieben oder auf dem Bürodrucker ausdrucken.

  2. Klaus Wilde - 14. September 2009 um 17:20

    toll, aber nicht neu. Ich habe etwas gefunden, was auch mit Werbung automatisch geht. Go**le für Papier. unter http://www.doxme.com. Ich glaube das ist eine neuer Dienst von der Firma aus Amiland. Auf jeden fall sieht es genau so aus . Auch ist die Architektur besser, da bei der TNT variante eine offene Datei hochgeladen wird und bei DOXME ist die schon fertig. Der preis 0,55 € in vollfarbe halte ich auch für einen Kracher. Da kann sich die Post und TNT warm anziehen.

  3. Jürgen Vielmeier - 14. September 2009 um 17:24

    @Klaus: Kannst beim nächsten Mal ruhig schreiben, dass das dein eigener Dienst ist. Nimmt dir hier keiner übel. ;) Am Ende fällt’s ja doch auf und dann kommt’s komisch wenn man schreibt “habe ich gefunden” …

  4. René Fischer - 19. September 2009 um 20:07

    Nun ja, der Unterschied ist, das man für den erfolgreichen Versand eines Faxes einen Empfänger benötigt, der ein solches Gerät ebenfalls besitzt. Der Besitz einer Postanschrift dürfte in Deutschland dürfte wahrscheinlicher sein ;-)