Alt aber gut: 50 Dinge des Alltags, die vom Internet getötet wurden

Die britische Zeitung “The Telegraph” hat 50 Dinge vorgestellt, die vom Internet auf lange gesicht getötet werden oder bereits getötet worden sind. Darunter: Pünktlichkeit, Sarah Palin, Zeit zum Nichtstun und Solitaire. Aber auch sexuelle Abenteuer, Privatsphäre und Chuck Norris’ guter Ruf.

Klingen die ersten Punkte noch wie eine Kritik am Internet, wird spätestens bei Punkt 7 klar, dass Moore es nicht ganz ernst meint: “Sich beim Kauf des ersten Porno-Magazins wie ein Erwachsener fühlen”. Das ist längst überholt, seit lästige Hardcore-Popups an allen Ecken und Enden des Internets auftauchen. Schade auch, dass Verschwörungstheorien immer weniger werden (Punkt 16): Im Internet gibt es inzwischen viele Seiten und Besserwisser, die einen gerne über die Wahrheit aufklären.

Weiß dank Mobile Web jeder jederzeit alles über jeden?

Viele von Moores “Kritikpunkten” entpuppen sich bei genauerer Betrachtung als Segen. Dass nahezu jeder weiß, dass man nigerianischen Trickbetrügern nicht trauen darf (Punkt 44), ist ein Gewinn. Ebenso dass Filmverleihe langsam einsehen, dass es möglicherweise kein so gutes Geschäftsmodell ist, Kunden sechs Monate nach dem Kinostart eines Kultfilms bis zum DVD-Start schmoren zu lassen.

Zumindest eine von Moores Thesen kann ich aus eigener Erfahrung widerlegen: Dass es angeblich keine Informationen und Gerüchte mehr über Stars gibt, die Wikipedia nicht weiß und die jeder mit iPhone und Co. sofort nachschlagen kann (Punkt 25). Als wir gestern – ohne Smartphone – aus “Inglourious Basterds” kamen und wissen wollten, wie denn noch dieser “ekelige deutsche Film hieß, bei dem Christoph Waltz ziemlich sicher auch mitgespielt hat”, kamen wir nicht auf die Lösung. Auch nicht zuhause mit Hilfe von Wikipedia und IMDB.

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