Tvister: Programmbegleiter für surfende Fernsehzuschauer

Eine neue Fernsehplattform der Deutschen Telekom macht sich die Tatsache zu Nutze, dass immer mehr Menschen gleichzeitig fernsehen und im Internet surfen: Tvister aggregiert alle verfügbaren Informationen zu gerade laufenden Fernsehsendungen, wie Schauspieler und verwandte Sendungen. Die Idee ist gut, die Inhalte okay, das Layout etwas unübersichtlich.

Doch, die Idee gefällt mir gut: Beim Fernsehen stelle ich mir tatsächlich oft die Frage, woher ich den Schauspieler kenne, wo er noch mitgespielt hat, wie andere den Film bewerten, und nicht zuletzt auch: um was es in der Folge eigentlich geht. Tvister misst sich also mit der Internet Movie DataBase (IMDB), die praktisch alles über Spielfilme und US-Serien weiß. Was bei ihr allerdings zu kurz kommt, sind gute Inhaltsangaben und Informationen über das laufende Fernsehprogramm, insbesondere das deutsche.

Tvister

Fragwürdige “Highlights” des Tages

Hier will Tvister ansetzen. Der Fernsehinformationsdienst ist derzeit in der Public-Beta-Phase und versucht noch seine Linie zu finden. Eine kurze Bestandsaufnahme der Vor- und Nachteile, wie sie bisher zu sehen sind:

+ Schön in einem Banner aufgereiht: Eine Übersicht, was auf den wichtigsten Sendern gerade läuft.
+ Inhaltsangaben über die meisten Filme, Shows und Serien, die im Fernsehen laufen
+ Bewerten von Sendungen ohne Login
+ Eine Übersicht zeigt die Lieblingssendungen der Nutzer an, die noch ausgestrahlt werden

- Werbung oben, Werbung rechts, Google-Anzeigen, die auf den ersten Blick wie redaktioneller Inhalt wirken. Das ist mir ein bisschen zu viel der Verbraucherinformationen.
- Fragwürdige Auswahl der Tages-Highlights mit Vorschlägen zu Sendungen mitten in der Nacht.
- Für viele Serien oder Folgen gibt es keine inhaltlichen Details
- Anbindung an Wikipedia für Infos über Schauspieler. Damit macht Tvister es sich etwas bequem.
- Die Suche ergibt nur wenige annähernd passende Treffer
- Auch die Videos und Bilder, die unter jedem Beitrag von Sevenload angezeigt werden, haben wenig mit den Sendungen oder Schauspielern zu tun
- Das Drei-Spalten-Layout wirkt etwas unaufgeräumt

Aber vielleicht bekommt die Telekom diese Probleme bis zum Ende der Beta-Phase noch in den Griff. Für den Herbst ist außerdem der Start der Tvister-Community geplant, wobei ich mich ernsthaft frage, ob das wirklich jemand braucht. Tvister werde ich auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben. Denn trotz der leicht überwiegenden Nachteile denke ich, dass aus der Seite noch etwas Interessantes werden kann.

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