Spotify und Midomi: Geldregen für Musik-Apps auf dem Handy

Man sollte meinen, die Nische wäre bereits von iTunes besetzt, aber weit gefehlt: Musik-Apps für das iPhone oder andere Smartphones boomen. Auf der einen Seite ergänzen Apps wie Midomi und Shazam Funktionen, die iTunes nicht hat. Auf der anderen Seite sieht die Zukunft für iTunes-ähnliche Programme wie Pandora und Spotify rosig aus.

Midomi etwas vorsingen

Sprechen wir über Musik und Geld, führt heute kein Weg an Midomi und Spotify vorbei. Beide Startups, die bereits auf dem iPhone sind (Midomi) oder dahin wollen (Spotify) stehen kurz vor einem weiteren Geldregen.

MidomiMidomi steht bereits auf Platz 1 der kostenpflichtigen Musik-Apps im iTunes-Store. Und das obwohl die Anwendung nicht weniger als 3,99 Euro kostet. Midomi kann Songs identifizieren, die die Nutzer ihm vorsingen. Das schlägt das ebenfalls beliebte Tool Shazam, das eine professionelle Musikquelle zur Identifizierung verlangt, zum Beispiel ein Radio, dafür aber kostenlos ist. Deutsche Nutzer im iTunes-Store gaben Midomi im Schnitt hauptsächlich drei von fünf Sternen. Das Tool findet zwar kaum deutsche Songs, kommt aber mit englischsprachigen sehr gut zurecht und eignet sich deswegen für den Weltmarkt. Risikokapitalgeber wollen das App deswegen mit 4 Millionen Dollar unterstützen.

Spotify vor rosiger Zukunft

Geld könnte es mit etwas Glück in Kürze auch für Spotify geben. Als App würde der schwedische Musikdienst in direkte Konkurrenz zu iTunes treten. Anders als der iTunes-Store funktioniert Spotify mit einer Monatspauschale und den Zugriff auf den nahezu unbegrenzten Musikkatalog der vier größten Plattenfirmen. Es wurde bereits spekuliert, dass Spotify Apple an den Umsätzen beteiligen will, um überhaupt auf dem iPhone zugelassen zu werden. Wahrscheinlich hängt auch davon eine Finanzspritze ab, die Spotify laut Financial Times in den kommenden Tagen erhalten soll. Dem Bericht zufolge wollen Investoren um den Hongkonger Milliardär Li Ka Shing Spotify mit 50 Millionen Dollar Risikokapital fördern. Das wäre weit mehr, als das Unternehmen sich erhofft hat.

Es bleibt also dabei: Menschen lieben Musik in allen Formen, und zunehmend auch für unterwegs. Dabei ist sogar Platz für iTunes-Konkurrenten und noch viel viel mehr, was die Welt für Musikfreunde besser machen könnte. ReadWriteWeb hat eine Liste von Anwendungen dritter Entwickler vorgestellt, die Spotify noch weiter verbessert haben. Wenn Apple es zulässt, werden diese ihren Weg auf das iPhone finden. Andere Smartphone-Anbieter dürften unterdessen weniger wählerisch sein: Was Apple ablehnt, könnte ihnen nur umso mehr neue Kunden bescheren.