Keine Alben mehr: Radiohead wollen nur noch Einzelsongs veröffentlichen

Radiohead ist die Band, die jeder mag. Den Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man bei Last.fm nach den beliebtesten Musikrichtungen und Bands sucht. Radiohead sind aber auch Vorreiter bei digitaler Musik: Nun will die Band größtenteils auf Alben und physische Tonträger verzichten und nur noch EPs und Einzelsongs im Internet verkaufen. Der Grund dafür ist ein recht banaler.

“Niemand aus der Band hat Lust, sich noch einmal so ein kreatives Chaos anzutun” wie es ein Album in der Produktion erfordere, sagte Radiohead-Sänger Thom Yorke dem US-Literaturmagazin “The Believer”. “Es würde uns alle umbringen.”

Problem Filesharing?

Der Grund mag vorgeschoben sein, aber er unterstützt den Vertriebsweg Internet ungemein. Bereits im Oktober 2007 hatte Radiohead das Album “In Rainbows” auf der eigenen Homepage vorübergehend zum kostenlosen Download angeboten – und dennoch einen wirtschaftlichen Erfolg damit erzielt. Auch Coldplay hatte sein Live-Album “LeftRightLeftRightLeft” im Mai dieses Jahres an die Fans verschenkt. Die Spaßband Officer Roseland bezahlte den Fans im Februar sogar einen Dollar, wenn sie ihr neues Album herunterluden.

Für derart erfolgreiche Bands wie eben Radiohead und Coldplay eröffnet das Medium Internet eine ganz neue Chance, weil man sich dort ohne ein großes Plattenlabel selbst vermarkten und dank der Bekanntheit gut verdienen kann.

Allerdings müssen die Bands dann auch mit dem Problem Filesharing leben: Laut NME.com ist ein bisher unveröffentlichter Radiohead-Song bei YouTube aufgetaucht: