Techcrunch Europe Awards: Mäßige Ausbeute für deutsche Startups (Update)

Bei den TechCrunch Europe Awards gehen die Preise hauptsächlich an Startups aus UK. Aber mit Soundcloud gibt es auch einen deutschen Sieger, sowie mit Babbel und und Amiando zwei Zweitplatzierte. Unsere Nachbarländer Schweiz, Österreich und Luxemburg räumten jeweils einen Titel ab. Gewinner des Abends ist Spotify.

Spotify Sieger des Abends

Gestern bekamen die deutschen Startups noch das diskussionswürdige Urteil angeheftet, fünf Jahre hinter denen aus den USA zu sein. Schwarz auf Weiß haben sie jetzt zumindest, dass sie hinter denen aus UK und einigen ihrer kleineren Nachbarländer zurückliegen. Bei den TechCrunch Europe Awards, die gestern in London stattfanden, zogen die nominierten deutschen Startups meistens den Kürzeren. Aber es gibt einige freudige Ergebnisse.

So gewann das Berliner Musik-Startup SoundCloud in der Kategorie beste Unterhaltungsanwendung vor dem Zweitplatzierten (“Highly Recommended”) eRepublik. Das Luxemburger Startup Spotify, ein kostenpflichtiges Musikangebot, ist der Gewinner der Abends. Spotify gewann in den Kategorien bestes neues Startup, beste Webanwendung/bester Webservice und räumte außerdem den Großen Preis der Jury ab.

Soundcloud
Einziger Sieg für Deutschland: Das Berliner Startup Soundcloud.

Preise für Soup.io und Poken, zweite Plätze für Babbel und Amiando

In der Kategorie beste Webanwendung/bester Service geht der zweite Platz (“highly recommended”) hinter Spotify an den Münchner Ticketdienst Amiando. In der Kategorie bestes Design siegte das britische Musikstartup Songkick vor der deutschen Sprachlernplattform Babbel (“highly recommended”).

In der Kategorie Bestes Startup aus Eigenfinanzierung gewann das österreichische Tumblelog Soup.io. Der Schweizer Eigen-Eventmanager Doodle holte hier den zweiten Platz. Das Schweizer Vernetzungs-Spielzeug Poken (das von uns noch drei Tage lang verlost wird!) gewann in der Kategorie bestes europäisches Gadget für die nicht-virtuelle Welt. Zweitplatzierte wurde das sehr ähnliche, niederländische Vernetzungs-App für das iPhone, My Name is E.

Eine Liste aller Nominierten und der Gewinner findet ihr hier.

Zu schlechte Förderung in Deutschland?

Deutschland schneidet bei den TechCrunch Europas im Vergleich zu seinen deutlich kleineren Nachbarländern wirklich nicht sehr rosig ab. Wird in der Tat Zeit, dass sich hierzulande in Sachen Startups etwas tut, Investoren durchaus vorhandenen neuen Ideen bessere Chance geben, statt – platt gesagt – primar auf Copycats aus den USA zu setzen. Vielleicht symptomatisch, dass die Samwer-Brüder mit ihrem European Founders Fund in der Kategorie bester Investor klar gegen die britische Accelerator Group (TAG) und Index Ventures aus der Schweiz verloren.

Die Awards wurden in insgesamt 15 Kategorien vergeben. TechCrunch-Leser hatten zunächst die Möglichkeit, die Kandidaten auf eine engere Auswahl zu wählen. Unter den letzten Kandidaten entschied eine 19-köpfige Jury.

Update, 15:32 Uhr: Techcrunch hat heute außerdem den Europe Top 100 Index vorgestelt, eine Liste der 100 besten europäischen Startups, die laufend aktualisiert wird. Die Punktzahl zwischen 0 und 100 ergibt sich aus Messfaktoren wie Besucherzahlen, Webtraffic, Erwähnungen in den Mainstream-Medien, Finanzierung, Blogaktivität und anderen. YouNoodle beliefert Techcrunch mit den Informationen, die auf einem geheimen Algorithmus basieren. An der Spitze der Rangliste sind aktuell Dailymotion und Netlog. Bestes deutsches Startup dürfte aktuell Sevenload auf Platz 13 sein.


 
 
 
 

4 Kommentare zu “Techcrunch Europe Awards: Mäßige Ausbeute für deutsche Startups (Update)”

  1. Victor - 10. Juli 2009 um 11:32

    Immerhin: Die drei Gründer und der Chairman (Stefan Glänzer, Ex-Last.fm) von Mendeley, Gewinner als “Best Social Innovation That Benefits Society”, sind Deutsche – auch wenn wir in London sitzen :-)

  2. Redaktion - 10. Juli 2009 um 12:15

    Respekt, Glückwunsch und schöne Grüße nach London! :)

  3. Techcrunch Europe Awards: Mäßige Ausbeute für deutsche Startups … » » Free Online Press - 19. Juli 2009 um 19:57

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  4. Spotify bringt iTunes-Konkurrenten für das iPhone – wenn Apple es zulässt | freshzweinull +++ - 27. Juli 2009 um 14:36

    [...] Musikstreaming in einer riesigen Auswahl auf dem Rechner an. Das war das Startup Mitte Juli der große Gewinner der TechCrunch Europe Awards. Spotify bietet zwei kostenlose, werbefinanzierte Zugänge an oder [...]