Mutmaßlicher iPhone-Prototyp verschwindet – Chinesischer Arbeiter nimmt sich das Leben
21. Juli 2009 - Jürgen Vielmeier
Tragödie in Shenzen in der südchinesischen Provinz Guangdong: Ein junger Ingenieur des Apple-Zulieferers Foxconn soll 16 Prototypen eines neuen iPhone-Modells an Apple schicken, aber nur 15 kommen an. Foxconn-Offizielle verhören den Ingenieur, schlagen ihn einigen Berichten zufolge gar, worauf er in den Tod springt. Die Geschichte offenbart, unter welchem Druck alle Beteiligten stehen.
Foxconn veranlasst Verhör
Die Zeiten sind rauh auf dem Markt der Smartphones, Minicomputer und Laptops. Die Kontrahenten schenken sich nichts. Einzelne Gerüchte dringen von Zeit zu Zeit vorab an die Öffentlichkeit, worauf auch wir Technikjournalisten lauern, aber die meiste Zeit über herrscht strengstes Stillschweigen bei den Herstellern und ihren Zulieferern. Und wer dagegen verstößt, muss schlimme Repressalien fürchten.
So wie der 25-jährige Ingenieur Sun Danyong, ein Arbeiter für den Apple-Zulieferer Foxconn im südchinesischen Shenzhen. Er bekam 16 Prototypen eines Gerätes aus der Fabrik, von dem Apple-Blogs vermuten, dass es das iPhone 4G sein könnte, und erhielt den Auftrag, sie an Apple zu schicken. Noch vor dem Verschicken stellte Danyong fest, dass ein Gerät fehlte. Er vermutete, dass es in der Fabrik verblieben war, konnte es aber nicht finden. Also meldete er den Verlust des Geräts pflichtschuldig seinem Vorgesetzten.
Hersteller, Anbieter, Mitarbeiter – alle stehen unter Druck
Zwei Tage später, es war der Mittwoch vergangener Woche, suchen Foxconn-Mitarbeiter Sun zuhause auf, der bei seinen Eltern wohnt. Sie durchsuchen die Wohnung und verhören ihn. Mutmaßungen zufolge wird er misshandelt. Freunde spekulieren, dass er dem psychischen Druck nicht Stand hält. Sicher ist, dass er noch in derselben Nacht kurz nach 3 Uhr morgens aus dem Fenster springt. Es ist der 12. Stock; Sun stirbt an den Folgen des Sturzes.
Der psychische Druck, der auf allen Beteiligten lastet, setzt sich von der Spitze bis zur Basis fort. Apple fordert, höchste Geheimhaltung über mögliche Prototypen bis hin zum kleinsten Glied in der Produktionskette zu wahren. Foxconn erlebt diesen Druck täglich: Die Firma muss schnell produzieren und allerhöchste Geheimhaltung wahren, sonst drohen ihr Vertragsstrafen – und der Verlust wichtiger Aufträge von Apple und anderen Kunden wie Sony. Nicht zu vergessen der Gesichtsverlust, sollte der Auftrag verloren gehen. Die Foxconn-Mitarbeiter, so wie Sun, erleben den Druck nun wieder von ihren Vorgesetzten.
Foxconn entschuldigt sich, will mehr auf junge Mitarbeiter zugehen
Und an dem Druck, der auf Apple lastet, sind wir nicht ganz unschuldig. Wir lieben Gerüchte, wir wollen immer neuere Geräte mit noch besseren Funktionen, und wir wollen sie sofort. Neben Apple hatte vor allem Palm mit Produktionsschwierigkeiten für den “iPhone-Killer” Palm Pre zu kämpfen. Auch an dieser Stelle wurde das oft kritisiert. Aber bevor Menschen dabei ausgebeutet werden oder gar sterben, warte ich doch – in Gottes Namen – lieber ein paar Monate länger auf mein gewünschtes Gerät und zahle 100 Euro mehr. Wir werden uns auch weiterhin über neue technische Spielereien freuen und darüber berichten, aber dürfen nicht außer Acht lassen, dass für sie oft ein hoher Preis gezahlt wird.
Foxconn hat sich für den Vorfall entschuldigt (Link in chinesischer Sprache). Ein Mann namens Gu, der für das Verhör von Sun verantwortlich sein soll, sei entlassen und der Polizei überstellt worden. Weiterhin will Foxconn die zentrale Sicherheitseinheit überdenken, die Mitarbeiter überwacht, und mehr auf junge Mitarbeiter zugehen.
Unterdessen haben Apple und Sony angekündigt, Teile ihrer Aufträge von Foxconn abzuziehen und künftig von Quanta fertigen zu lassen …




Naja, wenn der Arbeiter nicht gestorben wäre, dann hätte Apple die Aufträge trotzdem abgezogen, weil ein Telefon fehlte. Die Firma konnte hier nur verlieren und hat alles drangesetzt, das Telefon wieder zu bekommen.
Wer weiss, ob der Kerl das Teil nicht wirklich an Palm oder Sony verkauft hat. Leider werden wir auch nie die Wahrheit erfahren.
[...] via [...]
Wenn wir Arbeiter den Wettbewerbsdruck hier schon als enorm hoch empfinden, wie muß es dann ich China sein. Zu mal bei der Firma ein lukratives Geaschäft bevor steht. Ich denke kein Mensch springt freiwillig in den Tot, da is irgent was, wass viel tiefer reicht als das was wir sehen und uns vorstellen können. “Korruption ist doch mittlerweile ein Grundpfeiler der Weltwirtscheft.”
[...] noch zweimal Apple, diesmal in einem weniger ernsten Zusammenhang als beim Suizid des Mitarbeiters eines Zulieferers: Der Konzern sieht sich einer bizarren Anklage ausgesetzt, die [...]
[...] http://freshzweinull.de/2009/07/mutmaslicher-iphone-prototyp-verschwindet-chinesischer-arbeiter-nim... [...]
[...] via freshzweinull [...]
http://www.youtube.com/watch?v=6HIavxnUHls