Es ist raus: O2 verkauft das Palm Pre ab Oktober in Deutschland

Wunderhandy, die Zweite: Das Palm Pre wird in Deutschland von O2 verkauft und soll ab Oktober in den Regalen stehen. Das gaben Palm und der O2-Mutterkonzern Telefónica auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Der Preis soll deutlich unterhalb dem des iPhones liegen, sagte Lutz Schüler, Direktor Marketing und Sales bei O2. Das Pre gilt als erster ernst zu nehmender Konkurrent von Apples iPhone, doch es hat auch Nachteile.

Telefónica darf das Palm Pre exklusiv in Europa verkaufen. Los geht’s gleichzeitig in Spanien, Deutschland, UK und Irland. Es soll Simlock-frei sein und an keinen festen Vertrag gebunden werden. Im Moment verkauft O2 in Deutschland mobile Datenflatrates ab 25 Euro. Neue Tarife seien in Vorbereitung, heißt es von O2.

Palm Pre
Werbeseite für das Palm Pre bei O2.

Auch iPhone-Preise könnten damit langfristig fallen

Dass Telefónica-O2 hierzulande den Zuschlag erhält, hat seine Sonnen- und Schattenseiten. Gut ist, dass die Kosten für das Gerät wohl tatsächlich deutlich unter dem iPhone liegen – und damit auch die Preise für das iPhone in Bewegung geraten könnten. Immer wieder kritisiert wird hingegen die schlechte Netzabdeckung von O2, die mit T-Mobile und Vodafone nicht annähernd mithalten kann, trotz gestriger Ankündigungen, in Ballungsgebieten künftig HSDPA mit 7,2 MBit/s Übertragungsrate einzuführen.

O2 hat außerdem kein engmaschiges Netz an WLAN-Hotspots wie T-Mobile und Nebenbuhler E-Plus, der mit dem freien Netz Fon kooperiert. Für O2 könnte sich das Pre dafür als wahrer Goldschatz entpuppen: Mit dem Gerät als Flaggschiff für neue Smartphones könnte man endlich E-Plus als drittgrößte Kraft auf dem deutschen Mobilfunkmarkt hinter T-Mobile und Vodafone ablösen. Den Marktanteil bei Smartphones will Schüler von derzeit rund 25 auf 33 Prozent steigern.

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Technisch dem iPhone ebenbürtig – es gibt nur weit weniger Apps

Das Pre arbeitet genau wie das iPhone mit Multitouch. Zusätzlich hat es eine ausklappbare Tastatur. Das eigens geschaffene Betriebssystem webOS erntete bei Kritikern viel Lob. Größter Nachteil dürfte aber die noch fehlende Software sein. Während iPhone-Besitzer inzwischen auf fast 50.000 Apps zugreifen können, sind es beim Palm Pre erst gut 30. Grund: Das Software-Development-Kit für externe Entwickler ist noch nicht fertig.

Fraglich ist noch, mit welchem Tastaturlayout das Pre nach Deutschland kommt, ob also etwa Umlaute eine eigene Taste bekommen. Die Geräte, die in den USA mit dem 3G-Mobilfunkstandard CDMA funken, müssen für Deutschland mit UMTS- und HSDPA-Chips ausgerüstet werden. Darüber hinaus wird das Pre keinen Speicherkartenslot haben, etwa für SD-Karten. Davon abgesehen dürfte das Pre dem iPhone aber in kaum etwas nachstehen.

9 Gedanken zu „Es ist raus: O2 verkauft das Palm Pre ab Oktober in Deutschland“

  1. “Das Pre gilt als erster ernst zu nehmender Konkurrent von Apples iPhone, doch es hat auch Nachteile.”
    Wer sagt das? Nur weil es technisch ähnliche Funktionen bietet? Das Gerät wird von den Medien gehypet und bietet wenig was den Markt neu aufmischen könnte. Von den Hardware-Unzulänglichkeiten mal abgesehen, wirft Palm ein weiteres proprietäres Betriebssystem auf den Markt und hofft so den Konzern zu retten? Alleine die Bauart von Telefon ist in Deutschland wenig etabliert.

    Palm hätte ein gutes Gerät mit Android bauen sollen, da sähen deren Chancen besser aus.

    Zudem ist es traurig, dass sich die Netzbetreiberbindung immer mehr ausweitet. Eine Entwicklung die mir absolut missfällt.

  2. Warum schließen sich ein proprietäres Betriebssystem und ein Markterfolg deiner Meinung nach aus? Auch das iPhone OS ist proprietär und ziemlich erfolgreich. webOS macht in den Videos, die ich gesehen habe, einen deutlich besseren Eindruck als Android. Von der Bedienbarkeit her ist das Pre mit dem iPhone vergleichbar und eignet sich für solche Nutzer, die gerne eine physische Tastatur hätten. Ich sehe kaum Nachteile, außer einige Verarbeitungsmängel, die das iPhone 3GS (Gehäuseverfärbungen) aber offenbar auch hat. Technisch wenig Neues für den Markt? Okay, aber weniger als das neue iPhone 3GS kann es auch nicht, vom Kompass vielleicht mal abgesehen. Ich denke, das Pre hat gute Chancen, ein Erfolg zu werden. Es wird kein so großer Erfolg wie das iPhone, klar. Dafür kommt es einfach 1-2 Jahre zu spät. Aber sonst: Gerne her damit!

    Bei der Netzbetreiberbindung stimme ich dir zu, das gefällt mir auch herzlich wenig, wie ich neulich hier geschrieben habe: http://freshzweinull.de/2009/07/iphone-bleibt-exklusiv-bei-t-mobile-palm-pre-in-uk-von-o2/

  3. Das iPhone hat sicherlich Maßstäbe gesetzt aber dies hat es nicht dem proprietären BS zu verdanken sondern, der Qualität und dem Zeitpunkt des Erscheinens. Es gab damals halt nichts Vergleichbares.

    Hier findest du einen sehr ausführlichen Testbericht zum Palm Pre http://bit.ly/10wwo6 und dort wird auch auf die schwer bedienbare Tastatur hingewiesen und einige andere Nacht- wie auch Vorteile eingegangen.

    Ich besitze selbst seit kurzem ein HTC Magic, will aber Android nicht als das Non-Plus-Ultra hinstellen. Ich kenne die iPhones sehr gut und bin von der Geschwindigkeit des 3GS auch begeistert aber eine Offenheit wie bei Android, ein gemeinsamer Market für die versch. Geräte mit dem gleichen BS bietet nur Android.

    Ich hatte eine Zeit lang (und habe auch noch) Windows Mobile Geräte und bin von deren Software-Auswahl und Funktionen auch überzeugt, leider sind diese Geräte aber nicht so flott und schick.

    Jedes Gerät hat seine Vor-und Nachteile aber einfach nur bestehende Hardware kopieren und hoffen einen iPhone Konkurrent mit neuem BS zu schaffen wird im Sande verlaufen.

    Es wird nie ein zweites iPhone geben sondern Alternativen, dies könnte evtl. der Pre sein aber wenn man sich den gesamten Markt anschaut, wird es über kurz oder lang Android werden. Bleibt nur noch zu sagen: Schade um Symbian.

    mfg René

  4. Ich bin schon sehr gespannt auf das Palm Pre. Schade, dass es bei O2 verkauft werden wird. So spannend ich das neue Smartphone finde, wegen eines Telefons wechsle ich doch nicht meinen Mobilfunkprovider bzw. sogar das Netz!

    Ehrlich gesagt muss ich immer wieder den Kopf darüber schütteln, dass anscheinend eine Menge Kunden dabei mitmachen.

    Die Zahl der Apps dürfte für viele Nutzer gar nicht so wichtig sein, wenn nur die für sie wichtigen Funktionen zu bekommen sind.

    Das iPhone hat dem Palm Pre den Markt bereitet, ich sehe das positiv und denke, dass Palm davon sehr profitieren kann, wenn die Kunden ein ähnliches Produkt deutlich günstiger bekommen können.

    Spannend wird noch, wie viel O2 für das Palm Pre trommeln wird, davon wird der Erfolg entscheidend abhängen. Das iPhone ist inzwischen sehr bekannt, aber wer nicht früher schon ein Produkt von Palm genutzt hat, muss dafür erst begeistert werden. Apple konnte auf seine Fan Base bauen.

  5. Sagt mal, wo habt ihr das Bild auf der O2 Seite gefunden, weder über Google noch über die interne Suche finde ich das, ich möchte nämlich später auch noch darüber bloggen. Oder habt ihr das vielleicht aus einer Pressemitteilung?

    Danke.

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